Informationsabend

Verkehrswende auf dem Land soll mit „Push an Pull“ gelingen

Eine Möglichkeit, die letzte Meile zwischen einer ÖPNV-Haltestelle und dem Ziel zurückzulegen, ist der E-Scooter.
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Eine Möglichkeit, die letzte Meile zwischen einer ÖPNV-Haltestelle und dem Ziel zurückzulegen, ist der E-Scooter.

Hückeswagener ADFC hatte zu einem Informationsabend ins Kultur-Haus Zach eingeladen – Ohne Beschränkungen wird es nicht gehen.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wie kann die „Verkehrswende auf dem Land“ funktionieren? Zu diesem Motto hatte der Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zu einem Vortragsabend ins Kultur-Haus Zach eingeladen.

Albrecht Buscher vom Verkehrsclub Deutschland (VcD) wollte Antworten geben. Der Stadtplaner gab als Referenzrahmen die Pariser Klimaziele an. Wobei deutlich wurde, dass die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen im Verkehr eines der wichtigsten Themen war. Das müsse auch im ländlichen Bereich geschehen, forderte er.

„Ohne Auto ist man auf dem Land aufgeschmissen, auf dem Land funktioniert der ÖPNV doch nicht“, seien gängige Aussagen. Aber: Zehn Prozent der Menschen hätten kein Auto, 30 Prozent würden ihre Wege zu Fuß, mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Dennoch seien die CO2-Emissionen auf dem Land höher als in den Städten.

„Das Schlagwort heißt: Push and Pull. Beschränkungen beim Kfz-Verkehr, Verbesserungen bei Bus, Bahn und Radverkehr“, sagte der Stadtplaner. Eine zentrale Maßnahme seien Tempobeschränkungen – innerorts auf 30 km/h, außerorts auf 80, auf Autobahnen 130. „Es muss sich etwas in den Köpfen ändern. Wir müssen weg von den Panzern auf der Straße. Die sind ausgelegt für Crashs mit 180 – das brauchen wir nicht“, forderte Buscher. Ein unpopuläres Thema seien Parkgebühren. „Aber ein Auto ist ein Stehobjekt, das durchschnittlich 23 Stunden am Tag rumsteht – völlig kostenlos.“ Dazu gehöre auch ein gut aufgestellter ÖPNV. „Er kann Teil der Lösung sein, ein Minimum ist dabei ein Stundentakt bis 22 Uhr“, betonte der Referent.

Die Theorie scheitert aber oft an der Praxis. So berichtete Alfons Herweg vom örtlichen ADFC, dass er zweieinhalb Stunden zu seinem Arbeitsplatz in Wuppertal brauche. Dazu sagte Buscher: „Eine Möglichkeit sind E-Scooter, um die letzten Kilometer zwischen Zuhause und Bahnhof zu überbrücken.“ Irmgard Hannoschöck vermisste das Thema Carsharing. „Das ist richtig, aber für Carsharing braucht man eine gewisse Größe, damit es funktioniert – also zehn bis 20 Nutzer“, sagte Buscher. Wichtig sei, eine gewisse Grundauslastung zu haben. Denn das Auto müsse sieben bis acht Stunden am Tag unterwegs sein, um wirtschaftlich zu sein.

Klar wurde, dass durchaus Potenzial vorhanden ist, CO2 einzusparen. „Es ist ein wichtiges Thema, das wir uns auf jeden Fall vor die Brust nehmen“, versprach Bürgermeister Dietmar Persian.

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