Spielzeit 2021/22

Mit „Marlow“ startet die neue Theater-Saison

Den Flair der 1930er Jahre verbreitete am Mittwochabend das Stück Marlow in Radevormwald. Maximilian von Ulardt und und Franziska Ferrari waren in den Hauptrollen des Kommissars Rath und seiner Frau Charly zu sehen. Foto: Claudia Radzwill
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Den Flair der 1930er Jahre verbreitete am Mittwochabend das Stück Marlow in Radevormwald. Maximilian von Ulardt und und Franziska Ferrari waren in den Hauptrollen des Kommissars Rath und seiner Frau Charly zu sehen.

In dem Stück gerät ein Ermittler zwischen die Fronten. Kann er sich entscheiden?

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Mit dem Krimi „Marlow“ startete jetzt die neue Theater-Spielzeit des Radevormwalder Kulturkreises. Das Westfälische Landestheater Castop-Rauxel war im Haus am Schlossmacherplatz zu Gast. Mit dem Kriminalstück feierte das Ensemble im Oktober in der Heimatstadt erst Premiere. Nun fesselte die atmosphärisch dichte Story das Radevormwalder Publikum.„Marlow“ basiert auf einem Roman von Volker Kutscher. Es ist der 7. Band einer Reihe, die als Vorlage der Serie „Babylon Berlin“ genutzt wurde. Der Name Gereon Rath, der Kommissar zwischen Pflichterfüllung und Regime, war daher vielen bekannt. Das Stück spielt 1935, der Nationalsozialismus übernimmt alle Bereiche des Lebens. Raths Kriminalfall verwebt sich unversehens mit der umkippenden politischen Situation, mit Intrigen und Machtkämpfen der Obrigkeit und den privaten Konflikten der Protagonisten.

Gereon Rath, zum Oberkommissar befördert, und seine Frau Charly sind keine Parteimitglieder. Man beäugt sie misstrauisch im Deutschland des Nationalsozialismus. Als der Kommissar zu einem tödlichen Verkehrsunfall gerufen wird, führt ihn eine geheime Akte direkt zu Herrmann Göring - der soll damit erpresst werden. Dabei spielt auch Unterweltkönig Marlow eine wichtige Rolle. Den Rath vergessen wollte. Rath gerät bei seinen Ermittlungen immer mehr zwischen die Fronten - ohne Regimetreue droht ihm das berufliche Abstellgleis. Seine Frau Charly dagegen ist einer Widersacherin des Nationalsozialismus. Gangster Marlow wiederum versucht sich mit dem Regime zu arrangieren, steht aber nicht dahinter.

Drehbuchautorin Jeanette Mohr hat den Roman für das Theater adaptiert. Um die komplexe Geschichte zu auf die Bühne zu bringen, wird auf einen Kunstgriff zurückgegriffen. Zwei Erzähler (Samira Hempel und Mario Thomanek) fungieren als Bindeglied der Szenen. Der Fokus wird auf die Interaktionen gelegt, der Kriminalfall gibt den Rahmen.

Das Bühnenbild besteht aus einem Archivraum (Bühnenbild: Manfred Kaderk). Die Bühne ist voll mit Aktenkartons, zwei Schreibtischen und Leitern. Die Zwischenräume der Aktentürme fungieren als offene Zugänge, ermöglichen einen schnellen Szenenwechsel. Mit Kostümen und Musik aus jener Zeit, Lichteffekten und Original-Reichstagsreden aus dem Off holt Regisseur Markus Kopf die Atmosphäre der 1930er Jahre auf die Bühne.

Das Ensemble überzeugte. Franziska Ferrari verkörperte die Charly. Maximilian von Ulardts war in der Rolle von Gereon Rath zu sehen, beeindruckte mit seinem Spiel. In die Rolle des „Marlow“, der dem Stück seinen Namen gibt, schlüpfte Mike Kühn. Tobias Schwieger und Burghard Braun komplettierten das Ensemble. Braun ersetzt beim Gastspiel in der Rolle des Wilhelm Böhm Guido Thurk.

Für den Radevormwalder Kulturkreis war der Abend ein gelungener Auftakt. Wenn auch unter besonderen Schutzmaßnahmen. „Wir bleiben vorsichtig“, sagte Vorsitzender Michael Teckentrup. Im Saal im Bürgerhaus wurden zwischen den Besuchern verschiedener Haushalte zwei Plätze freigehalten, die Sitzverteilung erfolgt im Schachbrettmuster. Der Kulturkreis wird bis auf weiteres das Bürgerhaus dabei mit maximal 200 Besuchern belegen - möglich wären 450 Plätze. Außerdem gilt die 3G-Regel. Das heißt, Besucher müssen beim Theaterbesuch geimpft, genesen oder aktuell getestet sein. Am Eingang hatte am Mittwoch jeder schon den Nachweis parat. „Man fühlt sich damit schon etwas sicher“, erklärte eine Besucherin und sie freue sich, „dass Kultur doch wieder stattfindet“.

Weitere Termine

Im November stehen noch weitere Termine des Radevormwalder Kulturkreises an. Am Mittwoch 17. November, ist „Shakespeare in Love“ zu sehen, ein Gastspiel des Rheinischen Landestheaters. Am Mittwoch, 24. November, zeigt das Landestheater Detmold „Der Sandmann“. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es in der Stadtbücherei am Schlossmacherplatz.

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