„Grimm – Kein Märchen!“.

Die Gebürder Grimm sind nicht nur Märchenerzähler

Das Leben der Gebrüder Grimm brachte das Ensemble der Burghofbühne Dinslaken auf die Bühne. Ein fesselndes Spiel, das auch die legendäre Zettelwirtschaft der Brüder mit einbaute.
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Das Leben der Gebrüder Grimm brachte das Ensemble der Burghofbühne Dinslaken auf die Bühne. Ein fesselndes Spiel, das auch die legendäre Zettelwirtschaft der Brüder mit einbaute.

Burghofbühne Dinslaken zeigte in Radevormwald ein Stück über das Leben der Brüder.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Die Gebrüder Grimm halten Einzug auf der Bühne. Im wahrsten Sinne des Wortes. Umzugskartons stapeln sich. „Grimm – kein Märchen!“ hieß es am Mittwoch im Bürgerhaus am Schlossmacherplatz. Die Burghofbühne Dinslaken gastierte in Radevormwald.

Das Stück geht ein auf das Leben der Gebrüder Grimm. Ihre Umzüge, ihr Wirken an vielen Orten, ihr Verhältnis zu Verwandten und zu Freunden. „Für unsere Bühne war diese Inszenierung schon länger ein Thema“, verriet Verena Caspers, Dramaturgie-Assistentin, in der Einführung, die vor der Aufführung am Abend stattfand.

Jedoch gab es keine Bühnenvorlage. „Wir haben uns dann für eine eigene Stückentwicklung entschieden“, erklärte Caspers. Helmut Köpping hat mit Dramaturgin Nadja Blank das Stück erarbeitet. Er hat auch die Regie inne. Mit hineingeflossen sind Ideen des Ensembles, erklärt Verena Caspers.

Jacob und Wilhelm Grimm waren mehr als Märchensammler, sie waren Sprachforscher, Mitbegründer der Germanistik als Forschungsfach und Initiatoren des deutschen Wörterbuches. Sie gehörten den „Göttinger 7“ an, einer Gruppe von Professoren, die protestierten, als 1837 die liberale Verfassung im Königreich Hannover aufgehoben wurde.

Das Stück stellt das Leben der Gebrüder Grimm in den Mittelpunkt – das Ensemble der Burghofbühne nimmt die Besucher und Besucherinnen am Abend dabei mit auf eine Reise durch Epochen. Die Gebrüder Grimm kommen selbst zu Wort. Dann ein Szenenwechsel in die Gegenwart: Der Zeitsprung erlaubt die Sicht auf das Brüderpaar aus heutiger Zeit.

Von den schnellen Wechseln wird das Publikum eingefangen

Gerade noch erklärt Jacob, dass er Wilhelms Frau als eine Art Mutter ansieht. Carl verrät, dass er eigentlich ein Experimentalkünstler sei. Dann sind die Akteure im Hier und Jetzt, sind Schauspieler und Schauspielerinnen im Casting, berichten über ihre persönlichen Märchenerinnerungen, über ihre Bilder im Kopf zu „Hänsel und Gretel“ und Co.

Dann werden die Märchen präsent, die Akteure auf der Bühne zu Märchenfiguren. Rumpelstilzchen tanzt über die Bühne, das Ensemble taucht in die Geschichte von Schneewittchen ein. Ein weiterer Szenenwechsel führt zurück in Grimmsche Zeiten. Zettel fliegen durch die Luft – eine Anspielung an die legendäre Zettelwirtschaft der beiden Brüder.

Ein fesselndes, vielschichtiges Spiel. Von den schnellen Wechseln wird das Publikum eingefangen. Die Besucher lernen viele Facetten der Brüdern Jacob (Markus Penne) und Wilhelm (Arno Kempf) kennen. Ihnen begegnen außerdem die weiteren Grimm-Geschwister Ferdinand (Matthias Guggenberger) und Carl (Jan Exner) sowie Dorothea (Christiane Wilke), Wilhelms Frau, die den Haushalt zusammenhält.

Eine große Rolle im Hause Grimm spielt auch Bettine von Armin (Norhild Reineke) - die Freundin, die als Influencerin und Netzwerkerin des 19. Jahrhunderts die Brüder unterstützt.

Das Bühnenbild kommt als Museumsraum daher (Requisite: Manuel Kolip), das Spiel erfüllt den Raum mit Leben. Unterstützt von einer Projektionswand im Hintergrund, auf der kurze Sequenzen eingespielt werden. Musikeinspielungen untermalen das Bühnengeschehen.

Am Abend wird klar: Die Gebrüder Grimm haben nicht nur Märchen gesammelt, sie haben auch wissenschaftlich und politisch gewirkt – und etwas bewirkt. Der Titel „Gebrüder Grimm – kein Märchen!“ könnte nicht passender gewählt werden.

Hintergrund

Präsentiert wurde der Abend vom Radevormwalder Kulturkreis. Das nächste Stück wird am Mittwoch, 14. Dezember, im Bürgerhaus gezeigt. Das Landestheater Detmold zeigt „Ein Teil der Gans“. Beginn ist um 19.30 Uhr, eine Einführung ins Stück gibt es um 19.10 Uhr. Karten und Infos in der Stadtbücherei.

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