Interview

„Wähler wissen gute Satire zu schätzen“

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Philipp Wüster von Die Partei

Philipp Wüster von Die Partei ist einer der neun oberbergischen Kandidaten für den Bundestag.

Das Gespräch führte Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Die Partei ist zwar im Bundestag und im Europaparlament mit je einem Abgeordneten vertreten, zu den sogenannten etablierten Partei gehört die Satirepartei allerdings eher nicht. Das ist auch an ihrem Sprachduktus zu bemerken, entsprechend gehen die Antworten von Philipp Wüster auch des Öfteren in Richtung Satire.

Herr Wüster, was war für Sie der Anlass, sich als Direktkandidat für „Die Partei“ für den Bundestag aufstellen zu lassen?

Philipp Wüster: Ich will damit dafür sorgen, dass der Name Philipp wieder reingewaschen wird – ich denke hier vor allem an Philipp Amthor von der CDU, der sich ja nicht nur mit Korruptionsskandalen nicht gerade korrekt verhalten hat. Der jüngste Opa im Bundestag hat ja auch keine Probleme, sich gemeinsam mit Nazis und Holocaust-Leugnern ablichten zu lassen. Die Spaßparteien sind nur für schlechte Lacher hinter der Kamera zu haben. Man nehme etwa Armin Laschet von der Maskendealer-Partei CDU oder die nicht einzuhaltenden Wahlversprechen der FDP. SPD-Wirecard-Kanzler Olaf Scholz hingegen ist eher traurig anzusehen. Außerdem habe ich Vertrauen in unsere Wähler, die eine gute Oppositionssatire zu schätzen wissen.

Wie viele der rund 209 000 wahlberechtigten Stimmen aus Oberberg wären für den Einzug nötig?

Wüster: Eine – wenn nur eine Person wählen würde.

Welche Chancen rechnen Sie sich für die Wahl aus?

Wüster: Nun, durch die Bereicherung einiger Bundestagsabgeordneter von der CDU und CSU, die andauernde Selbstzersetzung der sogenannten Alternative für Deutschland sowie einem Bundestag, der bald über 1000 Sitze haben dürfte, müsste der Posten als Kanzlerin oder Kanzler eigentlich schon drin sein.

Was, glauben Sie, können Sie als Vertreter von „Die Partei“ im Bundestag erreichen?

Wüster: Zunächst einmal ist das große Ziel, überhaupt in den Bundestag zu kommen. Allerdings liegt in Berlin vor allem verkehrstechnisch wohl eine ganze Menge im Argen – darum müsste sich einmal jemand kümmern. Aber auch im Bundestag selbst gibt es genügend Baustellen, die einer Korrektur bedürfen. Das Parlament ist von Lobbyisten verseucht, außerdem wird es – den Überhangmandaten sei Dank – immer größer. Es geht doch nur noch darum, wer die meiste Kohle in Seminaren, mit lukrativen Vorstandsposten oder mit anderen Nebentätigkeiten macht. Man sollte sich einfach wieder mit mehr Kraft auf die Bürger und ihre Anliegen konzentrieren.

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Mit welchen Programmpunkten möchten Sie die Wählerstimmen gewinnen?

Wüster: „Die Partei“ setzt sich für soziale Parität ein. Das beginnt bei den Krankenkassen, geht über die Frauenquote bis hin zum Existenzmaximum. Letzteres wurde von unserem ersten Bundestagsmitglied Marco Bülow bereits im Bundestag erwähnt. Es ist ausbaufähig, indem man die maroden Rentenkassen durch höhere Beiträge der Oberschicht ausgleicht. Anstatt wie Amazon-Gründer Jeff Bezos ins All zu fliegen, kann man sein Geld in etwas Nützlicheres investieren – etwa Steuern zu zahlen und damit den Sozialschwachen zu helfen. Dass in die Bildung mehr Geld fließen muss, ist spätestens durch Corona klar geworden – auch dafür möchte ich mich einsetzen.

Sie wären nach Marco Bülow, der von der SPD zu „Die Partei“ übergetreten ist, das erste „echte“ Bundestagsmitglied Ihrer Partei. Haben Sie sich bereits Gedanken dazu gemacht, was das für Sie praktisch bedeuten würde?

Wüster: Marco Bülow ist eine echte Brandmauer, dessen Reden sich im Bundestag wirklich jeder einmal, auch nachträglich, ansehen sollte. Was hingegen meine Person angeht – im Falle dieser kleinsten Wahrscheinlichkeit, dass ich als Direktkandidat in den Bundestag einziehen würde, müssten erst einmal alle Gesetze der Physik überdacht werden. . .

Zur Person

Philipp Wüster wurde 1991 in Radevormwald geboren. Er ist verheiratet und arbeitet als Elektroniker für Betriebstechnik.

Partei-Mitglied ist er seit Juli 2020. Philipp Wüster engagiert sich ehrenamtliches als Mitglied im CVJM Herweg.

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