Sport

Schlagkräftige Meister im Padel-Tennis

Die Deutschen Meister Johannes Lindmeyer (l.) und Matthias Wunner im Padel-Tennis bei ihrem actionreichen Spiel auf dem Platz.
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Die Deutschen Meister Johannes Lindmeyer (l.) und Matthias Wunner im Padel-Tennis bei ihrem actionreichen Spiel auf dem Platz.

Johannes Lindmeyer und Matthias Wunner sind Deutschlands bestes Duo.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Einmal ganz oben auf der Rangliste stehen, muss ein tolles Gefühl sein. Johannes Lindmeyer hat das geschafft. Derzeit führt er die Rangliste des Deutschen Padel-Verbands an. Vor knapp drei Wochen wurde der 29-jährige Sportstudent (TC Weiden, Köln) zusammen mit seinem gleichaltrigen Spielpartner Matthias Wunner (TG Nord, Düsseldorf) zum zweiten Mal Deutscher Meister bei der DM in Düsseldorf.

„Wir sind hochzufrieden, haben sehr gut gespielt und gut abgeliefert“, sagt Lindmeyer rückblickend.

Eigentlich kommt der in Wuppertal geborene Leistungssportler aus dem Tennissport. Aufgewachsen ist er in Hückeswagen und hat von Kindesbeinen an Tennis im HTC 73 unter Anleitung von Trainer Marc Heupel gespielt. Schon da zeichnete sich sein Talent für den Sport mit dem Schläger ab.

„Ich habe Tennis relativ leistungsmäßig betrieben“, sagt der 29-Jährige, der mit seinem Team Westdeutscher Meister wurde und noch heute in Köln in der Oberliga Mannschaftsspiele bestreitet.

Sein Herz hat er vor vier Jahren aber an die Trendsportart Padel-Tennis verloren. „Ist das irgendwas mit Wasser?“, war damals sein erster Gedanke, als ein Kumpel ihm von Padel-Tennis erzählte. Doch weit gefehlt. Padel vereint das Beste aus Tennis und Squash. Es erfordert taktisches Spielen und bietet lange Ballwechsel durch die Wände, die mit ins Spiel einbezogen werden. „Während beim Tennis der Ball an einem vorbeifliegt, gibt die Wand dem Ball ein zweites Leben“, erklärt Johannes Lindmeyer. „Ich mag die Dynamik, die spektakulären Ballwechsel, die kurzen Pausen und das soziale Miteinander“, sagt er. Zwar könne Tenniserfahrung den Einstieg erleichtern, ein Garant für gute Leistung ist sie nicht. „Alexander Zverev hätte im Padel keine Chance gegen uns und müsste erst mal drei bis vier Jahre trainieren“, vergleicht Lindmeyer die beiden Sportarten mit dem Können des derzeit besten Tennisspielers in Deutschland.

Trotz aller Erfolge mussten sich Lindmeyer und Wunner vor wenigen Tagen bei den Padel FIP Finals in Turin der internationalen Konkurrenz geschlagen geben. In Deutschland ist das erfolgreiche Doppel jedoch das Maß aller Dinge. Hier steckt die Sportart noch in den Kinderschuhen, während sie sich in vielen Ländern Mittel- und Südamerikas und insbesondere in Spanien bereits zu einem äußerst beliebten Breiten- und Wettkampfsport etabliert hat. In Spanien ist Padel nach Fußball die am meisten gespielte Sportart. „Die spielen Padel schon von klein auf und betreiben die Sportart professionell“, erklärt der ehemalige Hückeswagener.

Dass sich Padel-Tennis in Deutschland ebenso etabliert, dafür möchte sich Johannes Lindmeyer einsetzen. Die Deutsche Sporthochschule Köln, an der er seit 2019 studiert und wo mittlerweile auch Padel-Kurse angeboten werden, habe ihm viele Türen geöffnet. „Padel ist großartig für den Breitensport, weil es nicht nur leicht zu lernen ist, sondern auch Altersklassen- und Geschlechtsübergreifend wunderbar miteinander gespielt werden kann“, sagt der Sportler. Besonders für Tennisvereine sei Padel eine gute Möglichkeit, den Verein weiter aufleben zu lassen, da sich motorisch beide Sportarten wunderbar ergänzen.

Geschätzt gibt es mittlerweile 300 Padel-Plätze in Deutschland – die am nächsten an Hückeswagen grenzen sind in Köln, Dortmund, Essen und Bochum. Der Sport bietet Amateuren Spiel und Spaß, um fit zu bleiben. Der Sportstudent sieht Padel für sich in erster Linie als Möglichkeit, Leistungssport zu betreiben. Drei bis vier Mal pro Woche steht er auf dem Platz, hinzukommen ein bis zwei Fitness- und Koordinationseinheiten. Praktisch ist, dass die Trainingshalle nur 400 Meter entfernt von seiner Kölner Wohnung liegt. Einen eigenen Trainer hat das erfolgreiche Duo nicht – der Trainer der Nationalmannschaft lebt in Barcelona. „Wir holen uns den Input und setzen ihn dann eigenständig um“, berichtet der Padel-Spieler des TC Weiden. Das Know-how, dass er sich mit der Zeit angeeignet hat, möchte er später einmal an den Nachwuchs weitergeben. „Auch wenn es für den Leistungssport in Deutschland noch keine Trainer gibt, so gibt es aber viele Trainer auf Breitensportebene“, betont Lindmeyer.

Die sportlichen Höchstleistungen müssen die deutschen Bundesliga-Spieler neben ihrem Studium oder der Arbeit ausüben, denn von den Preisgeldern der deutschen Turniere lässt es sich nicht leben. Daher ist das erfolgreiche Duo auch auf der Suche nach Sponsoren, die seine sportlichen Aktivitäten unterstützen.

Freundin Laura Falk nimmt den Zeitaufwand für das Training gelassen, steht sie doch selbst auf dem Padel-Platz. Da die Saison erst wieder im Frühjahr beginnt, konnte das Paar die Weihnachtstage bei den Eltern in Hückeswagen etwas ruhiger angehen lassen. Ganz ohne sportliche Betätigung wird der Heimaturlaub aber nicht ausfallen. „Wahrscheinlich fahren wir gemeinsam in den Skiurlaub“, kündigt der 29-Jährige an und lacht

Im kommenden Jahr stehen dann zwei Highlights an: die Europameisterschaft im Padel und die European Games (Europaspiele 2023) im Sommer in Krakau.

Hintergrund

Trend: Padel ist derzeit die am stärksten wachsende Sportart der Welt. Es werden Welt- und Europameisterschaften in allen Alterskategorien ausgetragen.

Historie: Die junge Sportart wurde in Mexiko erfunden. Enrique Corcuera errichtete 1965 in Acapulco den ersten Padel-Platz auf seinem Grundstück. Prinz Alfonso Hohenlohe holte die Sportart 1974 nach Spanien, wo es heute etwa fünf Millionen Padel-Spieler gibt. Der Deutsche Padel Verband ist seit 2013 offiziell anerkanntes Mitglied der International Padel-Federation.

Regeln: Padel wird im Wettkampf ausnahmslos im Doppel (zwei gegen zwei) gespielt. Die Regeln ähneln denen des Tennis-Doppels, sind aber weniger kompliziert.

Platz: Das rechteckige Spielfeld (10 mal 20 Meter) wird durch ein Netz in zwei Spielhälften geteilt. Der Platz ist an allen Seiten von drei bis vier Meter hohen Wänden umgeben, die in den Ballwechsel einbezogen werden dürfen (wie beim Squash).

Kontakt: E-Mail für Sponsoren:

johanneslindmeyer@gmail.com

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