Telefonzellen-Bibliothek: Hückeswagener genießen den Austausch

"Ich finde das ideal hier." Hildegard Ertel ist eine von vielen Fans der Telefonzellen-Bibliothek im Foyer vor dem Bürgerbüro. "In der Stadtbücherei war ich, ehrlich gesagt, schon länger nicht mehr. Dieses Angebot hier nutze ich aber regelmäßig. Die Hückeswagenerin liest gerne Romane, in denen reale Schicksale erzählt werden. "Und natürlich auch Krimis." So hat sie sich erst kürzlich vor ihrem Urlaub mit Lektüre eingedeckt, die sie in der roten Telefonzelle entdeckt hat.

Sie ist nicht die Einzige, die die rote "Bücherzelle" nutzt. Auch Kai Berger stöbert gerne mal darin rum. "Wir bringen immer wieder mal Bücher hierhin, auch Kinderbücher. Und meistens findet man ja auch interessante Lektüre so im vorbeigehen. Das gefällt mir", erzählt er und räumt ein: "Meistens tauscht meine Frau Nicole die Bücher in der Telefonzelle."

"Ich höre auch überwiegend positive Resonanz", sagt die Leiterin der Stadtbibliothek auf Anfrage. Seit März 2010 steht die rote englische Telefonzelle in der Glashalle. Andrea Poranzke hatte von einem ähnlichen Projekt gelesen. Die Idee: Jeder, der ein Buch zum Lesen mitnimmt, stellt ein eigenes hinein. So findet ein Austausch statt.

"Taschenbücher, die man einmal gelesen hat, liegen ja doch meist nur im Regal. Dann bringe ich sie lieber hierher, dann haben noch andere etwas davon."

Hildegard Ertel

Werbung
Werbung

Das funktioniert, wie Beate Breidenbach versichert. Allerdings schaut Brigitte Lohmann, Mitarbeiterin der Stadtbücherei, einmal monatlich nach dem Rechten, säubert die Zelle bei Bedarf, entsorgt nicht mehr lesbare Exemplare und stellt neue hinein, die in der Stadtbibliothek durch Schenkungen mehrfach vorhanden sind. "Außerdem kümmert sich noch ein Mitglied des Freundeskreises Stadtbibliothek um die Telefonzelle." Denn manche Literaturfreunde verwechseln das Angebot wohl und entsorgen ihre alten Bücher dort. Es ist sogar schon vorgekommen, dass sich Zeitgenossen fröhlich an den Büchern bedienten, um sie anschließend im Internet zum Verkauf anzubieten.

"Die bekamen dann einen bösen Brief", erzählt Beate Breidenbach. Die Mitarbeiter des Bürgerbüros werfen schon mal einen Blick auf die Telefonzelle. "Im Großen und Ganzen funktioniert das aber sehr gut", so die Bibliotheksleiterin.

Hildegard Ertel ist eine von denen, die die Telefonzellen-Bücherei so nutzen, wie gedacht: Sie bringt Bücher und nimmt welche mit. "Taschenbücher, die man einmal gelesen hat, liegen ja doch meist nur im Regal. Dann bringe ich sie lieber hierher, dann haben noch andere etwas davon." Sie hat schon diverse Bücher in der Telefonzelle getauscht. "Man findet eigentlich immer was Interessantes." Außer vor der Urlaubszeit. Dann sei das Angebot doch eher ausgedünnt.

Auch interessant

Kommentare zu diesem Artikel