Sprachkurs

Ukrainer lernen Deutsch in der Kreuzkirche

Die Geflüchteten aus der Ukraine lernen in der Kreuzkirche Deutsch, die Kinder bekommen am Vormittagskursus pädagogische Betreuung – (hinten, v. l.): Kinderpflegerin Nicola Bley-Agusta, Jürgen Kindel, Mario Moritz, Gardy Meine, Peter Duppach und Hatice Sallamaci von der Wirtschaftsakademie Küster.
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Die Geflüchteten aus der Ukraine lernen in der Kreuzkirche Deutsch, die Kinder bekommen am Vormittagskursus pädagogische Betreuung – (hinten, v. l.): Kinderpflegerin Nicola Bley-Agusta, Jürgen Kindel, Mario Moritz, Gardy Meine, Peter Duppach und Hatice Sallamaci von der Wirtschaftsakademie Küster.

Stadt bietet mit Gotteshütte, Wirtschaftsakademie Küster und der freien Kirchengemeinde Kurse mit Kinderbetreuung an.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Sprachkurse sind ein wichtiger Schritt in Richtung einer gelungenen Integration. Nur über Kommunikation kann ein Miteinander funktionieren. Daher ist es besonders wichtig, dass auch die Menschen, die im Zuge des russischen Kriegs gegen die Ukraine aus ihrer Heimat geflüchtet sind, dieses Angebot in der Schloss-Stadt bekommen können. Ergänzend zum Spracherwerb muss aber auch die Kinderbetreuung gewährleistet sein. Vor allem, weil ein Großteil der Geflüchteten junge Mütter mit ihren kleinen Kindern ist. Dabei ist gerade das Thema Kinderbetreuung mit enormen bürokratischen Hürden versehen. Zumindest dann, wenn die Kombination aus Sprachkursus und Kinderbetreuung über ein Brückenprojekt des Landes NRW finanziert wird – wie das in Hückeswagen der Fall ist.

Denn hier müssen sowohl in der Sprachlehre als auch der Kinderbetreuung gewisse Kriterien erfüllt werden. „Das Problem ist, dass nur Fachkräfte mitarbeiten dürfen. So können nicht einfach Deutschlehrer unterrichten, sie brauchen zusätzlich eine BAMF-Zulassung“, sagt Peter Duppach, Geschäftsführer der Wirtschaftsakademie Küster aus Solingen, die sich um die Sprachkurse kümmert. „In der Kinderbetreuung muss auch als Mindestkriterium die Ausbildung als Tagesmutter vorliegen“, betont Jürgen Kindel von der Gotteshütte. Das Hückeswagener Jugend- und Sozialwerk sorgt für die Kinderbetreuung. „Es gab diese Kombinationskurse schon ab 2015, damals mit Tertia“, berichtet Mario Moritz von der Stadtverwaltung. „Die konnten sie nicht weiter übernehmen, und da wir mit der Gotteshütte im OGS-Bereich sehr gut zusammenarbeiten, haben wir die Zusammenarbeit auf die Deutschkurse ausgeweitet.“

Bei den Tertia-Kursen habe sich gezeigt, dass die beteiligten Frauen die Deutschkurse sehr erfolgreich abgeschlossen hätten. „Sie leiten heute oft die Familiengeschicke“, sagt Moritz. Daher sei man in der Stadtverwaltung auch sehr dankbar, dass sich diese Möglichkeit nun auch für die Geflüchteten aus der Ukraine biete.

Die Kurse finden in den Räumen der Kreuzkirche statt. Für Gardy Meine, die stellvertretende Gemeindeleiterin, ist es selbstverständlich, diese zur Verfügung zu stellen. „Seit August gibt es einen Nachmittagskurs ohne Kinderbetreuung, seit Mitte November nun auch endlich einen mit Kinderbetreuung. Ich finde es schlimm, dass die bürokratischen Hürden dafür so groß sind.“ Das entspreche nicht der Flexibilität, die nötig sei, um schnell Hilfe leisten zu können.

Die Kinder zählen schon die Treppenstufen auf Deutsch mit

Eine der Mitarbeiterinnen, die sich um die Kinderbetreuung kümmert, ist die Kinderpflegerin Nicola Bley-Agusta: „Wir haben hier einen schönen Raum mit Spielsachen für die Kinder.“ Es gehe darum, ihnen die Eingewöhnungsphase in die neue Umgebung zu erleichtern. „Wir sind zu zweit, der Betreuungsschlüssel ist: eine Fachkraft für maximal fünf Kinder“, sagt Nicola Bley-Agusta. Das sei auch der Grund für die Verzögerung, meint Kindel. „Denn der Markt ist leer. Es ist im Moment absolut nicht einfach, Fachkräfte zu finden“, klagt der Leiter des Fachbereichs Betreutes Wohnen bei der Gotteshütte. „Die Kurse dauern sieben Monate und finden von Dienstag bis Freitag statt – sowohl vormittags als auch im nachmittags“, sagt Gardy Meine. Am Montag seien die Räume von der Gemeinde belegt, hier werde aber eine Lösung gesucht.

Während beim Sprachkursus klar ist, was gelehrt und gelernt werden solle, ist das im pädagogischen Bereich nicht so eindeutig. „Im Mittelpunkt steht hier der pädagogische Gedanke – die Eingewöhnung, die sozialen Kontakte untereinander, der niederschwellige Einstieg in die Integration“, erläutert Kindel. Kinder würden schnell lernen, versichert die Kinderpflegerin. „Sie zählen jetzt schon die Treppenstufen auf Deutsch mit. Mit den Eltern kommunizieren wir entweder mit Händen und Füßen oder mit der Übersetzungs-App. Aber bei den Kindern sieht man die Fortschritte wirklich sehr schnell.“

Der nächste Schritt könnte die Mädchen und Jungen dann in Schule und Kindergarten führen. „Die Kinder, die wir hier in der Betreuung haben, sind zwischen etwas über einem Jahr und knapp drei Jahren alt“, sagt Nicola Bley-Agusta.

Hintergrund

Fortsetzung: Der nächste Kursus mit Kinderbetreuung wird wohl im Juni 2023 starten. Da die Kapazitäten in der Kreuzkirche Platz für bis zu 15 Kinder bieten, sind entsprechend der Regularien drei Fachkräfte nötig.

Bewerbung: Daher ruft Jürgen Kindel vom Jugend- und Sozialwerk Gotteshütte dazu auf, sich für die Mitarbeit zu bewerben. Mindestvoraussetzung ist die Befähigung, als Tagesmutter zu arbeiten.

Kontakt: Tel. (02192) 920023 oder E-Mail an

juergen.kindel@gotteshuette.de

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