Heilige Drei Könige

Sternsinger sorgen für Freude

Die Sternsinger Johanna, Sophia und Max (v.l.) sammeln Geld für bedürftige Kinder auf der ganzen Welt. Auch Margit Söhnchen in Elberhausen spendet gerne für den guten Zweck.
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Die Sternsinger Johanna, Sophia und Max (v.l.) sammeln Geld für bedürftige Kinder auf der ganzen Welt. Auch Margit Söhnchen in Elberhausen spendet gerne für den guten Zweck.

In Sophia, Johanna und Max ziehen in ihren Königsgewändern durch die Außenortschaften.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. In der Elberhausen werden die Sternsinger-Kinder schon erwartet. Und das nicht nur, weil sie ihren Besuch mit Zetteln in den Briefkästen angekündigt haben. „Wir machen das schon seit mehreren Jahren, und bis auf die Bewohner eines Hauses geben alle etwas“, sagt Miriam Müller.

Zur Sternsinger-Gruppe zählen ihre Töchter Johanna (8) und Sophia (10) sowie Max (8) und dessen Mutter Linda Vesper. Ihr Gebiet ist groß und reicht von Heide über Am Pfaffenbusch bis Steinberg und Elberhausen. An drei aufeinanderfolgenden Tagen ziehen sie je zwei bis drei Stunden von Haus zu Haus, um Geld für die diesjährige Sternsinger-Aktion unter dem Motto „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“ zu sammeln.

Warum sie sich bei Wind und Wetter auf den Weg machen, wissen die Kinder genau: „Wir sammeln Geld für die Kinder in Indonesien“, sagt Johanna Müller. Von der katholischen Kirchengemeinde wurden sie über den Sinn und Zweck der Geldsammlung aufgeklärt und bekamen auch einen kleinen Film über Indonesien zu sehen. „Die Kinder wohnen und spielen da an den Gleisen, was sehr gefährlich ist. Sie können von den Zügen mitgerissen und überfahren werden“, berichtet die Achtjährige von dem, was ihr besonders im Gedächtnis geblieben ist. Die Anwohner von Elberhausen kennen die Besucher schon: Die Familie Müller wohnt in Heide, Linda Vesper ist in Elberhausen aufgewachsen. Auf dem Weg kommt Max auch am Haus seiner Großeltern vorbei. „Für die Kinder dieser Erde“, singt das Königstrio, als Margit Söhnchen die Tür ihres Fachwerkhauses öffnet. „Es ist schön, dass die Sternsinger hier vorbeikommen – und es ist für eine gute Sache“, freut sich die Anwohnerin und steckt einen Geldschein in die goldene Sammeldose. Im Anschluss gibt es von den Kindern noch einen Dankesspruch und natürlich den Segen 20*C+M+B+23, der für „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) steht, als Aufkleber für die Tür.

Nach den Corona-Jahren 2021 und 2022, in denen das Sternsingen nur auf Abstand oder gar nicht möglich war, freuen sich die Anwohner über den persönlichen Besuch. Die Kinder der Familie Siering stehen schon am Fenster und sind ganz aufgeregt, weil sie Sorge haben, die Sternsinger zu verpassen. „Das ist ja wie bei Sankt Martin“, vergleicht der Familienvater den Besuch der singenden Sternsinger.

Denn in der Außenortschaft ist das Martinssingen sehr beliebt. „Wir sind oft eine Gruppe von 20 oder 25 Kindern“, berichten Linda Vesper und Miriam Müller. Sabine Kanitz läuft der Gruppe beim Weiterziehen noch hinterher, um persönlich etwas in die Spendenkiste zu stecken. „Ich bin gerade erst von der Arbeit gekommen. Es ist schön, dass man jetzt wieder persönlich Geld spenden kann“, sagt die Anwohnerin.

In Steinberg haben Johanna, Sophia und Max weniger Glück, da niemand der Anwohner zuhause ist. Dort hinterlassen sie die Segenstüten mit einem Informationsbrief, den Segen und den Kontodaten für eine Spende per Überweisung.

Für Johanna und Max zählt der Einsatz als Sternsinger zur Vorbereitung auf die Erstkommunion, so wie für alle 16 Hückeswagener Kinder, die sich derzeit auf ihre Kommunion vorbereiten. Sie drei Tage lang bei Laune zu halten, ist nicht immer leicht. „Wir sind auch schon bei Schneesturm unterwegs gewesen“, erinnert sich Linda Vesper. Für die Kinder gibt es dann kleine Aufwärmpausen oder auch eine warme Hühnersuppe zur Stärkung. An den Haustüren werden ihnen ab und zu Lutscher und Schokolade angeboten.

„Der Zuspruch motiviert die Kinder natürlich“, sagt Miriam Müller. Sie weiß, dass der Einsatz als Sternsinger den Kindern einiges an Engagement abverlangt. „Ich finde es aber wichtig, dass die Kinder so etwas machen. Denn wir leben hier wie die Made im Speck und können daher auch ein Opfer bringen und von Haus zu Haus ziehen.“ Und als würden die Kinder von ganz oben belohnt, reißt sogar die Wolkendecke auf und einige Sonnenstrahlen kommen durch, wodurch die selbstgebastelten goldenen Kronen noch stärker glitzern. Die Geschwister unterstützen sich auf ihrem Weg auch gegenseitig. „Wenn dir die Sammeldose zu schwer ist, können wir auch mal tauschen“, bietet Johanna ihrer Schwester an. Doch Sophia lehnt dankend ab: „Sie ist keine Belastung für mich“, sagt sie, bevor sie an der nächsten Haustür klingelt.

Vom Aussendungsgottesdienst am vergangenen Donnerstag bis einschließlich Sonntag sind die Sternsinger in der Schloss-Stadt unterwegs. „Da einige Kinder erkrankt sind, werden auch noch nächste Woche Segensbriefe verteilt“, kündigt Gemeindereferentin Jutta Grobe an, die die Sternsinger-Aktion organisiert und betreut. Die Segensbriefe liegen auch im Pfarrbüro und im Eingangsbereich der Pfarrkirche aus.

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