Jobcoach

„Schreiben ist mein Seelenprojekt“

Lukas Pütz erhält auf seinem Weg zum Traumjob Unterstützung von Jobcoach Anna Waberowski (l.) und Niederlassungsleiterin Inga Aleth.
+
Lukas Pütz erhält auf seinem Weg zum Traumjob Unterstützung von Jobcoach Anna Waberowski (l.) und Niederlassungsleiterin Inga Aleth.

Lukas Pütz möchte Buchautor werden – Dabei wird er von der Tertia Berufsförderung unterstützt.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. In elf Tagen beginnt die Frankfurter Buchmesse, der weltweit wichtigste Handelsplatz für gedruckte und digitale Inhalte. Dort treffen sich Autoren, Stars, Journalisten und Kulturbegeisterte. Lukas Pütz hat die Buchmesse schon mehrmals besucht. Der 23-Jährige liebt es, Bücher zu lesen – und zu schreiben. Dass einmal ein Buch von ihm auf der Buchmesse ausgestellt wird, ist ein Traum des Wipperfürthers.

„Ich schreibe schon seit der Grundschule Geschichten, es ist mein Seelenprojekt“, versichert Pütz, der aufgrund von körperlichen und emotionalen Einschränkungen bisher weder einen Beruf erlernen noch ausüben konnte. Was ihm jedoch bleibt und ihn erfüllt, ist das Schreiben von Geschichten am Laptop.

23-Jähriger ist froh über die Unterstützung

Sein Talent wird gefördert durch die Tertia Vermittlungsagentur und Berufsförderung. Am Hückeswagener Standort im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg bietet der Bildungsträger Gruppenangebote und Einzelcoachings in den Bereichen der Erwachsenenbildung, Qualifikation, Fortbildung und Praktikumsakquise an. Beraterin Anna Waberowski bestärkt Lukas Pütz in seinem Wunsch, unter die Autoren zu gehen. „Herr Pütz schreibt sehr gerne Kurzromane und besitzt meiner Meinung nach auch sehr viel Talent dafür“, versichert sie.

Der 23-Jährige ist froh über die Unterstützung, die von Jobcenter mittels Bildungsgutscheinen finanziert wird. Viele Geschichten hat der Pütz bereits geschrieben, aber nicht alle auch beendet. „Einige sind über die Jahre verloren gegangen“, bedauert er. Die Ideen gehen ihm jedoch nie aus, wie seine Verlobte Chiara Michelle Schäfer bestätigt: „Er ist sehr kreativ und hat manchmal acht Ideen innerhalb von zwei Stunden.“

Besonders wohl fühlt sich der Geschichtenschreiber im Fantasy-Bereich, wo auch sein aktuelles Projekt „Schattenlicht“ angesiedelt ist. Darin geht es um einen Auftragskiller, der in der postapokalyptischen Welt ein Mädchen – die letzte lebende Hexe – aus der Stadt bringen soll. Ziel ist eine Schule für Magier. Auf dem Weg lauern jedoch viele Gefahren und Abenteuer. „Ich möchte dabei auch die Konstellation einer Vater-Tochter-Beziehung beleuchten“, kündigt Pütz an.

Wie die Geschichte enden wird, kann der Roman-Autor selbst noch nicht sagen. „Ich zähle zu den entdeckenden Schreibern“, erläutert er. Die Grundstruktur der Geschichte sei zwar vorgeplant, der Handlungsverlauf entwickele sich aber erst während des Schreibens.

Was schon feststeht, ist das Pseudonym Jacob R. Frye, unter dem der 23-Jährige sein Buch herausbringen möchte. „Lukas Pütz klingt auf einem Fantasy-Roman irgendwie langweilig“, sagt er und lacht.

Für spontane Eingebungen und Ideen in der Nacht liegt ein Notizblock neben dem Bett, tagsüber werden Ideen in die Notiz-App des Mobiltelefons eingetragen. Bis Ende nächsten Jahres soll ein 250- bis 300-seitiges Werk mit etwa 110.000 Wörtern entstehen. Lukas Pütz würde das fertige Manuskript am liebsten bei einem Verlag einreichen, um vom Lektorat und einer professionellen Vermarktung profitieren zu können.

Schreiben kann er täglich immer nur so lange, wie es sein Gesundheitszustand zulässt. „Meistens schreibe ich morgens, weil ich da noch die beste Konzentration habe.“ Langes Stehen und langes Sitzen sind ihm nicht möglich. Asthma, Migräne-Attacken und Konzentrationsprobleme sind nur einige der Gründe, warum der Wipperfürther bisher keinen Zugang zur Arbeitswelt gefunden hat.

Die Tertia Berufsförderung unterstützt den jungen Mann nun auf dem Weg zu seinem Traumberuf. „Das Coaching hilft mir enorm, baut mich auf und motiviert mich auch bei einer kreativen Down-Phase“, betont Pütz. „Jeder hat ein Talent oder eine Gabe“, ist Anna Waberowski überzeugt. Es bedürfe nur manchmal jemand Außenstehenden, der diese Gabe herauskitzele.

Hintergrund

Standort: In Hückeswagen arbeitet die Tertia seit 2018 im Auftrag der Agentur für Arbeit und des Jobcenters.

Ziele: Die Berater und Coaches unterstützen die Menschen individuell auf dem Weg zu ihren beruflichen Zielen.

Kontakt: Tertia Berufsförderung, Bockhacker Straße 1 in Hückeswagen, Tel. (0 21 92) 79 19 60.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Viele bieten ihre Hilfe an
Viele bieten ihre Hilfe an
Viele bieten ihre Hilfe an
Wirte schwanken zwischen Sorge und Zuversicht
Wirte schwanken zwischen Sorge und Zuversicht
Wirte schwanken zwischen Sorge und Zuversicht
Letzter Stadtdirektor wird heute 90 Jahre
Letzter Stadtdirektor wird heute 90 Jahre
Letzter Stadtdirektor wird heute 90 Jahre
Der Hund wird deutlich teurer
Der Hund wird deutlich teurer
Der Hund wird deutlich teurer

Kommentare