Schwimmbad

Sorge um Zukunft des Bürgerbads ist groß

Der Vorsitzende der IG Frühschwimmer befürwortet den Vorschlag, dass das Runddach des Bürgerbads gegen ein Flachdach getauscht wird.
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Der Vorsitzende der IG Frühschwimmer befürwortet den Vorschlag, dass das Runddach des Bürgerbads gegen ein Flachdach getauscht wird.

Das Schwimmbad muss ­saniert und wieder­eröffnet werden – das fordern Vertreter von DLRG und IG Frühschwimmer.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Das Bürgerbad im Brunsbachtal ist aktuell das Sorgenkind Nummer eins in der Schloss-Stadt. Die Dachkonstruktion ist marode, schlimmer als gedacht. Die Kosten dafür steigen – von ursprünglich 1,6 Millionen Euro ist schon länger nicht mehr die Rede. Die Frage ist, ob die zuletzt veranschlagten 2,5 bis drei Millionen Euro ausreichen. Der Wille ist da, bei Politik wie Verwaltung, das Bürgerbad zu erhalten – allerdings ist die Frage, wie es gehen kann und soll.

Zuletzt haben sich die Fraktionen im Betriebsausschuss Freizeitbad darauf geeinigt, dass die Stadt eine Machbarkeitsstudie erstellen lässt. Darin sollen drei Alternativen zur Erhaltung des Bads verglichen werden – der Abriss samt einem Neubau „in klein“, also nur mit einem Sportbecken, der Abriss samt Neubau in aktueller Größe, die Erneuerung und Sanierung der bestehenden Außenhülle zu einem Bauwerk auf technisch und energetisch höchstem Niveau.

Das Bad ist wichtig für die Stadt und ihre Bewohner, vor allem wegen des Schwimmunterrichts. Das unterstreicht Jonas Rösner, Ausbildungsleiter bei der Hückeswagener DLRG: „Das Bad ist enorm wichtig für unsere Ausbildung. Denn wir sehen an den Zahlen, dass längst nicht alle Kinder jeden Freitag nach Kürten ausweichen können – ins Brunsbachtal konnten die Kinder zu Fuß kommen.“

Die Ortsgruppe musste das Schwimmtraining ins etwa 20 Kilometer entfernte Splash-Bad in der rheinisch-bergischen Gemeinde verlagern. Es würden zwar Fahrgemeinschaften nach Kürten organisiert, aber der Aufwand sei eben doch ungleich höher und betreffe nicht nur Kinder. „Auch unsere Ausbilder haben nicht immer einen eigenen Wagen beziehungsweise einen Führerschein“, betont der DLRG-Ausbildungsleiter.

Die Konsequenz einer endgültigen Badschließung will sich Rösner gar nicht erst ausmalen. „Wenn das Bad nicht mehr existieren würde – und auch nicht absehbar ist, dass es Ersatz gibt –, müssten wir uns die Frage stellen, ob wir den Ausbildungsbetrieb nicht einstellen müssen“, schildert er die Folge. Die Kinder müssten auf umliegende DLRG-Ortsgruppen ausweichen.

Es geht um die Sicherheit der Kinder im Wasser.

Jonas Rösner, Ausbildungsleiter bei der Hückeswagener DLRG

Damit wiederum sieht er eine Spirale in Gang gesetzt, die sich auf die gesamte Hückeswagener DLRG ausweiten könnte. „Unser Nachwuchsproblem würde sich deutlich erhöhen. Auf lange Sicht steht dann die Frage, ob wir als Ortsgruppe den Wasserrettungsdienst an der Bever-Talsperre personell noch stemmen können“, sagt Rösner. Abgesehen davon würde es deutlich mehr Nichtschwimmer geben. „Denn das Problem bleibt dann ja bestehen, dass nicht alle Kinder in die Nachbarstädte zum Schwimmunterricht können.“

Schwimmen zu können sei vor allem für Kinder wichtig. „Es geht um die Sicherheit der Kinder im Wasser“, betont der Ausbildungsleiter. „Denn dort treten Gefahren mitunter sehr schnell auf – gerade in den zahlreichen Talsperren und offenen Gewässern, die es in unserer Region gibt.“ Wasser habe immer eine Anziehungskraft auf Kinder, egal ob nun im Urlaub am Meer oder beim Familienausflug am Wochenende im Bergischen Land. „Daneben hat die Fähigkeit zu schwimmen aber auch eine soziale Komponente.

Oft finden Geburtstage im Freundeskreis im Spaßbad statt – und auch der gemeinsame Nachmittag an der Bever-Talsperre wäre so nicht mehr möglich“, sagt Rösner. Auch die Interessengemeinschaft Frühschwimmer (IGF) ist von den Neuigkeiten aus dem Bürgerbad überrascht worden, wie Vorsitzender Thomas Cosler sagt. „Natürlich müssen die Maßnahmen und Ertüchtigungen vorgenommen werden, damit unser Schwimmbad auch weiterhin für die Menschen in der Schloss-Stadt erhalten bleibt.“ Ein Hückeswagen ohne Bürgerbad könne er sich nicht vorstellen. „Nein, das darf auf keinen Fall passieren“, fordert Cosler.

Die IGF glaubt, dass der Vorschlag des ehrenamtlichen Geschäftsführers der Bürgerbad gGmbH, Thomas Nebgen, der beste sei. Der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft für Bau- und Siedlungswesen (GBS) hatte angeregt, die Bad-Infrastruktur zu erhalten und aus dem Runddach ein Flachdach zu machen, auf dem auch eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden könnte. „Die Sanierung der Außenhülle des Bads, dazu die teilweise noch ganz neuen Frühschwimmer-Investitionen zu erhalten – die neue Dampfsauna, das Kinderbecken und der Outdoor-Spraypark –, erscheint uns am sinnvollsten“, betont Cosler. Damit einhergehen müsse die energetische Sanierung.

Hintergrund

Ausbildung: Die Hückeswagener DLRG kann seit der Schließung des Bürgerbands im Brunsbachtal ihre Schwimmkurse nicht mehr dort abhalten – seit November 2020! Seit dem 1. Oktober 2021 hat die Ortsgruppe Trainingszeiten im Splash-Bad in Kürten gebucht – nach einer erneuten coronabedingten Pause, geht es mit der Ausbildung seit dem 29. April dieses Jahres dort wieder weiter.

Termine: Der erste der beiden Kindertermine ist freitags um 16 Uhr, der zweite um 17 Uhr, der Kursus Erwachsene und Ausbilder beginnt um 18 Uhr. Anmeldung: Informationhueckeswagen.dlrg.de/corona

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