Jugendarbeit

Renate Lieth ist neue Streetworkerin

Noch vor den Sommerferien will sich Renate Lieth als neue Streetworkerin an den Schulen in Hückeswagen und Marienheide vorstellen.
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Noch vor den Sommerferien will sich Renate Lieth als neue Streetworkerin an den Schulen in Hückeswagen und Marienheide vorstellen.

Nach beinahe drei Jahren ist die Nachfolge von Asiye Razlaf gesichert.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Im August 2019 hatte Asiye Razlaf aufgehört. Damit war die Stelle der „aufsuchenden Streetwork-Arbeit“ in den beiden oberbergischen Kommunen vakant geworden – und bis zum 1. Juni dieses Jahres auch geblieben. Eine lange Zeit, in der die Jugendarbeit in der Schloss-Stadt auf diesen wichtigen Aspekt verzichten musste. In Rat und Verwaltung sind in den vergangenen fast drei Jahren viele Überlegungen angestellt worden, warum diese Stelle nicht besetzbar zu sein schien. Zwischenzeitlich war in einem Antrag der SPD die Idee aufgekommen, die Stelle nicht mehr zwischen den beiden Kommunen aufzuteilen. Mit der 54-jährigen Renate Lieth aus Wipperfürth ist die Stelle seit dem 1. Juni wieder besetzt.

Ein wenig pikant ist an dieser Personalie nur, dass Renate Lieth in den vergangenen 22 Jahren in der Nachbarstadt als Streetworkerin gearbeitet hat. „Der Grund, warum ich den Arbeitsplatz jetzt gewechselt habe, ist ausschließlich der, dass ich eine volle Stelle haben wollte“, betont Renate Lieth, dass es keinerlei böses Blut gegeben habe.

Die Nähe zum alten Einsatzort ist auch ein Vorteil. Denn Jugendliche bleiben natürlich nicht an nur einem Ort, gerade wenn beispielsweise die Kneipenlandschaft in der Nachbarstadt attraktiver ist. „Es überschneidet sich ziemlich – die Hückeswagener und Marienheider Jugendlichen sind auch in Wipperfürth unterwegs und umgekehrt“, sagt Renate Lieth.

Die 54-Jährige ist Quereinsteigerin, die ursprünglich ein Handwerk gelernt hat. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter – die auch in der Jugendarbeit tätig ist. „Ich liebe meinen Job, habe immer schon gerne mit Jugendlichen gearbeitet“, sagt Renate Lieth. Das sei „einfach großartig“, wie sie lachend sagt. Ihre Erfahrungen im Handwerk könne sie auch gut in ihrer Arbeit einbringen. „Das ist ein guter Einstieg, wenn man in Kontakt kommen will – ich arbeite nach wie vor sehr gerne handwerklich, das ergänzt sich alles prima“, sagt sie.

Ich liebe meinen Job.

Renate Lieth, Streetworkerin

Auch wenn sie einige der Jugendlichen bereits aus Wipperfürth kennt, ist Renate Lieth aus ihrer Erfahrung eines klar: „Jugendliche sind alle Individuen – auch wenn die Probleme, die sie vielleicht haben, alle gleich sind, egal in welcher Stadt man lebt“, sagt sie. Probleme würden von Liebeskummer über Schwierigkeiten in der Schule bis hin zu Wohnungslosigkeit reichen. „Wohnungslosigkeit muss man sich dabei nicht so vorstellen, dass Jugendliche obdachlos und auf der Straße seien“, erklärt Renate Lieth. Vielmehr würden sie von Freund zu Freund gehen, um dort jeweils zu übernachten, weil sie zu Hause nicht mehr sein wollten. „Das Problem gibt es also durchaus auch auf dem Land“, sagt Renate Lieth.

Diese Ähnlichkeiten finden sich auch in einer strukturellen Vernetzung der Streetworker. „Im Kreisgebiet sind wir miteinander in Kontakt und vernetzt“, sagt die 54-Jährige. Das sei im normalen Arbeitsalltag so und auch im Rahmen von Streetworker-Tagungen oder Fortbildungen des Landschaftsverbands Rheinland. Jetzt gehe es allerdings vor allem darum, sich in der neuen Position bekannt zu machen. Dafür habe Renate Lieth vor, sich noch vor den Sommerferien in den Schulen vorzustellen. „Dann haben die Jugendlichen zumindest mein Gesicht schon mal gesehen, wenn ich sie vielleicht an der Bever-Talsperre in den Ferien mal treffe“, sagt die neue Streetworkerin.

Künftig werde sie also zwischen Hückeswagen und Marienheide hin- und herpendeln. „Es geht eben hier um eine Kooperation zwischen beiden Kommunen – die hat früher schon funktioniert und wird es auch weiterhin“, sagt sie. Wichtig sei ein starkes Jugendzentrum vor Ort. „Dort können wir einander kennenlernen. Es ist ein Anknüpfungspunkt, um sich zu treffen – und auch um mich mit Andrea Poranzke und ihrem Team auszutauschen“, sagt Renate Lieth. Sie wolle auch wieder einen regelmäßigen Treffpunkt anbieten. „Das übernehme ich gerne von meiner Vorgängerin – und auch den YourFriday werde ich wieder aufleben lassen“, sagt Renate Lieth. Grundsätzlich wolle sie aber ganz und gar offen an ihre neue Aufgabe herangehen, ergänzt sie schmunzelnd.

Das Freitagsangebot „YourFriday“ richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren, die an jedem 3. Freitag im Monat von 18 bis 24 Uhr im Jugendzentrum feiern können – und selbst entscheiden, was genau sie dann machen wollen. Wegen Corona lag das Angebot brach, jetzt soll es wieder starten. „Vielleicht auch mit einer etwas anderen Ausrichtung“, wie Juze-Leiterin Andrea Poranzke sagte.

Kontakt zur Streetworkerin Renate Lieth, Tel. 0151 / 463 115 81
streetwork@oberberg.drk.de

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