Wahrzeichen muss saniert werden

Teil der Paulusmauer steht vor dem Zerfall

Kirchbaumeister Friedhelm Selbach weist auf die schadhaften Stellen des 30 Meter langen Mauerstücks unterhalb der Pauluskirche hin.
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Kirchbaumeister Friedhelm Selbach weist auf die schadhaften Stellen des 30 Meter langen Mauerstücks unterhalb der Pauluskirche hin.

Evangelische Kirchengemeinde muss Stützmauer unterhalb des Gotteshauses sanieren lassen.

Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen. Die Pauluskirche ist für Hückeswagen in etwa das, was der Dom für Köln ist – ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt. Und noch etwas haben die beiden Kirchenbauwerke gemeinsam: Ständig wird an ihnen saniert. So erhielt die Pauluskirche 2018 ein neues Dach und wurden im Inneren in den vorigen beiden Jahren der Altar und die Orgel aufwendig und mit hohen Kosten saniert. Da nehmen sich die 5500 Euro für die Erneuerung der Sakristei geradezu bescheiden aus. Doch die bevorstehende Sanierung der zur Bachstraße hin gelegenen Stützmauer unterhalb der Kirche wird den Haushalt der Evangelischen Kirchengemeinde nach einer ersten Schätzung mit gut 270.000 Euro belasten.

Neuer Anstrich hebt Mauernische hervor

Die Sakristei, der kleine Raum hinter dem Altar, war nicht mehr zeitgemäß: Hier befanden sich veraltete Möbel und ein Sammelsurium, wie Kirchbaumeister Friedhelm Selbach berichtet. Inzwischen wurden das Mobiliar, die Küchenzeile und der kleine Tisch vor dem Fenster, aus dem das Schloss zu sehen ist, erneuert. Der Raum wurde gestrichen und elektrotechnisch auf neuen Stand gebracht. So wurde die gesamte Technik für die Lautsprecheranlage der Pauluskirche, deren Glockenanlage sowie für das Streamen der sonntäglichen Gottesdienste per Internet, das vor allem bei vielen älteren Gemeindegliedern großen Anklang gefunden hat und daher auch über die Corona-Pandemie hinaus betrieben werden soll, in einem Schrank zusammengeführt.

Durch den Anstrich ist nun auch die mit einem schmiedeeisernen Gitter verschlossene Mauernische hervorgehoben worden, in dem der Kelch und die Kanne für das Abendmahl untergebracht sind. Hückeswagener Handwerker hatten die Sanierung und Modernisierung in den Sommermonaten ausgeführt.

Die nächste Aufgabe, der sich der Kirchbaumeister widmen muss, ist weniger eine Schönheitsreparatur. Hier geht’s vielmehr um die Sicherheit: Ein etwa 30 Meter langes Teilstück der Paulusmauer unterhalb der Kirche ist in einem sehr schlechten Zustand. Abgesehen von dem Zaun, dessen Elemente teilweise stark verrostet sind, ist das Mauerwerk alles andere als stabil. Es hält die Böschung – aber wie lange noch? Daher muss die Gemeinde hier schnellstmöglich Hand anlegen. Friedhelm Selbach geht von Sanierungsarbeiten im kommenden Frühjahr aus. Wobei es letztlich darauf ankommt, welche Firmen beauftragt werden könne und wann diese Zeit haben. Die Ausschreibung jedenfalls soll noch dieses Jahr herausgehen. Denn es muss sich bald etwas tun, ist doch die Substanz der Mauer schlecht – und vor der Mauer befindet sich ein Parkplatz, auf dem regelmäßig Autos abgestellt werden.

204.000 Euro muss dieGemeinde selbst stemmen

Innerhalb des Presbyteriums waren Stimmen laut geworden, die aus Kostengründen statt der Bruchstein- eine Betonmauer in diesem Bereich vorschlugen. „Der Gutachter unseres Ingenieurbüros ist aber zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine kostengünstigere Lösung gibt“, betont Selbach. Der Kirchbaumeister hat 270.000 Euro als Gesamtkosten für die Mauersanierung ermittelt, allerdings vorbehaltlich der bodentechnischen Untersuchungen. Seitens der Bezirksregierung Köln hat die Kirchengemeinde bereits eine Förderzusage von 64.000 Euro erhalten, die Anfrage bei der Stiftung Denkmalpflege dagegen war erfolglos. Bleibt noch ein Rest von aktuell 204.000 Euro, den die Gemeinde selbst stemmen müsste. „Wir haben dafür andere Maßnahmen erst einmal aus dem Haushalt genommen und überlegen, ob wir wieder Spendenaktionen planen“, sagt Selbach.

Die Bauarbeiten an sich werden jedoch „eine große Herausforderung“, wie der Kirchbaumeister vor allem mit Blick auf den vier Meter hohen Bereich zum Nachbarhaus andeutet. Immerhin gibt es doch etwas Positives für die Kirchengemeinde: Die restliche Mauer samt Zaun um die Pauluskirche herum ist noch in einem solchen Zustand, dass eine Sanierung fürs Erste nicht anstehen dürfte.

Sakristei

Vor dem Gottesdienst: Die Sakristei ein Raum der Stille und Besinnung. Hier treffen sich vor einem Gottesdienst der Pfarrer mit der Kantorin und dem Lektor – ein  Mitglied des Presbyteriums, das die Besucher begrüßt und die Schrift vorliest – zu einem kurzen Gebet und um die letzten geistlichen Vorbereitungen vorzunehmen.

Nach dem Gottesdienst: Zwei Presbyter schütten das gesammelte Geld in eine Zählmaschine. Die ermittelte Summe wird ordnungsgemäß in das Kirchenbuch eingetragen, die Münzen und Scheine kommen in eine Kassette. Diese wird verplombt und dann zur Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen gebracht.

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