Bachelorarbeit

Preis für eine praxisbezogene Abschlussarbeit

In dem Häuschen zwischen Überlauf (r.) und dem Grundablass (l.) unterhalb der Bever-Talsperre hat der Wupperverband eine kleine Wasserkraftanlage installiert.
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In dem Häuschen zwischen Überlauf (r.) und dem Grundablass (l.) unterhalb der Bever-Talsperre hat der Wupperverband eine kleine Wasserkraftanlage installiert.

Die Bever-Talsperre stand im ­Mittelpunkt der Bachelorarbeit von Markus Kaiser.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Die Bever-Talsperre ist ein beliebtes Ausflugs- und Naherholungsziel für Menschen aus der ganzen Region sowie ein Ökosystem, das vielen Tieren ein Zuhause bietet. Eigentümer ist der Wupperverband. Die Bever dient dem Hochwasserschutz sowie als Überlauf der Neye-Talsperre. Letztere Eigenschaft ist für Markus Kaiser aus Düsseldorf, Master-Student an der Hochschule Niederrhein, bedeutsam geworden. Denn der 26-Jährige hat seine Bachelorarbeit zum Thema „Energieoptimierte Betriebsweise von Wasserkraftanlagen am Beispiel der Bever-Talsperre“ geschrieben – und vom Wupperverband den 2. Preis in Höhe von 800 Euro bekommen.

Markus Kaiser von der Hochschule Niederrhein

Der Düsseldorfer hat sein Studium nach dem Bachelor-Abschluss fortgesetzt und studiert nun im ersten Semester auf seinen Master-Abschluss im Studiengang Elektrotechnik. „Ich wollte meine Bachelorarbeit in meinem Schwerpunktbereich ‚Elektrische Energie und Umwelttechnik‘ schreiben und hatte schon ein Praktikum im Niersverband gemacht, der das Einzugsgebiet der Niers und des Niers-Kanals betreut“, sagt Kaiser. Dort habe er sie aber nicht schreiben können. „Dann bin ich auf die Suche gegangen und auf den Wupperverband gestoßen.“ Dort sei man „sehr rührig“, was die Betreuung von Abschlussarbeiten an Universitäten angehe. „Mein Ansprechpartner beim Wupperverband hat mir dann auch mein endgültiges Thema vorgeschlagen“, erzählt Kaiser.

Dabei habe er untersucht, wie durch eine Anpassung der Betriebsweise der Wasserkraftanlagen das Wasser aus einer Talsperre energetisch optimal genutzt werden könne, um so mehr Ressourcen schonende erneuerbare Energie zu erzeugen. In der Begründung der Jury für die Auszeichnung steht: „Neben den positiven Umweltaspekten und der Steigerung der Stromeinspeisung ist ein weiterer Vorteil, dass die Ergebnisse dieser Arbeit auch auf weitere Wasserkraftanlagen des Wupperverbands übertragen werden können.“ Dafür sei er auch zu Leistungsmessungen vor Ort im Maschinenhaus gewesen. „Ich habe die Leistung bei verschiedenen Durchflüssen gemessen – die kann man händisch einstellen“, berichtet Kaiser. Er habe dann Diagramme zum Wirkungsgrad erstellt.

Ziel war es, auch einen praktischen Nutzen zu erzielen

Für den 26-Jährigen war bei der Abschlussarbeit nicht nur der theoretische Aspekt wichtig: „Mein Ziel war es auch, einen praktischen Nutzen zu erzielen.“ Dieser liege darin, dass der Wupperverband als Betreiber der Talsperre abschätzen könne, auf welche Weise möglichst viel Energie aus dem Wasserdurchfluss gewonnen werden könne. „Meine Erkenntnisse, die ich im Rahmen der Bachelorarbeit gewonnen habe, können auch an anderen Wasserkraftanlagen des Wupperverbandes genutzt werden“, versichert der 26-Jährige. So gebe es etwa bei der Großen Dhünn-Talsperre zwei Anlagen, die identisch zu der bei der Bever seien. Entscheidend sei nur die Durchflussmenge, die verändert werden könne, wohingegen die anderen Parameter fest seien. „Der Sinn war auch, mit dem zu arbeiten, was vorhanden ist. Also nicht rein theoretisch, sondern auch praktisch umsetzbar.“

Mit einem der Preise, die der Wupperverband jedes Jahr für Studienabschlussarbeiten mit einem Bezug zur Wasserwirtschaft im Wuppergebiet verleiht, hatte der Düsseldorfer nicht gerechnet. „Man hat mich gefragt, ob meine Arbeit eingereicht werden soll, und ich habe das einfach einmal auf mich zukommen lassen.“ Offensichtlich sei die Arbeit bei der Jury gut angekommen. Jetzt darf er sich für seine „Arbeit mit hohem Praxisbezug“, wie der Wupperverband geurteilt hat, über 800 Euro Preisgeld freuen.

Ob der Düsseldorfer später vielleicht sogar einmal beim Wupperverband arbeiten werde, weiß er noch nicht. „Ich könnte mir beruflich durchaus etwas im Bereich Energie- und Umwelttechnik vorstellen. Aber Wasserkraft ist sicherlich auch kein unumstrittenes Thema. Denn dabei wird schon sehr in die Ökosysteme eingegriffen“, stellt Kaiser klar. Vor allem die Fische hätten darunter teils sehr zu leiden.

Die Bever-Talsperre und Hückeswagen hatte der Düsseldorfer vor seiner Bachelorarbeit nicht gekannt. „Das Bergische Land allerdings schon, da ich aktiv Wasserball spiele und man dabei in der Region herumkommt.“

Hintergrund

Der Wupperverband prämiert einmal im Jahr Studienabschlussarbeiten, die thematisch mit der Wasserwirtschaft im Wuppergebiet zusammenhängen. In diesem Jahr wurden vier Arbeiten ausgezeichnet. Neben dem Zweiten Markus Kaiser bekam Alina Pickart aus Hamburg als Erste 1000 Euro Preisgeld für ihre Masterarbeit an der Ruhr-Uni Bochum. Den 3. Preis mit je 500 Euro teilten sich Marina Schmitz aus Köln für ihre Arbeit an der TH Köln sowie Gerrit Ewert aus Wuppertal, der seine Bachelorarbeit an der Bergischen Uni eingereicht hatte.

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