Interview

Schützen feiern wieder großes Fest

Jürgen Löhr ist Geschäftsführer der St. Hubertus Schützen aus Hämmern.
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Jürgen Löhr ist Geschäftsführer der St. Hubertus Schützen aus Hämmern.

Geschäftsführer des St. Hubertus Schützenvereins Hämmern spricht über die Vorfreude.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Herr Löhr, wie groß ist die Vorfreude auf das erste Schützenfest seit Ausbruch der Corona-Pandemie?

Jürgen Löhr: Nach der langen Zeit voller Ungewissheit und immer wieder aufgeschobener Planungen ist die Vorfreude sehr groß. Schon auf den Vorbereitungstreffen und ersten Terminen im Vorfeld spürt man eine große Freude und Energie. Es tut einfach unheimlich gut, sich wieder zu treffen und die Gemeinschaft zu erleben. Das ist ja auch das Wichtigste und Schönste am Schützenfest, die sozialen Kontakte. Das beginnt ja schon Wochen vorher und findet seinen Höhepunkt am Fest selbst.

Kann alles wieder wie gewohnt stattfinden?

Löhr: Ja, der Ablauf ist genauso wie vor Corona. Mit der Ausnahme, dass wir den Familienbrunch am Montagvormittag durch einen Familienfrühschoppen ersetzen, die Preise für den Brunch sind in Folge der Pandemie und des Ukrainekrieges einfach zu hoch geworden. Die Gäste und vor allem die Kinder bekommen aber trotzdem viel geboten, die Antavia-Circus-Show tritt im Festzelt auf, es gibt Spiele und die U-12-Schützen schießen mit der Infrarot-Anlage um den Pokal.

Wann war definitiv klar, dass Sie wieder ein Schützenfest planen können?

Löhr: Seit Anfang der Pandemie haben wir jedes Jahr mit dem Fest geplant und dann zweimal im Frühjahr rasch eingesehen, dass es nicht geht. Im März war dann klar, dass das Fest dieses Jahr wieder stattfinden kann.

Was sind die Highlights an den drei Tagen?

Löhr: Am Samstagabend der Auftritt der Kölner Band Kölsch singe un drinke, der Name ist hier Programm – ein geselliger Abend zu kölscher Musik. Der traditionelle Frühschoppen am Sonntag mit dem Musikverein Wipperfürth ist immer wieder ein Highlight, und spätestens wenn das Hämmernlied angestimmt wird, wird das ganze Festzelt mitsingen. Dazu kommt der große Festzug am Sonntagnachmittag, der Familienfrühschoppen und die Krönung unter der alten Dorflinde am Montag.

Gibt es irgendwelche Corona-Regeln?

Löhr: Wir stehen in enger Abstimmung mit dem Ordnungsamt und halten uns an die aktuellen Corona-Regeln. Aktuell sind das die empfohlenen Hygieneregeln, wir sorgen für ausreichend Händedesinfektionsmittel, auch bei der Wahl des Spülmittels für die Gläser haben wir uns genau informiert und vorbereitet. Da wir während der Pandemie nicht ganz untätig waren, sondern zweimal ein Reibekuchenfest to go und einmal einen Kuchenverkauf to go zugunsten der Geflüchteten aus der Ukraine veranstaltet haben, sind wir mit den Hygienemaßnahmen bei Festen auch vertraut.

Wie ist die Stimmung unter den Mitgliedern in Bezug auf das Schützenfest?

Löhr: Es war teilweise schon nicht einfach, alle Mitglieder wieder zu aktivieren. Wir haben aber einen guten Kern aktiver Mitglieder und hoffen natürlich darauf, dass auch die übrigen Mitglieder wieder dabei sein werden.

Seit wann können Sie wieder den regulären Schützenbetrieb am Schießstand fahren?

Löhr: Wir haben den Schießbetrieb im Frühjahr wieder aufgenommen, wegen notwendiger Umbaumaßnahmen kam uns die Pause eigentlich fast gelegen. Wir haben in Eigenarbeit den Luftgewehrstand gemäß den neuesten Sicherheitsanforderungen umgebaut. Zudem haben wir die Kleinkaliberanlage umgerüstet, wir schießen dort nun völlig munitionslos mit der Infrarotanlage, sicher und umweltfreundlich.
Das traditionelle Vogelschießen zum Schützenfest findet aber wie gewohnt auf den Holzvogel mit dem Kleinkaliber statt.

Gibt es auch in Hämmern – wie „nebenan“ in Hückeswagen - ein mehrjähriges Königspaar?

Löhr: Nein, wenn die Amtszeit nicht wieder durch Ereignisse wie die Corona-Pandemie verlängert wird, regieren unsere Majestäten immer nur für ein Schützenjahr. Wir sind schon sehr gespannt darauf, welcher König oder welche Königin am Montag gekrönt wird. Wir sind übrigens stolz darauf, dass in unserem Verein auch Frauen die Königswürde erringen dürfen – und das schon seit Jahrzehnten.

Wie wichtig ist das Schützenfest in Hämmern für die Menschen im Ort – und in den Nachbarstädten?

Löhr: Ich erinnere mich noch daran, wie die geladenen Politiker der Nachbarstädte Hückeswagen und Wipperfürth in meiner Jugendzeit das Hämmeraner Schützenfest für nicht ganz ernst gemeinte verbale Scharmützel genutzt haben. Auch wenn dieser Schlagabtausch ähnlich wie die Rivalität zwischen den beiden Städten nicht mehr so groß ist wie früher, so sind wir in Hämmern gerne Anlaufpunkt für Gäste aus beiden Städten, und wir sind froh über unseren guten Beziehungen zu beiden Städten. Wir freuen uns über jeden Gast und heißen sie alle willkommen – egal ob aus Hämmern, Wipperfürth oder Hückeswagen.

Programm

Samstag: Für die Besucher geht das erste Schützenfest seit Corona am Samstag, 16. Juli, um 18.15 Uhr mit dem Platzkonzert am Schützenhaus los. Um 20.30 Uhr steigt dann die Kölsch-Party mit der Band „Kölsch singe un drinke“.

Sonntag: Um 11 Uhr findet am Sonntag, 17. Juli, das Frühkonzert mit dem Musikverein Wipperfürth statt, um 15 Uhr der Festzug.

Montag: Um 10.30 Uhr beginnt der dritte Tag des Schützenfests mit dem Familienfrühschoppen, um 15 Uhr findet das Königsschießen statt, die Majestäten werden um 19.30 Uhr unter der Dorflinde gekrönt, das Fest klingt mit dem Krönungsball ab 20.30 Uhr aus.

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