Bergischer Kreisel

Pumpenhäuschen verdeckt die Sicht

Verkehrsteilnehmer, die den Kreisverkehr Richtung Rader Straße verlassen, sehen Radfahrer auf dem Radweg hinter dem Pumpenhäuschen erst relativ spät. Foto: Mittelstädt
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Verkehrsteilnehmer, die den Kreisverkehr Richtung Rader Straße verlassen, sehen Radfahrer auf dem Radweg hinter dem Pumpenhäuschen erst relativ spät.

Es kommt am Bergischen Kreisel zu brenzligen Situationen zwischen Radfahrern und Autofahrern, die Richtung Rade fahren.

Von Karsten Mittelstädt

Klaus Pütz wohnt in Herweg und kommt daher fast täglich mit dem Auto am Bergischen Kreisel vorbei. Schon mehrfach hat er brenzlige Situationen beobachtet, wenn Fahrzeuge aus dem großen Kreisverkehr in Richtung Rader Straße abbiegen und gleichzeitig Fahrradfahrer über den Panoramaradweg in Richtung Mühlenweg wollen. Der Radweg führt nämlich aus Sicht des Autofahrers hinter dem Pumpenhäuschen her. Radler, die nicht absteigen, sondern durchfahren, tauchen deshalb unvermittelt vor dem Autofahrer auf. Der sieht die Radler wegen des Pumpenhäuschens erst relativ spät. Passiert ist in dem Fall nichts, aber beide, Autofahrer wie Radfahrer, bekamen einen Schrecken.

Die Situation an Hückeswagens größtem Kreisverkehr ist der Polizei wohlbekannt, wenngleich die Verkehrsregeln eindeutig sind, wie Peter Fronske, Sachbearbeiter für Verkehrssicherheit bei der Kreispolizei, sagt. „Der Fahrradfahrer darf durchfahren. Verkehrsteilnehmer, die den Verkehrsplatz durch Rechtsabbiegen verlassen, müssen Fußgängern und Radfahrern die Querung der Fahrbahn ermöglichen.“

„Die Situation ist, sagen wir mal, suboptimal gelöst.“
Peter Fronske, Kreispolizei

Obwohl die Verkehrsregelung an dieser Stelle eindeutig geregelt ist, sagt Fronske: „Die Situation ist, sagen wir mal, suboptimal gelöst.“ Das Pumpenhäuschen steht im Weg. Das ist schon länger bekannt, auch beim städtischen Ordnungsamt. „Der Rad-Gehweg ist in der Vergangenheit deshalb bereits verbreitert worden“, erklärt Roland Kissau vom Ordnungsamt. Es wurde eine Platte eingebaut, damit Radfahrer und Fußgänger nebeneinander mehr Platz haben. Kissau: „Wir wissen, das ist dort nicht optimal, es geht aber nicht anders.“

Standpunkt von Karsten Mittelstädt

Das sieht man beim städtischen Eigenbetrieb Abwasser auch so. Unter der Rasenfläche an der Alten Ladestraße liegt ein großes Regenüberlaufbecken. „Als das gebaut wurde, war dort ungenutzte Fläche, vom Kreisverkehr war nicht die Rede“, erklärt Frank Kießling vom Tiefbauamt.

In dem kleinen Häuschen befinden sich die technischen Anlagen, um das Regenüberlaufbecken in Betrieb zu halten. Unter anderem befinden sich dort die Pumpen, die das Becken nach Regenfällen wieder leerpumpen. „Es an eine andere Stelle zu verlagern, wäre ein großer Aufwand“, sagt Kießling.

Das Thema sei schon mehrfach mit allen Beteiligten erörtert worden, sagt Fronske. Die Kreispolizei hätte es lieber, wenn das Pumpenhäuschen verschwindet. „Zum Glück ist es dort noch nicht zu Unfällen gekommen“, sagt Fronske.

Das liege aber auch am meist umsichtigen und vorsichtigen Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Außerdem sei der Radius des Bergischen Kreisels so ausgelegt, dass zwar ein zügiges Fahren ohne Behinderung möglich sei, höhere Geschwindigkeiten aber nicht. Autofahrer, die rechts auf die Rader Straße abbiegen, seien daher ohnehin bremsbereit.

Unproblematisch ist die Überquerung des Bypasses von der Alten Ladestraße zur Rader Straße. „Dort regelt ein Verkehrsschild, dass Radfahrer und Fußgänger Vorfahrt haben“, erklärt Fronske. Auf dem Abzweig, den unerklärlicherweise längst nicht alle Autofahrer nutzen, die von der Lade auf die Rader Straße abbiegen wollen – mancher fährt erst in den Kreisverkehr und von dort auf die Rader Straße – ist die Sicht nicht eingeschränkt. Fronske rechnet damit, dass die Diskussion um das Pumpenhäuschen wiederauflebt, wenn dort mehrfach etwas passiert. Fronske: „Aber das möchte niemand.“ 

VERKEHRSREGELN

VORFAHRT Der Panorama-Radweg wird um den Bergischen Kreisel herumgeführt und verläuft neben den Zebrastreifen. Fahrradfahrer haben zwar an diesen Querungshilfen Vorfahrt, sie müssen also nicht absteigen, an dem Überweg neben dem Pumpenhäuschen wird das aber empfohlen, weil die Sicht für Autofahrer eingeschränkt ist. Im Übrigen gilt § 1, Absatz zwei der Straßenverkehrsordnung, die Ordnungsamtsleiter Michael Kirch gerne zitiert: „Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

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