Hückeswagen

Schwäbischer Handwerker als humoristische Allzweckwaffe

Comedian Jakob Friedrich war am Samstag im Kultur-Haus Zach zu Gast.
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Comedian Jakob Friedrich war am Samstag im Kultur-Haus Zach zu Gast.

Jakob Friedrich zeigte sein Programm „I schaff mehr wie Du!“

Von Wolfgang Weitzdörfer

Jakob Friedrich kommt im Blaumann die große Freitreppe runter und freut sich tierisch, als er vom Publikum im Kultur-Haus Zach bejubelt wird. Gut, er hat die Leute davor noch gebrieft, genau das zu tun – aber das kann ja auch nach hinten losgehen. Tut es aber nicht, die Hückeswagener sind eben doch begeisterungsfähiger, als es das Klischee will, das Friedrich frecherweise kurz vor der Begrüßung raushaut: „Hückeswagen ist ja nur halb so groß, wie der Wuppertaler Friedhof, aber doppelt so tot.“ So ist die Stimmung für das Programm „I schaff mehr wie Du!“, einem Einblick in die Welt der schwäbischen Metall- und Elektroindustrie, gleich gut gesetzt.
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Friedrich, der eigentlich aus Bremen stammt, und erst seit 18 Jahren im Schwäbischen unterwegs ist, fährt ein ähnliches Konzept wie Sybille Bullatschek, die schwäbische Pflege-Wuchtbrumme, nur eben im Handwerk. Er schlüpft in eine Bühnenrolle, kokettiert und jongliert mit unterschiedlichen Klischees aus Handwerk und Schwabenland, meist auf Hochdeutsch, aber oft auch im Dialekt. Und der kommt beim Publikum gut an. Neben den Klischees, vor allem das des sprichwörtlichen Fleißes der Schwaben, geht es auch um kuriose Überlegungen. „Ich denke bei der Arbeit viel und gerne nach. So habe ich mich zum Beispiel einmal gefragt, warum man eigentlich Geld verdienen muss.“

Daran an schließt sich die ulkige Ausführung zum Thema „Tausch statt Verkauf“. Wenn Friedrich etwa für sein Sonnenblumenbrot in einer Backstube, das er für eine gelötete Platine getauscht bekommen möchte, damit nach Bremen in eine Bäckerei fahren muss, in der Bedarf für das Tauschobjekt besteht. Nur um dort am nächsten Morgen leider unverrichteter Dinge wieder gehen zu müssen. „Die Kollegin, die die Platine wollte, ist heute leider nicht da.“ Wie gut, dass er dann auf Witze ausweichen könne, schließlich sei er ja auch Komiker. „Treffen sich zwei Vampire. Sagt der eine: Hast Du heute schon was getrunken? Sagt der andere: Ja, zwei Radler.“ Jakob Friedrich kommt sympathisch rüber. Dabei sitzt nicht jeder Gag, das ist aber auch nicht schlimm. Schließlich ist es eine furiose Aneinanderreihung von Witzen und ulkigen Situationen.

Die Besonderheit, die den Abend unterhaltsam werden lässt, ist das Sujet – der schwäbische Handwerker als humoristische Allzweckwaffe. Und es sind Sprüche wie dieser, die wunderbar ankommen: „Geht nicht, gibt‘s nicht. Doch, das gibt’s. Oder hast du schon mal versucht, Styroporkügelchen bei böigem Wind zusammenzufegen?“

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