Steffenshagen

Stimmungsvoller Gottesdienst im Pferdestall

Beim Gottesdienst im Pferdestall Steffenshagen begleitete Pfarrer Reimund Lenth den Chor auf der Gitarre.
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Beim Gottesdienst im Pferdestall Steffenshagen begleitete Pfarrer Reimund Lenth den Chor auf der Gitarre.

Auch Pony, Kalb und Schaf verfolgten die Veranstaltung für Kinder in der Halle des Reitvereins RZB Lohmann in Steffenshagen.

Von Maren Panitz

Hückeswagen. Für Reitstallbesitzer Bernd Lohmann war die Ausrichtung des Adventgottesdienstes eine Herzensangelegenheit. „Ich finde es so wichtig, dass wir alle in diesen schweren Zeiten einmal bewusst etwas richtig Schönes erleben“, erklärt der Veranstalter. Seit zwei Jahren steht er mit den Evangelischen Kirchengemeinden aus Hückeswagen und Bergisch Born in Kontakt, um einen Weihnachtsgottesdienst in seiner Reithalle zu organisieren.

Pastorin Anke Mühling und Pfarrer Reimund Lenth zeigten sich von Anfang an begeistert für diese Idee, einen weihnachtlichen Kindergottesdienst mit lebenden Tieren in der schlichten Reithalle auszurichten, „Hier haben wir eine unvergleichlich natürlichere Umgebung als in einer geschmückten Kirche“, beschrieb Pastor Lenth von der Evangelischen Kirchengemeinde die rustikale und kalte Gottesdienstatmosphäre. Mit dem Vergleich auf die bescheidene  Ausstattung der Reithalle hob er hervor, dass schließlich Jesus zu seinen Lebzeiten auch nicht auf einem teuren Schlachtross, sondern stets auf einem genügsamen Esel durch die Lande geritten sei.

Am Freitagnachmittag versammelten sich um 17 Uhr rund 250 Gottesdienstbesucher – vom Säugling bis zum Teenager zusammen mit Eltern und Verwandten – rund um den hallenhohen Weihnachtsbaum, der zusammen mit einigen Kerzen die einzige Lichtquelle für die stimmungsvoll geschmückte „Reithallenkirche“ bot. Als Sitzgelegenheit standen Biergartenbänke bereit. Die Kanzel der beiden Pastoren bestand aus einem einfachen Holzverschlag. Nicht pompöse Orgelmusik, sondern die klangvolle Gitarre von Pfarrer Lenth begleitete den Besucherchor bei dem inbrünstig gesungenen Wunsch: „Wir wollen Frieden!“

Nicht nur die vielen Kinder aller Altersgruppen, auch die lebendigen Tiere in der Holz- und Strohkrippe lauschten wiederkäuend und raschelnd der Weihnachtsbotschaft von Pfarrerin Anke Mühling: „Wir sitzen hier gerade einmal eine halbe Stunde lang mit kalten Füßen und Händen. Wir können nur ahnen, wie schlimm der Winter für die Menschen in der Ukraine in deren ungeheizten Wohnungen sein muss“, gab sie zu bedenken. Aber sie gab auch allen Zuhörern den Wunsch mit auf den Weg: „Wir wollen Hoffnung im Herzen mit aus diesem Gottesdienst herausnehmen.“

Für die Kinder gestaltete sich die etwa 30-minütige musikalische Adventpredigt deutlich kurzweiliger als in einer Kirche. Sie mussten ja nicht zwanghaft in den Bänken still sitzen, sondern beschäftigten sich hauptsächlich mit den kleinen Ponys, den Kälbchen, Kaninchen und Schafen, die an diesem Abend für viele Kinder sowieso die Hauptattraktion darstellten.

„Ich mag die Musik und die Tiere hier in der Halle. So ein Gottesdienst ist viel spannender als in der Kirche“, stellte die achtjährige Caroline Pleuser fest. Und ihre ebenfalls achtjährige Freundin Lia Burghoff überlegte: „Wenn ich hier mit den Tieren schmuse, dann denke ich daran, dass ja auch das Christkind in einer Krippe mit Stroh geboren worden war.“

Bernd Lohmann zeigte sich von der Resonanz des Gottesdienstes überwältigt. „Manch eine Dorfkirche würde sich über diese Besucherzahlen freuen“, meinte er zur Anzahl der Gäste.

Für den Heimweg gab es eine Nikolaustüte

Der Reitstallbesitzer konnte auch bei dieser Veranstaltung wieder auf sein bewährtes treues Mitarbeiterteam zählen. „Aus der Stallkasse spendieren wir den erwachsenen Gästen einen Glühwein und die Kinder bekommen von unserer Stallgemeinschaft für den Heimweg eine kleine Nikolaustüte“, erzählte Helferin Nicole Drössiger. Sie verriet auch, dass die feierliche Adventsfeier nach der Andacht noch weitergehen würde.

Denn die Reitergemeinschaft rund um Bernd Lohmann hatte für den Freitagabend im Anschluss die interne Stallweihnachtsfeier geplant. „Die Reiter haben für uns eine Weihnachtsquadrille mit Lichterketten einstudiert, und der Weihnachtsmann wird die kleinen Kinder auf seiner Kuh überraschen“, sagte Nicole Drössiger.

Ukraine-Hilfe

Das Geld, das bei diesem Reitergottesdienst gesammelt wurde, soll in diesem Jahr an bedürftige Familien in der Ukraine gespendet werden. „Wir haben tatkräftige Organisatoren direkt vor Ort, die dafür sorgen, dass die Winterhilfe auch gezielt an die gebeutelten Familien verteilt wird“, erklärte Pastorin Anke Mühling.

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