Konzert

Von der Flötenuhr bis zur Arie

Vier Hückeswagener Frauen spielten zum Abschluss der Summertime-Konzertreihe in der Pauluskirche: (v.l.) Inga Kuhnert (Orgel), Beate Fabig (Flöte), Veronika Madler (Gesang) und Elvira Persian (Flöte).
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Vier Hückeswagener Frauen spielten zum Abschluss der Summertime-Konzertreihe in der Pauluskirche: (v.l.) Inga Kuhnert (Orgel), Beate Fabig (Flöte), Veronika Madler (Gesang) und Elvira Persian (Flöte).

Konzertreihe „Summertime“ in der Pauluskirche endete am Sonntag.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Ausgerechnet in den Stücken für die Flötenuhr kam keine Flötistin zum Einsatz: Die Melodien wurden von Kantorin Inga Kuhnert an der Orgel gespielt, denn sie erklingen normalerweise zu einer vorgegebenen Zeit in den kostbaren Stand- und Wanduhren, die mit einer Miniatur-Orgel kombiniert erbaut wurden und von einer Stiftwalze gesteuert werden. Diese kleine Anekdote war nur ein Teil des vierten und letzten Konzerts aus der „Summertime“-Konzertreihe.

Im Mittelpunkt standen am Sonntagnachmittag die Kompositionen des deutschen Barock-Komponisten Philipp Heinrich Erlebach. Bei den drei Kantaten aus seiner Sammlung „Harmonische Freude musikalischer Freunde“ flossen der Gesang von Sopranistin Veronika Madler mit der Blockflöten- und Orgelbegleitung harmonisch ineinander. Dass der 1653 in Ostfriesland geborene Komponist und spätere Kapellmeister in Thüringen weniger bekannt ist, mag daran liegen, dass der größte Teil seiner mehr als 1000 Werke 1735 bei einem Schlossbrand vernichtet wurde, wodurch Erlebachs Musik fast in Vergessenheit geriet. Umso schöner war es, dass einige Stücke beim Sommerkonzert wieder in so harmonischer Besetzung zum Leben erweckt wurden.

Neben Sopranistin Veronika Madler, die seit eineinhalb Jahren in Hückeswagen lebt, waren auch die Flöten heimisch besetzt. Mit Beate Fiebig und Elvira Persian hatte Inga Kuhnert zwei ambitionierte Spielerinnen aus der eigenen Gemeinde gewinnen können. Die Kantorin griff auch selbst zur Flöte, wie bei „Ricercar“, einer Instrumentalkomposition der Renaissance. Bei dem einstündigen Musikgenuss wurden die Zuschauer auf eine musikalische Reise durch die Musikgeschichte geschickt. „Es war wunderbar. Vor allem, weil ich selber früher Blockflöte gespielt habe“, sagte eine Besucherin. Susanne Scheider hingegen war besonders beeindruckt von dem professionellen Gesang.

Zum Abschluss der sommerlichen Konzertreihe der Evangelischen Kirchengemeinde zeigte sich Inga Kuhnert sehr zufrieden. Einige Zuschauer hatten sogar alle vier Konzertabende besucht. „Die Konzerte wurden richtig gut angenommen“, freute sich die Kantorin, die bei drei der vier Konzerte involviert war. Begonnen hatte „Summertime“ mit einer Friedensmesse des Projektchors. Es folgte der Kammerchor Vokale mit traditionellen Volksliedern, wobei Pianist Eckhard Richelshagen Klavier-Improvisationen beisteuerte. Sehr gut besucht war auch das Gentle-Folk-Konzert der Hückeswagener Band No. 4 Mill Street. „Es war mir wichtig, die Programme unterschiedlich zu gestalten“, erklärte Inga Kuhnert, die eine Wiederholung der Reihe nicht ausschließt.

Bis Jahresende sind weitere musikalische Darbietungen in der Pauluskirche geplant: Der Projektchor wird am 30. September noch einmal die Friedensmesse singen. Beim Weihnachtsoratorium am 11. Dezember gibt es ein Wiedersehen mit Veronika Madler und „Vocale“.

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