Stadtjugendpflege

Sie hat Spuren hinterlassen – in und für Hückeswagen

Andrea Poranzke wechselt zum Jahresbeginn komplett in die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen wird sie vermissen.
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Andrea Poranzke wechselt zum Jahresbeginn komplett in die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen wird sie vermissen.

Andrea Poranzke hört zum Jahresende als Stadtjugendpflegerin auf – Im Interview nennt sie die Gründe.

Von Stephan Büllesbach

Frau Poranzke, Sie hatten angekündigt, dass der Weltkindertag im September ihre letzte Veranstaltung als Stadtjugendpflegerin sein wird. Wann sind sie nicht mehr in Amt und Würden?

Andrea Poranzke: Der Wechsel soll zum 1. Januar erfolgen. Der Weltkindertag sollte eine richtig tolle letzte von mir organisierte Veranstaltung für Kinder sein.

Sie sind seit zwölf Jahren Stadtjugendpflegerin. Das Jugendzentrum hat unter Ihrer Leitung einen Aufschwung genommen, Sie haben das Kinderdorf initiiert und mit viel Engagement organisiert. Warum geben Sie dieses Amt auf?

Poranzke: Vor etwa drei Jahren war mein jetziger Kollege David Visse mit seiner Ausbildung fertig, und ich wollte sicherstellen, dass das Jugendzentrum auch in den nächsten Jahren weitergeführt wird. Deshalb hatte ich angeboten, meine Vollzeitstelle an den jungen Kollegen abzugeben und stattdessen die Halbtagsstelle zu übernehmen. Für die andere Hälfte meiner Vollzeitstelle habe ich die Wirtschaftsförderung und die Geschäftsführung des Stadtmarketings übernommen. Diese Konstellation hat mir gut gefallen, da es auch viele Überschneidungen in diesen Bereichen gibt. Ich wusste ja, dass meine Zeit im Arbeitsleben, vor allem im Bereich Jugend, endlich sein wird.


Hätten Sie sich vorstellen können, in dieser Konstellation weiterzuarbeiten?

Poranzke: Grundsätzlich ja. Nun gibt es aber im Bereich der Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketings viele neue wichtige Aufgaben, zum Beispiel der Innenstadtbereich und das ISEK. Daher war gewünscht, dass ich nun Vollzeit in diesem Bereich tätig sein soll. Meine Stärke liegt in der Organisation, und zusätzlich arbeite ich gerne mit dem Herzen und nicht nur mit dem Kopf. Das Kinderdorf war mein Herzensprojekt und nun schon weit über die Grenzen von Hückeswagen hinaus bekannt. Das gebe ich natürlich nur mit sehr schwerem Herzen auf.


2001 haben Sie die Leitung des Freizeitbads an ihren Nachfolger übergeben. Brauchen sie nach einer gewissen Zeit einen beruflichen Wechsel?

Poranzke: Nein, eigentlich nicht. Der Weggang vom Freizeitbad war damals nicht freiwillig und für mich sehr schwer. Denn auch im Freizeitbad habe ich viele Dinge initiiert und ins Leben gerufen, und meine Stärken liegen ganz klar im organisatorischen Bereich und in meiner Kreativität. Da war ich im Sozialamt seinerzeit nicht wirklich gut aufgehoben. Die Jahre in der Schulverwaltung waren gefüllt mit dem Aufbau der OGS, da war ich dann wieder eher zu Hause.

Was sind denn jetzt Ihre Arbeitsgebiete?

Poranzke: Die Wirtschaftsunternehmen, der Einzelhandel, die Innenstadt, Veranstaltungen in der Stadt und eventuell noch Aufgaben, über die ich aber noch nichts weiß.


Was ist damit verbunden?

Poranzke: Grob gesagt sind es zum einen die Belange der Firmen, deren Vernetzung, Angebote zu schaffen und Ideen zu entwickeln, wie man dem Fachkräftemangel und dem Mangel an Auszubildenden entgegenwirken kann. Hier kommen mir sicher meine Netzwerke zugute, und ich hoffe, auch hier kreativ tätig zu werden und nochmal Spuren in Hückeswagen zu hinterlassen. Zum anderen ist der Einzelhandel ein wichtiges Thema – ich kümmere mich um den Leerstand und die Entwicklung der Innenstadt sowie um attraktive Veranstaltungen in der Stadt, um Hückeswagen auch für Besucher attraktiv zu machen.


Sie sind jetzt knapp über 60 – für viele eine Zeit im Arbeitsleben, es sich gemütlich einzurichten. Sie sind da anders, überhaupt sind Sie immer sehr quirlig. Was treibt Sie an?

Poranzke: Ich bin ein Mensch, der sehr schnell begeisterungsfähig ist und dem es dann Spaß macht, neue Dinge ins Leben zu rufen. Ich liebe die Organisation und finde in jedem Arbeitsbereich, in dem ich frei arbeiten kann, auch schnell Wege, um etwas umzusetzen. Mir macht es Spaß, mit Menschen zu arbeiten, und ich bekomme meine Ideen meist aus Gesprächen, aus Dingen, die ich mit meinen Augen, etwa auch in anderen Städten sehe, und folge meistens meinem Gefühl. Ich schwimme gerne gegen den Strom und überrasche schon mal mit etwas „anderen“ Ideen. Einer meiner Leitsprüche ist: „Mit Geld kann jeder.“ Ein weiterer ist: „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.“ Die wichtigste Antriebsfeder ist sicher die Liebe zur Arbeit und auch zur Stadt Hückeswagen. Das liegt mir am Herzen. Da gibt es keine Uhrzeit, die mich begrenzen könnte zu arbeiten. Möglich ist das alles aber nur, weil ich große Unterstützung bei meinem Mann finde und er weiß, damit umzugehen.


Wenn bei Ihnen in ein paar Jahren die Rente ansteht, dürfte das wohl eher kein Ruhestand sein, oder?

Poranzke (lacht): Nein, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Mein Mann sagt immer, ohne geregelten Stress würde ich eingehen wie eine Primel. Wahrscheinlich hat er recht. Ich werde auf jeden Fall die VHS-Abteilungsleitung weitermachen, wenn man in Gummersbach nichts dagegen hat, und hoffe, dass ich noch ein kleines Arbeitsfeld bei der Stadt Hückeswagen bearbeiten kann.


Hand aufs Herz: Wie sehr fehlen Ihnen die Kinder?

Poranzke: Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Zurzeit denke ich, dass mir das sehr fehlen wird. Ganz besonders die zwei Wochen Kinderdorf. Es macht so viel Freude, die strahlenden Augen der Jungen und Mädchen zu sehen und auch die vielen positiven Rückmeldungen der Eltern zu hören.

Zur Person

Wohnort: Geboren im Juli 1960 in Remscheid und aufgewachsen in Dhünn, wo sie heute noch wohnt.

Beruf: Nach der Fachoberschulreife 1978 und der Geburt der beiden Töchter folgt 1982 die kaufmännische Ausbildung über die Wirtschaftsschule Küster. Es folgten: Allroundkraft in einem kaufmännischen Büro, 1989 bis 1991 kaufmännische Angestellte bei einem Anzeigenblatt, seit Oktober 1991 Angestellte bei der Stadt Hückeswagen, seit 2013 VHS-Abteilungsleiterin für Hückeswagen, seit Mai 2015 Mitglied der städtischen Wirtschaftsförderung.

Familie: Mit ihrem Mann ist Andrea Poranzke am 22. Oktober 44 Jahre verheiratet.

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