Neuer Bezirk für André Ehmann

Schornsteinfeger kommt zurück in seine Heimat

Seit Anfang des Jahres ist André Ehmann am Schornsteinfeger in Teilen von Radevormwald und Hückeswagen unterwegs. Foto:
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Seit Anfang des Jahres ist André Ehmann am Schornsteinfeger in Teilen von Radevormwald und Hückeswagen unterwegs.

André Ehmann übernimmt den Bezirk von Sascha Kordes in Teilen von Radevormwald und Hückeswagen.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald/Hückeswagen. Die ersten Haushalte hat er schon besucht: Zum Jahresbeginn übernahm André Ehmann den Bezirk von Schornsteinfeger von Sascha Kordes - und ist jetzt für Teile von Radevormwald und Hückeswagen zuständig. Bisher war er in Köln-Delbrück unterwegs.

„Anfang November habe ich mich bei der Bezirksregierung Köln auf die freiwerdende Stelle als hiesiger Bezirksschornsteinfeger beworben, Anfang Dezember bekam ich die Zusage“, berichtet André Ehmann.

Als Sohn eines Dachdeckers waren Dächer für mich nichts Unbekanntes.

André Ehrmann, Bezirksschornsteinfeger

Mit der neuen Stelle kommt er wieder heim in die bergische Heimat. In Wermelskirchen ist er aufgewachsen - mit Ehefrau Vanessa und Tochter Ella (4) wird er im April dorthin zurückkehren und ein Haus beziehen. Derzeit wohnt die Familie noch in Leverkusen und er pendelt ins Bergische. „Wir haben die Stadt aber immer als eine Zwischenstation angesehen und wollten aufs Land zurück“, sagt er.

Die Freude darüber, dass es jetzt geklappt hat, ist groß. Schon früh fasste Ehmann den Entschluss, den Beruf des Schornsteinfegers zu ergreifen. „Als Sohn eines Dachdeckers waren Dächer für mich nichts Unbekanntes. Mit 14 Jahren machte ich mein Schulpraktikum bei einem Schornsteinfeger, dem Vater eines Freundes. Seither wusste ich, was ich werden wollte“, blickt der 37-Jährige zurück.

Nach der Hauptschule, die er mit dem Realschulabschluss verließ, ging er in Bergisch Gladbach in die dreijährige Ausbildung und machte 2006 die Gesellenprüfung. 2009 legte er die Meisterprüfung ab. Berufliche Stationen waren Wuppertal, Pulheim und Köln. Radevormwald und Hückeswagen hat André Ehmann sogar schon als Geselle kennengelernt - bei Sascha Kordes Vorgänger Christian Kroker.

Zu den Aufgaben des Bezirksschornsteinfegermeisters gehören die Feuerstättenschau und die Abnahme von Heizungen und Kaminen. Dabei macht sich in den letzten Jahren ein Trend bemerkbar: „Die Heizkosten steigen und viele Haushalte suchen mit Kaminöfen eine Alternative, um die Heizkosten zu senken“, beobachtet André Ehmann. Neben den traditionellen Öl- und Gasheizungen gebe es heute auch vermehrt Pellet-Heizsysteme.

Natürlich geht´s für den Schornsteinfeger auch mit dem Kehrbesen aufs Dach, von wo aus Kamine vom Ruß befreit werden. Außerdem bietet Ehmann eine Energieberatung an.

Derzeit fehlt ihm noch eine Geselle

Seit Anfang Januar stellt sich der neue Bezirksschornsteinfeger im neuen Tätigkeitsumfeld vor - und kommt mit den Menschen ins Gespräch. „In der Großstadt hat man oft Mietshäuser mit vielen Parteien, wo es anonymer zugeht“, sagt er. In Kleinstädten und auf dem Land ist alles persönlicher. „Das finde ich sehr schön.“

Der Schornsteinfeger als Glücksbringer, daran glauben allerdings Stadt- wie auch Landbewohner. Besonders zu Jahresanfang wird er oft angesprochen, aber nicht nur. „Es gibt den Brauch, dass es Glück bringt, wenn Schornsteinfeger den Lottoschein berühren“, erzählt Ehmann. Das passiert auch ihm. In manchen Städten stehen die Kaminkehrer zum „Tag des Schornsteinfegers“ am 15. Oktober als Glücksbringer sogar vor Lotto-Toto-Geschäften, berichtet er.

Mit Marvin Lützenkirchen hat André Ehmann einen Azubi im zweiten Lehrjahr in seinem Betrieb. Lützenkirchen wechselte mit ihm von Köln-Delbrück ins Bergische. Was Ehmann derzeit allerdings fehlt, ist ein Geselle. „Auch bei den Schornsteinfegerbetrieben gibt es einen Fachkräftemangel“, erklärt er und hofft auf Bewerbungen.

Sascha Kordes wechselte als Bezirksschornsteinfeger nach Engelskirchen. Für ihn und Kordes seien die neuen Stellen eine „Win-Win“-Situation, sagt André Ehmann. Er sei wieder in die Heimat zurückgekehrt - genau wie Sascha Kordes, der in Engelskirchen wohnt.

Hintergrund

Im Gebiet Radevormwald und Hückeswagen gibt es zwei Bezirksschornsteinfeger: Neben Andre Ehmann ist Thomas Lemmen unterwegs. Ehmann hat sich an alle Haushalte in seinem Bezirk mit einem Schreiben vorgestellt. Mehrere Haushalte haben in der Betreffzeile eine falsche Liegenschaft stehen. „In meinen Unterlagen ist aber alles korrekt verzeichnet“, versichert Ehmann.

schornsteinfeger-ehmann.de

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