Katastrophenschutz

Starkregen-Auswirkung simulieren

Der Fahrer dieses Wagens war im Hochwasser auf der Bevertalstraße steckengeblieben.
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Der Fahrer dieses Wagens war im Hochwasser auf der Bevertalstraße steckengeblieben.

Auch Privatleute können Infos über das Geoinformationssystem FluGGS abrufen.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Es liegt in der Natur der Sache, dass in der Folge von Katastrophen jeglicher Art für die Zukunft Vorkehrungen getroffen sowie Wiederholungsfälle möglichst verhindert werden sollen und müssen. Ein nach wie vor präsentes Beispiel ist die Hochwasserkatastrophe von Juli 2021. Im Behördendeutsch ist dann die Rede von der „Starkregenvorsorge“. In der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses für die Betriebe Abwasserbeseitigung und Freizeitbad wurde in diesem Zusammenhang die just fertiggestellten Starkregen-Hinweiskarten vorgestellt, die im Geoportal FluGGS (FlussGebietsGeoinformationsSystem) des Wupperverbands eingestellt wurden. Erstellt wurden die Daten vom Ingenieur-Büro Fischer Teamplan in Abstimmung mit der Bezirksregierung in Köln.

„Man kann darin drei verschiedene Starkregen-Szenarien auf Hückeswagener Stadtgebiet durchspielen“, erläuterte Frank Kießling vom Tiefbauamt der Stadt. Dabei handele es sich um Regenereignisse, die statistisch gesehen alle 50 oder 100 Jahre auftreten würden – so wie jenes mit 90 Millimeter Niederschlag pro Stunde von vorigem Juli. „Bemerkenswert an dieser Konstellation ist, dass dieses Extremereignis eine statistische Wahrscheinlichkeit von einem Auftreten alle 2800 Jahre hatte“, betonte Kießling.

Der Verwaltungsmitarbeiter zeigte den Ausschussmitgliedern die Funktionalität der Karte in Echtzeit. „Natürlich liegen zwischen Theorie und Praxis auch in der Wasserwirtschaft zwar nicht Welten, es gibt aber in den Auswirkungen auf jeden Fall Unterschiede zwischen Starkregen- oder Hochwasserereignissen“, erläuterte Kießling. Es seien letztlich Warnstufen, über die man – auch als Privatperson – das eigene Umfeld ansehen könne. „Der Sinn ist, dass jeder Bürger die Gefährdungslage des eigenen Hauses betrachten kann.“

Das Angebot des Wupperverbands sei eine Ergänzung zu anderen Informations- und Warnsystemen, die es auch von Kreis und Land gebe. „Unsere Karten sind etwas detaillierter als etwa jene vom Land“, versicherte Frank Kießling.

Das Einpflegen der Daten durch die Stadtverwaltung sei landesweit vergleichsweise früh geschehen, wie Bauamtsleiter Andreas Schröder betonte. „Solingen war zum Beispiel noch früher dran. Fluggs verarbeitet öffentlich sichtbare Daten und zeigt diese dann an.“

Allerdings seien zunächst keine Updates der Daten geplant. So sei etwa das künftige Neubaugebiet „Eschelsberg“ noch in seinem ursprünglichen Zustand als Wiese zu sehen. „Der Aufwand für die Erhebung der Daten ist zu hoch, als dass dies in einem jährlichen Turnus gemacht werden könne“, sagte Schröder.

Hintergrund

Das FlussGebietsGeoinformationsSystem (FluGGS) ist das webbasierte Geographische Informationssystem des Wupperverbandes. Hier können Sie sich interaktiv über das Einzugsgebiet der Wupper und Projekte des Wupperverbandes und seiner Partner informieren. FluGGS gibt es in verschiedenen Varianten, die in Rubriken kategorisiert sind.

https://fluggs.wupperverband.de

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