Aktionstag

Sozialarbeiter zeigen die Hilfsangebote vor Ort auf

Thorsten Reith (links) und Franc Schaller von der Diakonie im Kirchenkreis Lennep standen Rede und Antwort.
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Thorsten Reith (links) und Franc Schaller von der Diakonie im Kirchenkreis Lennep standen Rede und Antwort.

Zum bundesweiten Aktionstag Suchtberatung war die Diakonie mit einem Stand auf dem Wochenmarkt in Hückeswagen vertreten.

Von Jakub Drogowski

Hückeswagen. „Natürlich erwarten wir nicht, dass sich heute Betroffene hier vor Ort direkt an uns wenden. Wir möchten den Wochenmarkt vielmehr als ein Forum nutzen, um auf unsere Hilfs- und Informationsangebote aufmerksam zu machen“, erklärte der Diplom-Sozialarbeiter Thorsten Reith. Denn oft falle der erste Schritt, nämlich das Suchtproblem zu erkennen und Hilfe zu suchen, Betroffenen oder Angehörigen sehr schwer.

Daher sei der Aktionstag wichtig, „um ein öffentliches Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es professionelle und individuell ausgerichtete Hilfsmöglichkeiten vor Ort gibt“.

Kleine Giveaways, die die Suchtberatungsstelle an ihrem Infostand für die Marktbesucher bereithielt, sollten die Hemmschwelle der Kontaktaufnahme senken. „Wir sind der Deutschen Marktgilde sehr dankbar, dass sie uns einen Standplatz kostenlos zur Verfügung gestellt hat“, betonte Reiths Kollege Franc Schaller, ebenfalls Diplom-Sozialarbeiter.

Berührungsängste seien gerade in ländlichen Räumen keine Seltenheit. „60 Prozent der Suchtfälle im Oberbergischen Kreis Nord, den wir als Fachstelle Sucht betreuen, sind alkoholbedingt“, sagte Schaller. Bereits seit 16 Jahren arbeitet er als Suchtberater in Hückeswagen. In der seit etwa 10 Jahren bestehenden Hückeswagener Beratungsstelle in der Marktstraße 47 stehen er, Thorsten Reith und andere qualifizierte Mitarbeiter beratend und vermittelnd zur Verfügung.

Oft haben sie dabei auch mit dem Phänomen der Co-Abhängigkeit zu tun. „Die Sucht wird im Umfeld auch von Angehörigen oder Ehepartnern unter den Teppich gekehrt, kleingeredet, bagatellisiert. Vor dem privaten Umfeld und vor sich selbst. Das führt dazu, dass unbewusst Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Sucht sogar noch fördern. Etwa dadurch, dass für den Betroffenen Alkohol eingekauft wird oder ein entschuldigender Anruf beim Arbeitgeber getätigt wird“, erklärte Reith.

Daher seien gerade Angehörige Betroffener dazu aufgerufen, ein Problembewusstsein zu entwickeln und die Offene Sprechstunde für ein Beratungsgespräch aufzusuchen. „Das gilt natürlich ebenfalls für andere Suchtformen. Wir beraten Drogen-, Ess,- Kauf-, Sex-, oder Spielsüchtige. Bei Bedarf kümmern wir uns um die Vermittlung von ambulanten und stationären Maßnahmen “, ergänzte Schaller.

Die Offene Sprechstunde der Fachstelle Sucht der Diakonie im Kirchenkreis Lennep in Hückeswagen ist jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr.

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