Friedhof

Vandalismus oder Marder-Alarm?

Herausgerissene Pflanzen und umgestoßene Figuren auf dem Grab von Marina Glavas-McDonald.
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Herausgerissene Pflanzen und umgestoßene Figuren auf dem Grab von Marina Glavas-McDonald.

Ein Kindergrab auf dem Friedhof wurde in jüngster Zeit mehrfach verwüstet.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Erst vor kurzem hatten Jugendlichen auf dem Schulhof der ehemaligen Katholischen Grundschule an der Kölner Straße eine Party gefeiert und dabei Müll und Graffiti hinterlassen. Nur wenige Tage später wurde auf dem Friedhof eine Grabstätte verwüstet.

Marina Glavas-McDonald, die das Grab von ihrem Sohn und Ehemann liebevoll pflegt und gestaltet, ist bestürzt. „In drei Nächten hintereinander wurden Blumen herausgerissen und Figuren umgestoßen“, sagt die Hückeswagenerin. Von einem Blumen-Diebstahl geht sie nicht aus, da die Pflanzen mit Wurzelballen auf benachbarten Gräbern gefunden wurden. Geschockt von so viel zerstörerischer Energie verständigte Marina Glavas-McDonald Friedhofsverwalter Jochen Pier, Bürgermeister Dietmar Persian, das Ordnungsamt und die Polizei.

Die Polizisten sahen sich den Schaden vor Ort an und nahmen Anzeige gegen Unbekannt auf. Dass aber ein bestimmtes Grab gleich mehrmals hintereinander in Mitleidenschaft gezogen wurde, kam den Beamten seltsam vor. Und der Friedhofsverwalter hat keine weiteren Zerstörungen auf dem Friedhof festgestellt. „Zumindest hat sich keiner bei mir deswegen gemeldet“, gibt Pier an. Zwar komme es zwei- bis dreimal im Jahr vor, dass Blumen aus Vasen gestohlen werden. Das war bei dem betroffenen Grab jedoch nicht der Fall.

Der Friedhofsverwalter hat Wildtiere in Verdacht, die sich an den Pflanzen zu schaffen machen. „Zuerst dachte ich an Rehe, aber die hätten aufgrund ihres Gewichts Spuren im Torf hinterlassen“, nimmt Pier an. So rücken nun Marder als Verantwortliche für die Verwüstung in den Fokus der Ermittler. Hinterlassen sie doch keine großen Spuren, können aber kräftig buddeln.

Vorgekommen ist das unter anderem auf einem Friedhof im niederbayerischen Straubing. Dort wurden Gräber von Mardern regelmäßig heimgesucht. Eine Wildkamera brachte schließlich an den Tag, was die Verantwortlichen vermutet hatte: Die Schäden waren von Mardern verursacht worden. Mit ölgetränkten Lappen hatten die Besitzer der Gräber die Tiere wochenlang erfolgreich vergraulen können.

Am Grab wurde eine Wildkamera installiert

Auf dem Friedhof Am Kamp soll der Täter nun ebenso in flagranti erwischt werden. Friedhofsgärtner Dirk Blasberg hat dazu eine gut getarnte Wildkamera zur Verfügung gestellt. „Wir haben die Kamera am Grab positioniert, aber in der ersten Nacht wurde keine Bewegung aufgezeichnet“, berichtet Pier.

Bis Klarheit herrscht, wünscht sich Marina Glavas-McDonald mehr Kontrollen: „Hier besteht dringender Handlungsbedarf, und auch das Ordnungsamt sollte über den Friedhof gehen.“ Zudem fordert sie Kameras am Friedhofseingang. Laut Pier patrouilliert das Ordnungsamt bereits auf dem Friedhof – und jetzt, in der dunklen Jahreszeit und wegen der Randale auf dem Schulhof, verstärkt.

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