Spende

Schuldnerberatung wird viel angefragt

Bei der Übergabe der Fördermittel an die Schuldnerberatungsstellen (v. l.): Manuel Peters. Regionaldirektor der Kreissparkasse Köln in Wipperfürth, Frank Grebe, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gummersbach, Andreas Rostalski, Thomas Kröger, Thomas Voß, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen und Gunter Derksen .
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Bei der Übergabe der Fördermittel an die Schuldnerberatungsstellen (v. l.): Manuel Peters. Regionaldirektor der Kreissparkasse Köln in Wipperfürth, Frank Grebe, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gummersbach, Andreas Rostalski, Thomas Kröger, Thomas Voß, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen und Gunter Derksen .

Spenden sind für die Arbeit wichtig – Nun gab es mehr als 45 000 Euro von der Sparkassen-Finanzgruppe.

Von Wolfgang Weitzdörfer 

Radevormwald/ Hückeswagen. In Folge des Krieges in der Ukraine sind die Energiepreise explodiert. Eine Folge: die Ver- und Überschuldung privater Haushalte. Wegen der herrschenden Inflation und einer drohenden Rezession rechnen Experten weiterhin mit Schwierigkeiten.

Um so wichtiger wird da die Arbeit der Schuldnerberatungsstellen, auch im Oberbergischen Kreis. Derer gibt es drei – getragen von Caritas, Diakonie und Arbeiterwohlfahrt (Awo). „Es wird noch jede Menge Arbeit auf uns zukommen“, glaubt Andreas Rostalski, Verwaltungsleiter des Caritasverbands Oberberg. Arbeit, das ist in diesem Fall die „institutionalisierte Schuldnerberatung für Menschen in finanzieller Notlage“. Und das bedeutet Beratung – und damit auch ein Stück Lebenshilfe.

Die Arbeit der Schuldnerberatungsstellen mit ihren insgesamt acht Außenstellen über den Oberbergischen Kreis verteilt, sei dabei nicht kostendeckend, sondern werde durch andere Bereiche der Wohlfahrtsorganisationen querfinanziert. Und durch Spenden. Wie jene der Sparkassen-Finanzgruppe in Nordrhein-Westfalen, die schon seit vielen Jahren einen Millionenbetrag aus einem Fonds aufbringt, um damit diese wichtige Arbeit zu unterstützen. Seit 1998 sind so schon 69 Millionen Euro aufgebracht worden, jedes Jahr sind es drei Millionen. Für den Oberbergischen Kreis mit seinen drei Beratungsstellen bedeutet das in diesem Jahr eine Finanzspritze in Höhe von 45 477 Euro.

Gunter Derksen, Regionalvorstand der Direktion Oberberg der Kreissparkasse Köln, hat diesen Betrag an Rostalski und seinen Kollegen Thomas Kröger, Leiter der Schuldnerberatungsstelle der AWO, überreicht – die Vertreterinnen der Diakonie konnten an der Übergabe nicht teilnehmen.

„Gerade jetzt mit den überall steigenden Kosten ist Ihre Arbeit umso bedeutsamer. Es ist aber auch eine gute Gelegenheit, um Danke dafür zu sagen“, sagt Derksen. Die Sparkassen hätten zwar einen hohen Marktanteil – seien allerdings kaum an der Verursachung der Überschuldung beteiligt, ergänzt der Regionalvorstand. Rostalski sagt, dass die Arbeit der Schuldnerberatung sich verändert habe: „Wo wir früher noch hauptsächlich nur die Schulden als Einzelbereich hatten, vermischt sich das heute mehr und mehr – etwa mit Drogen und Sucht allgemein.“

Die Klienten würden daher auch in anderen Arbeitsbereichen der Wohlfahrtsorganisationen vorstellig. „Wir ergänzen uns im Kreisgebiet sehr gut. Und wir erfassen bei der Beratung auch die Ursachen der Verschuldung“, ergänzt Kröger. Und da sei ganz klar ein neuer Bereich aufgetaucht, den es bislang in dieser Form nur selten gegeben habe – die Energiekostennachzahlungen. „Das ist beinahe in jedem zweiten Gespräch Thema“, sagt Kröger.

Wichtig sei es hier auch, die Zukunft mit im Blick zu halten. Schließlich sei es eine Sache, die Schulden abzubauen, aber die steigenden Abschlagskosten würden zunehmend für Privathaushalte zum Problem.

Insgesamt seien die drei Beratungsstellen für 600 Neuaufnahmen pro Jahr zuständig. Überschuldung hänge dabei vom Einkommen ab – der Hartz-IV-Empfänger könne etwa bereits mit 6000 Euro völlig überschuldet sein, während ein Facharbeiter das vielleicht mit 150.000 Euro Schulden sei. „Wir haben auch Klienten aus allen möglichen Bereichen“, sagt Kröger. Vom Geringverdiener über den Häuslebauer, dem die Kosten für das Eigenheim über den Kopf gewachsen seien, bis hin zu gescheiterten Selbstständigen, deren Firmen oder Geschäftsideen nicht funktioniert hätten. „Ein Problem ist auch die Anonymität im Internet, da man dort Geld relativ einfach geliehen bekommen kann. Der Weg in die Schulden ist da schnell begangen“, sagt Kröger.

Beratungsstellen

AWO: AWO Schuldnerberatung Oberberg, Hüttenstraße 25, 51766 Engelskirchen, Tel. (0 22 63)
95 27 87

Caritas: Caritasverband Oberberg, Talstraße 1, 51643 Gummersbach, Tel. (0 22 61) 30 61 54 (Kreismitte und Kreissüden) Tel. (0 21 95) 6 97 25 (Kreisnorden)

Diakonie: Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle der Diakonie Kirchenkreis An der Agger, Kaiserstraße 42a, 51545 Waldbröl, Tel. (0 22 91) 80 87 16.

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