Schulausschuss

Sanierung im Bürgerbad wird ein langer Prozess

Einzelne Dachteile müssen ebenso wie die Schwimmbadtechnik erneuert werden.
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Einzelne Dachteile müssen ebenso wie die Schwimmbadtechnik erneuert werden.

1,6 Millionen Euro veranschlagt – Schließung bis mindestens Herbst 2022.

Von Joachim Rüttgen

Hückeswagen. Die Andeutungen von Bürgermeister Dietmar Persian im Schulausschuss waren nicht untertrieben: Die Sanierungsmaßnahmen im Bürgerbad wegen der sanierungsbedürftigen Leimbinder der Dachkonstruktion werden teuer, aufwendig und dauern lange. Wer sich die Vorlage für den Betriebsausschuss am 5. Oktober durchliest, muss tief durchatmen – vor allem die Kostenschätzung für die einzelnen Gewerke dürfte aufs Gemüt schlagen. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro. Zu finanzieren ist das nur über aufzunehmende Darlehen. Persian rechnet damit, dass das Bad mindestens bis Herbst 2022 geschlossen bleibt. Das hänge davon ab, wie es der Stadt gelinge, Fachfirmen und Handwerker zu bekommen.

„Das Bad ist für Hückeswagen immens wichtig.“

Bürgermeister Dietmar Persian

„Dickster Batzen“ ist das Gerüst mit 300 000 Euro. Die Sanierung des Flachdachs und die Erneuerung der Pumpen habe man mit in die Gesamtrechnung aufgenommen, weil man die lange Schließung des Bades für diese ohnehin anstehenden Arbeiten nutzen wolle. „Das ist aber keine Komplettsanierung, wir haben nach bestem Wissen und Gewissen die Arbeiten aufgelistet, die nötig sind“, sagt Persian. Die Betonsockel seien zwar nicht total marode, müssten aber dennoch komplett saniert werden.

Ihm sei eine verantwortungsvolle Entscheidung wichtig, deshalb sei die Sitzung des Betriebsausschusses (Dienstag, 5. Oktober, 17 Uhr, im Bad-Restaurant „Aquamarin“) öffentlich. Ab 16 Uhr dürfen sich außerdem die Ausschussmitglieder die Schäden anschauen. Nach der Ratssitzung am Dienstag führte der Bürgermeister Gespräche mit Politikern – Fazit: Es gibt ein großes Einvernehmen darüber, dass das Bad für Hückeswagen immens wichtig ist – für Schulen, Vereine, für die DLRG, für den ATV. Man sei dem Rader „life-ness“ sehr dankbar, dass Hückeswagener Schüler dort schwimmen können. „Aber dafür fallen für andere Zeiten weg“, sagt Persian. Er stimmt die Hückeswagener auf eine lange Durststrecke ein. „Wir sind guter Dinge, aber es wird für alle nicht einfach“, sagt er.

Sanierung Leimbinder und Sockel: Das Gerüst muss unter jeder Achse stehen, daran befestigt werden und horizontal und diagonal fest mit den anderen Teilen des Gerüstes verbunden sein. Die Durchführung erfolgt in zwei Abschnitten, so dass man jeweils die halbe Schwimmhalle einrüsten muss. Die Wasserrutsche und die Überdachung des Aufenthaltsbereichs müssen abgebaut werden. Zunächst wird die vordere Wandschicht neben den Betonsockeln herausgestemmt. Dann werden die Sockel weggestemmt und die Balkenschuhe herausgetrennt. An den zwei Leimbindern werden die schadhaften Holzbrettschichten entfernt. Der Aufbau erfolgt durch das Verkleben der Brettschichten. Anschließend werden die neuen verzinkten Balkenschuhe unter die Leimbinder geschoben und befestigt. Die Balkenschuhe werden durch zwei Ankerplatten befestigt. Die Sockel werden verdeckt und gefliest. Die Leimbinder erhalten als Schutz eine Blech- oder Holzplatte, die so befestigt wird, dass zwischen ihr und dem Leimbinder eine Luftschicht verbleibt, dadurch kann Wasser herunterlaufen – und durch die Luftzirkulation kann das Holz der Binder schnell trocknen und wird vor Sole- und chlorhaltigem Spritzwasser geschützt.

Die maroden Leimbilder sind ein Sanierungsfall.

Sanierung Flachdach: Der Flachdachbereich und das Tonnendach der Schwimmhalle sind mit einer PIB-Kunststoffabdichtung belegt, die nach mehr als 30-jähriger Nutzung an die Grenze der Haltbarkeit gestoßen ist. Es gibt schon sichtbare Verschleißerscheinungen, so dass die Fachleute in den nächsten Jahren davon ausgehen, dass die Dachbahnen den Belastungen nicht mehr standhalten können. Risse entstehen, das Dach wird undicht. Außerdem hat das Bürgerbad noch eine Holzunterkonstruktion mit Spanplatten als Tragschicht für die Dachabdichtung. Spanplatten sind aber nicht mehr zulässig.

Technische Gebäudeausstattung: Der Schaltschrank der Wasseraufbereitung ist überaltert. Die Folge sind Ausfälle, die immer wieder den Badebetrieb stören. Die vier großen Umwälzpumpen sollen gegen effizientere getauscht werden. Außerdem sollen die Absperr-Schieber der Becken erneuert werden und die Pumpen. Der Schaltschrank im Schwimmmeisterraum ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorgaben.

Hintergrund

Kostenschätzung: Dem Betriebsausschuss werden die geschätzten Kosten für die Maßnahmen aufgelistet. Das sind die Hauptposten: Traggerüst: 300 000 Euro; Sanierung Leimbinder: 100 000 Euro; Sanierung Betonsockel: 150 000 Euro; Maurer- und Fliesenarbeiten: 40 000 Euro. Hinzu kommen Arbeiten, die ohnehin in den nächsten Jahren angestanden hätten; Sanierung Flachdach: 700 000 Euro, Erneuerung Schaltschrank Wasseraufbereitung: 30 000 Euro. Für „ Unvorhergesehenes “ plant die Stadt 38 000 Euro ein.

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