Feuerwehr

Unfall stellt sich als Alarmübung heraus

Feuerwehrleute des Löschzugs Stadt sorgten für einen Zugang zu dem im Wrack eingeklemmten „schwerverletzten“ Fahrer.
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Feuerwehrleute des Löschzugs Stadt sorgten für einen Zugang zu dem im Wrack eingeklemmten „schwerverletzten“ Fahrer.

Löschzug Stadt der Feuerwehr und Wipperfürther DRK übten in Winterhagen.

Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen. Die Szenerie war gespenstisch: überall Fahrzeuge mit Blaulicht, Scheinwerfern leuchteten die Unfallstelle an der Industriestraße aus. Im Mittelpunkt ein Autowrack, das sich in Höhe des Schrottrecycling-Unternehmens Bacher scheinbar um einen Laternenpfahl gewickelt hatte. Der Fahrer war schwer verletzt – so jedenfalls schien es auf den ersten Blick. Tatsächlich handelte es sich um eine gemeinsame Alarmübung der Hückeswagener Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Wipperfürth.

Um 19.43 Uhr war am Freitagabend der Alarm bei den Einsatzkräften des Löschzugs Stadt und des DRK eingegangen: Über Funk waren sie von der Kreisleitstelle zu einer sogenannten Emergency-Call-Auslösung alarmiert worden. Dabei verständigt der Notrufassistent eines „verunglückten“ Autos automatisch die Leitstelle und stellt eine Sprechverbindung zwischen dem Leitstellen-Disponent und der Fahrgastzelle her. „Über die übermittelten GPS-Koordinaten kann die Leitstelle dann gezielt Rettungskräfte zur Unfallstelle entsenden“, erläuterte die Feuerwehr.

Endgültige Planung der Übung war keine 24 Stunden alt

Der Freitagabend, 19.30 bis 21.30 Uhr, ist bei den Feuerwehrmännern und -frauen in Hückeswagen der wöchentliche Trainingsabend. Daher waren zwei Löschfahrzeuge des Löschzugs Stadt auf dem Weg nach Winterhagen, um sich die Räume eines neuen Industriebetriebs anzuschauen, wie Stadtbrandinspektor Karsten Binder auf Anfrage mitteilte. Während der Anfahrt erhielten die Feuerwehrleute über Funk von der Leitstelle den Hinweis, dass es an der Industriestraße einen Unfall gegeben hatte – mit dem Verweis darauf, dass es sich um eine Alarmübung handelt. Sebastian Krüger, Oberbrandmeister der Berufsfeuerwehr Leverkusen und zugleich Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Hückeswagen, hatte sie organisiert und spontan umgesetzt.

Die ersten Vorbereitungen waren schon weit im Vorfeld getroffen und unter anderem mit der örtlichen Wehrführung und der Leitstelle abgestimmt worden. Aber die endgültigen Planungen starteten erst etwa 24 Stunden vor dem Einsatz: „Es ist wichtig, dass der Kreis der Leute, die davon wissen, möglichst klein ist“, sagte Krüger. „Dann haben wir einen realistischen Übungseffekt, denn niemand kann sich auf die Situation einstellen.“ Bei einem realen Unfall sei das auch nicht anders.

Am Einsatzort fanden die Feuerwehrleute und Rettungssanitäter ein Autowrack vor, dessen Fahrer eingeklemmt war. Die Situation stellte sich so dar, dass der Fahrer aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Wagen verloren hatte und mit der Fahrerseite gegen einen Laternenmast geschleudert war.

Als Erstes sicherten und stabilisierten die Feuerwehrleute das Auto, damit es bei der Bergung des Schwerverletzten nicht wegrollt. Parallel wurde eine Öffnung über die Beifahrerseite geschaffen, damit die Rettungssanitäter die Erste Hilfe bei dem Patienten vornehmen und ihn anschließend versorgen konnten. Nach Rücksprache mit dem Rettungsdienst wurde der Fahrer mit Hilfe eines hydraulischen Rettungsgeräts über die Rücksitzbank und Heckklappe geborgen. „Zeitgleich liefen Maßnahmen zur Verkehrsabsicherung und Sicherstellung des Brandschutzes, wofür die Industriestraße zur Sicherheit aller Kräfte im betroffenen Bereich voll gesperrt wurde“, berichtete die Feuerwehr. Nach eineinhalb Stunden war die Übung beendet und die Straße wieder freigegeben.

Sebastian Krüger hatte im Vorfeld mit einem Kameraden der Wipperfürther Feuerwehr verschiedene Bewertungskriterien erarbeitet, anhand derer die Arbeit der Einsatzkräfte von Löschzug und Rettungsdienst überprüft werden konnten. „Ein solcher Einsatz ruht auf drei Säulen“, erläuterte der Berufsfeuerwehrmann.

Für die Sicherheit und Logistik, etwa die Absicherung der Unfallstelle, ist die Feuerwehr ebenso zuständig wie für die technische Rettung (etwa das Aufbrechen der Türen). Der Rettungsdienst legt derweil den Fokus auf die technische Rettung.

Krügers Fazit war positiv: „Es wurden keine Fehler gemacht, und die Kommunikation der Einsatzkräfte untereinander hat funktioniert.“ Noch am Ort des Einsatzes wurde am späten Freitagabend das Ganze mit allen Kräften besprochen. Die gemeinsame Alarmübung habe einmal mehr gezeigt, wie wichtig das regelmäßige Üben unter realistischen Bedingungen für das erfolgreiche Abarbeiten solcher komplexen und nicht alltäglichen Einsatzlagen sei, teilte die Feuerwehr später mit.

Hintergrund

Der verunglückte Wagen war in Wirklichkeit schon vor seinem „Unfall“ ein Wrack – die Firma Bacher hatte ein abgemeldetes Auto entsprechend als Unfallwrack präpariert und der Feuerwehr und dem DRK für die Übung zur Verfügung gestellt.

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