Bühne

Virtuoser Tanz auf der Wersi-Orgel

Claudia Hirschfeld an ihrem „Orchester“ im Kultur-Haus Zach. Die drei Manuale wurden auf eine Leinwand hinter der Orgel übertragen.
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Claudia Hirschfeld an ihrem „Orchester“ im Kultur-Haus Zach. Die drei Manuale wurden auf eine Leinwand hinter der Orgel übertragen.

Claudia Hirschfeld begeistert im Kultur-Haus mit beschwingten Weihnachtsmelodien.

Vom Wolfgang Weitzdörfer

Es gehört fast schon zur Vorweihnachtszeit wie der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt: das Konzert von Claudia Hirschfeld mit ihrer großen, weißen Wersi-Orgel im Kultur-Haus Zach. War die patente und immer gut gelaunte Musikerin im Vorjahr noch mit Panflöten-Unterstützung gekommen, wurde sie am Freitagabend lediglich von ein paar Papp-Tannen auf der Bühne „unterstützt“, als sie mit dem schwungvollen „Sleigh Ride“ in ihr Weihnachtskonzert einstieg.

War das noch eine eher verspielte Angelegenheit mit vielen Soundeffekten, fuhr sie das ganz große Wersi-Orchester im Anschluss mit „Oh Come All Ye Faithful“ auf, jede Menge Streicher, Pauken und Trompeten inklusive. Ganz klar: Das musikalische Thema war Weihnachten. Und das zelebrierte Claudia Hirschfeld beim Tanz auf ihrer Wersi-Orgel mit humorvollen Comic-Soundeffekten bei „Santa Claus Is Coming To Town“ ebenso wie mit dem atmosphärischen Streichersound bei den gesetzteren und beinahe schon zumindest im Vergleich schweren und melancholischen Stücken, wie etwa Franz Schuberts „Ave Maria“. Wenn auch das in dieser sakralen Pop-Version wohl nicht jedermanns Sache gewesen sein dürfte. Handwerklich perfekter Kitsch ist aber manchmal auch richtig schön – vor allem in der Weihnachtszeit.

Kultur-Haus Zach sei für sie ihr zweites Wohnzimmer

Von weiterem Schwermut war indes vor allem bei den kurzweiligen Ansagen der Orgel-Königin nicht viel zu merken. Im Gegenteil, war sie noch als „äußert liebe Gästin“ von Stefan Noppenberger angekündigt worden, betonte sie selbst auch, dass sie sich auf das Konzert in Hückeswagen sehr gefreut habe. „Ich bin immer wieder sehr gerne hier, es ist beinahe so etwas wie mein zweites Wohnzimmer“, versicherte Claudia Hirschfeld.

Dann ließ sie erst einmal die Musik respektive die riesige, weiße Showorgel sprechen. Etwa mit einem Medley aus „Winter Wonderland“ und „White Christmas“ im Slow-Fox-Rhythmus. Damit man auch im Publikum genau mitverfolgen konnte, was die Musikerin hinter ihrem Orgel-Cockpit so anstellte, wurden die drei Manuale auf eine Leinwand hinter der Orgel übertragen. Und auch wenn die vielen, unterschiedlichen Sounds vom Computer erzeugt wurden, war es doch auf jeden Fall sehr eindrucksvoll, Claudia Hirschfelds Händen bei der Arbeit zuzusehen.

In der ersten Reihe hatte man zudem das Vergnügen, ihre Füße beim Tanz über die Basspedale zu beobachten. Ein echter Vier-Extremitäten-Job, dieses Orgelspiel. Das zurecht nach jedem Stück mit kräftigem Applaus der gut 50 Zuschauer belohnt wurde.

Dazu war natürlich von großem Vorteil, dass die Stücke durchweg bekannte Gassenhauer der populären Klassik und der Weihnachts-Popmusik waren. Etwa „Hark The Herald Angels Sing“, besser als „Gloria“ bekannt, oder das leicht angejazzte „The Christmas Song“. Jedes einzelne Stück kam beim Publikum bestens an, das mit Applaus alles andere als sparsam umging. Die Freude wiederum darüber stand Claudia Hirschfeld deutlich ins Gesicht geschrieben. Eine echte Weihnachts-Win-Win-Situation also.

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