Attacke auf Vierbeiner

Schäferhund beißt Mischling – die Halterinnen schauen einfach weg

Mischlingshund Pepsi erholt sich langsam von dem Biss und der Operation.
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Mischlingshund Pepsi erholt sich langsam von dem Biss und der Operation.

Nach Angriff am Wanderparkplatz Scheideweg sind Tier und Halter traumatisiert.

Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen. Für einen Hückeswagener endete das Jahr 2022 mit einem Schock, und für seinen Hund mit einer Operation beim Tierarzt. Per E-Mail berichtet er unserer Redaktion über den Vorfall, selbst sprechen will er nicht. Zu sehr setzt ihm das Geschehene noch zu. Später konkretisiert sein Schwager den Vorfall.

Was war geschehen? Das Jahr ausklingen lassen wollte der Hückeswagener mit einem Spaziergang mit seinem Mischlingshund Pepsi. Der 13-jährige, mittelgroße Rüde und sein Herrchen befanden sich gegen 13.30 Uhr auf einer Wiese nahe des Wanderparkplatzes Scheideweg, als am Waldrand zwei Frauen und ein freilaufender brauner Belgischer Schäferhund auftauchten. Der rannte plötzlich auf Pepsi und den Mann zu. „Er umkreiste mich und meinen angeleinten Hund mehrfach und griff Pepsi dann an“, schreibt der Hückeswagener.

Er hatte dann um Hilfe geschrien und auch die beiden Frauen am Waldrand angesprochen, in denen er die Halterinnen des Schäferhunds vermutete und die er auf 20 bis 25 Jahre schätzt, wie sein Schwager berichtet. „Aber sie haben nichts gesagt, nur zugeschaut und sich dann umgedreht und sind gegangen.“

Die Kosten für den Tierarzt muss der Halter nun selbst bezahlen

Immerhin entdeckte der Hückeswagener einen Stock und konnte den Angreifer verjagen. Er selbst blieb unversehrt, Pepsi wurde schwer am rechten Bein verletzt, so dass er vom Tierarzt notoperiert werden musste. „Die Verletzung ist eine etwa zehn Zentimeter lange Bisswunde, die bis auf den Muskel / Knochen geht“, schreibt der Halter.

„So etwas kann durchaus mal passieren“, sagt sein Schwager und gibt damit die Meinung von Pepsis Herrchen preis. „Aber dann kann man doch miteinander sprechen. Zumal es ja bestimmt eine Tierhalterversicherung gibt, die die Kosten übernimmt.“ Auf denen bleibt nun der Hückeswagener sitzen – zusätzlich zu dem Schock, den er und sein Hund erst einmal verdauen müssen.

Zumindest aber hat er den Vorfall dem Ordnungsamt angezeigt. Das hat die Angelegenheit an die Polizei weitergeleitet, wie Roland Kissau auf Anfrage bestätigte. Tun kann die Behörde derzeit nichts, weil die Halterinnen nicht bekannt sind, gesteht der Mitarbeiter des Ordnungsamts.

„Wenn wir in solchen Fällen die Halter aber kennen, wird der Hund, der sich so aggressiv gezeigt hat, von uns und der Amtstierärztin untersucht“, erläutert Kissau. Dann würde es einen gemeinsamen Spaziergang mit dem betroffenen Tier und dessen Halter geben. „Sollte sich dabei dann herausstellen, dass der Hund gefährlich ist, müssen wir eine Leinen- oder sogar auch eine Maulkorbpflicht anordnen“, betont Kissau.

In dem aktuellen Fall sei es aber schwierig, die Halterinnen zu ermitteln, nicht zuletzt auch deshalb, weil der Wanderparkplatz Scheideweg auch bei auswärtigen Hundefreunden beliebt sei. Eine Leinenpflicht gibt es laut Kissau dort nicht. „Die gilt nur innerorts für Hunde ab einer Größe von 40 Zentimetern“, erläutert er. Hinweise auf die Halterinnen nimmt die Polizei unter Tel. (02261) 81990 entgegen.

Pepsi geht es übrigens schon etwas besser, ist aber noch sehr mitgenommen von der Attacke.

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