Probleme

Schneeräumdienst wird mit Schaufeln bedroht

Wenn Autos, wie hier im Bereich Brunnenweg, auf beiden Seiten der Fahrbahn abgestellt werden, kann es für das Schneeräumfahrzeug sehr eng werden.
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Wenn Autos, wie hier im Bereich Brunnenweg, auf beiden Seiten der Fahrbahn abgestellt werden, kann es für das Schneeräumfahrzeug sehr eng werden.

Den Fahrern der Pflüge bereiteten mitunter die am Rand geparkten Autos Probleme.

Von Stephan Büllesbach

Wenn die Mitarbeiter des Bauhofs an Tagen mit viel Schnee ausrücken müssen, bedeutet das ohnehin schon Stress. Sind Zwölf-Stunden-Tage doch keine Seltenheit. So richtig unangenehm aber wird es für die Fahrer der großen Räumfahrzeuge, wenn die Fahrbahnränder zugeparkt sind. Alexander Hasse hat davon Fotos in der Hückeswagener Facebook-Gruppe gepostet und dazu den Appell geschrieben: „Liebe Mitmenschen. Nehmt bitte Rücksicht auf uns! Wir brauchen Platz. Wenn wir ins Rutschen kommen, haben wir keine Chance. Wir brauchen min. 3,05 m, besser 3,50 m. (...) Gruß, euer Bauhof.“ Zu sehen ist auf einem Bild, wie die Schaufel des Räumfahrzeugs im Bereich Brunnenweg / Zur Landwehr so eben zwischen auf beiden Straßenseiten geparkten Autos hindurch passt.

An Tagen wie vorigem Donnerstag ist das keine Seltenheit. Immer wieder bereiten in den Wohngebieten die geparkten Autos Schwierigkeiten. „Auf einer Straße stand ein Wagen 60 Zentimeter vom Bordstein entfernt auf der Fahrbahn. Die Kollegen haben nachgemessen“, berichtet Bauhof-Leiterin Verena Schrader. „Wie soll man da noch durchkommen?“ Ärgerlich waren auch die Situationen, in denen Räumfahrzeuge an Steigungen extra vor liegengebliebenen Lastern den Schnee wegschoben und streuten, damit diese ihre Fahrt fortsetzen konnten. Nur war das dann teilweise immer noch nicht möglich, weil sich hinter dem Schneepflug eine Autoreihe gebildet hatte, die an den stehenden Lkw vorbeizog.

Nach dem Winterdienst, der am Donnerstag teilweise fast zwölf Stunden dauerte, hatten die gut 40 Einsatzkräfte ihre Arbeit reflektiert. Bis auf die Bürokräfte und die Kollegen, die krank oder im Urlaub waren, war der komplette Bauhof im Einsatz. „Einige Bürger haben Verständnis gezeigt, dass es manchmal lange gedauert hat, bis wir räumen konnten“, erzählt Verena Schrader.

Fußgänger machten den kleinen Schleppern keinen Platz

Das Problem sei gewesen, dass der Schneefall erst zum Start des Berufsverkehrs gegen 6 Uhr eingesetzt hatte. Wäre die „Schneewand“, wie die Bauhof-Leiter den Wintereinbruch bezeichnet, schon in der Nacht gekommen, „hätten wir einiges wegräumen können“. So aber mussten sich die Räumfahrzeuge im wahrsten Sinne des Wortes durch den morgendlichen Verkehr pflügen. Was bei dem einen oder anderen nicht gut ankam: „Wie das schon bei Rettungskräften im Einsatz der Fall ist, wurden auch einige meiner Mitarbeiter bedroht“, berichtet Verena Schrader. Zwar wurden nur die Fäuste oder Schneeschaufeln erhoben, aber die Gesten waren doch vielsagend. Derweil mussten die Fahrer der kleinen Schlepper, die die Fußwege räumten und streuten, mit ignoranten Fußgängern leben, die keinen Platz machten.

„Ich finde das Verhalten schade“, bedauert die Bauhof-Leiterin. „Dabei sind wir doch im Dienst der Bürger unterwegs.“ Immer wurde auch Unverständnis darüber geäußert, dass der Räumdienst nicht auch in die kleinste Anliegerstraße gefahren war. „Wir müssen erst die Hauptstrecken räumen, etwa die Straßen zu den Schulen oder die für die Buslinien“, erläutert Verena Schrader. Für die übergeordneten Straßen, also Kreis-, Land- und Bundesstraßen, ist der Landesbetrieb zuständig, für den die Straßenmeisterei Wipperfürth im Einsatz ist. Immerhin fahren für den Bauhof auch einige externe Räumfahrzeuge. „Die Priorisierung wird immer mit dem Tiefbauamt abgestimmt, danach wird ein Streu- und Räumplan festgelegt“, erklärt die Bauhof-Leiterin, die den Arbeitstag so beschreibt: Um 2 Uhr fährt ein Kollege raus, um sich die Lage auf den Straßen anzuschauen. Schneit es bereits oder ist in Kürze Schnee in Sicht, informiert er die Kollegen, die ab 3 Uhr in der Stadt unterwegs sind, um Straßen und Weg freizumachen und zu streuen. So soll der Berufsverkehr möglichst ungehindert rollen können. Eine Tour dauert etwa sechs Stunden, je nach Wetterlage wird bis spätestens 20 Uhr gefahren, wenn der abendliche Berufsverkehr beendet ist. Wenn’s dann in der Nacht wieder oder weiter schneit, geht’s erneut um 3 Uhr auf Räum- und Streutour.

Die Verantwortlichen in beiden Städten und im Bauhof überlegen zudem, eine eigene Sole-Anlage anzuschaffen. Bislang nutzt der Bauhof eine gemietete, um die Straßen mit diesem Salzgemisch vor Glätte zu schützen. Haftet die Sole doch besser, während Salz von den Autoreifen weggeschleudert oder vom Wind fortgeblasen wird.

Hintergrund

Umfang: Der gemeinsame Bauhof der Städte Hückeswagen und Wipperfürth kümmert sich in beiden Kommunen um insgesamt 400 Kilometer Straßen, 53 000 Quadratmeter Parkplätze und Schulhöfe, 20 Kilometer Fußwege sowie 55 Treppenanlagen.

Schloss-Stadt: In Hückeswagen sind 190 Kilometer Straßen zu räumen.

Fahrzeuge Im Einsatz sind fünf große Lkw (einer für Hückeswagen), drei große Schlepper (1) und vier kleine Traktoren (2). Dazu sind Lohnunternehmer mit Traktoren unterwegs. In der Schloss-Stadt werden zwei Handkolonnen mit je drei Mitarbeitern Fußgängerüberwege und Treppen freischaufeln und streuen.


Ortsdurchfahrt: Für das Räumen und Streuen der Bundes-, Land-und Kreisstraßen ist die Straßenmeisterei Wipperfürth zuständig.

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