Schützenfest

Platzmeister der Kirmes sind im Dauereinsatz

Karl-Heinz Kraus (r.) und Lutz Annacker kümmern sich darum, dass die Kirmes und das große Festzelt an den vorgesehenen Stellen aufgebaut werden und die Schausteller die Strom- und Wasseranschlüsse erhalten.
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Karl-Heinz Kraus (r.) und Lutz Annacker kümmern sich darum, dass die Kirmes und das große Festzelt an den vorgesehenen Stellen aufgebaut werden und die Schausteller die Strom- und Wasseranschlüsse erhalten.

Bis die Fahrgeschäfte und Buden fürs Schützenfest stehen, sind Karl-Heinz Kraus und Lutz Annacker rund um die Uhr erreichbar.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Die Mobiltelefone von Karl-Heinz Kraus (65) und seinem Stellvertreter und Mitstreiter Lutz Annacker (52) liegen derzeit immer in Hör- und Reichweite. Die beiden Platzmeister vom Hückeswagener Schützenverein kümmern sich darum, dass die Kirmes und das große Festzelt an den vorgesehenen Stellen aufgebaut werden und die Schausteller die benötigten Strom- und Wasseranschlüsse erhalten.

„Heute Morgen ging schon um 6 Uhr das Telefon, weil jemand den Schlüssel vom Stromkasten brauchte“, berichtet Karl-Heinz Kraus am Donnerstagmorgen. Der 65-Jährige hat das Amt des Platzmeisters schon seit Jahren inne und weiß, was in diesen Tagen auf ihn zukommt. Die beiden Tage vor Beginn des Schützenfests sind dabei besonders anstrengend. Nach dreijähriger coronabedingter Zwangspause müssen die Platzmeister sich nun wieder an Dinge erinnern, die in den Jahren zuvor Routine waren.

„Eigentlich beginnt unsere Arbeit schon im Februar, wenn wir die Schausteller anfragen“, berichtet Lutz Annacker, der den Job des Platzmeisters erst in diesem Jahr von seinem Vorgänger Alexander Schölzel übernommen hat. „Wir haben schon in der Corona-Zeit gefragt, wer denn wiederkommt, sobald wir wieder feiern dürfen“, fügt der 52-Jährige hinzu.

Familie Hoffmann aus Leverkusen hat uns mit ihrem Autoscooter den Hintern gerettet.

Lutz Annacker, Platzmeister

Die Platzmeister haben für die erste Kirmes seit Ausbruch der Pandemie den Etapler Platz neu ausgemessen und den Stellplan überarbeitet. Sie sind dankbar dafür, dass Einzelhändler Uwe Heinhaus zusätzlich seinen Platz hinter dem Spielwarenladen zur Verfügung stellt.

Auf dem Platz vor dem Rewe sind der Autoscooter, das Kinderkarussell, eine Schießbude, ein Trampolin sowie ein Getränke-, ein Süßigkeiten- und ein Churros-Stand aufgebaut. „Die Familie Hoffmann aus Leverkusen hat uns mit ihrem Autoscooter den Hintern gerettet“, betont Lutz Annacker. Denn der ursprünglich verpflichtete Anbieter hatte kurzfristig abgesagt. Eine Kirmes ohne Autoscooter sei jedoch schlichtweg undenkbar, sagt Annacker. In Richtung Bahnhofsplatz stehen ein Kinder-Kettenkarussell sowie Imbiss-, Eis- und Siggis Fischwagen. Ebenso kurzfristig abgesagt hat der Betreiber des „Breakdancers“, der auf dem Bahnhofsplatz hätte aufgebaut werden sollen.

„Die Schausteller haben zwar einen Vertrag mit uns und auch die Standgebühr bezahlt, aber zu wenig Personal, um ihre Fahrgeschäfte aufbauen und betreiben zu können“, nannte Karl-Heinz Kraus den Grund für die schmerzlichen Absagen. Die Platzmeister bedauern die Ausfälle und die Lücken, die dadurch auf der Schützenfest-Kirmes entstehen, sind aber machtlos. Bemühungen, einen Ersatz zu finden, scheiterten aufgrund der Kürze der Zeit. Die angefragten Anbieter, darunter der Musik-Express, hätten an diesem Wochenende bereits andere Verpflichtungen.

Schon seit Samstag sind die beiden Hückeswagener im Einsatz. „Zunächst mussten wir die Schilder mit dem Hinweis auf das Parkverbot vom Bauhof holen und aufstellen“, schildert Annacker die Vorbereitungen für die Kirmes. Ausgeschildert werden müssen nicht nur die Innenstadt, sondern auch das Brunsbachtal, wo die Wagen und Anhänger der Schausteller stehen, sowie der Schlossplatz. Getränke Lorse stellt für den Transport der Schilder einen Lkw zur Verfügung. Schon seit Dienstag sind die Zeltbauer mit der Errichtung des Festzelts beschäftigt, das die Schützen dekorieren und festlich herrichten. Natürlich sind die Platzmeister auch vor Ort, wenn der TÜV die Fahrgeschäfte und das Zelt in Bezug auf Standsicherheit, Fluchtwege und Brandsicherung begutachtet und abnimmt.

Am Donnerstagmittag, als die meisten Schausteller ihren Platz auf dem Etapler und Bahnhofsplatz gefunden haben, sind Kraus und sein Stellvertreter schon recht entspannt und gönnen sich einen Kaffee im Pappbecher. „Wir haben mindestens eineinhalb Wochen lang Schützenfest. Aber wenn es einmal läuft, sind wir nicht mehr gestresst“, verrät Kraus.

Das Schützenfest selbst, dass von Freitag bis Montag, 22. bis 25. Juli, stattfindet, können dann auch die beiden Platzmeister genießen. „Sobald ich die Uniformjacke anhabe, weiß ich, dass ich nichts mehr machen muss“, sagt der 65-Jährige und lacht.

Dem ersten Platzmeister ist bewusst, dass viele Familien während der Schulferien im Urlaub sind und aufgrund der gestiegenen Kosten sparen müssen. Dennoch hoffen die Schützen auf viele Besucher, „damit die ganze Arbeit nicht umsonst ist“, fügt Kraus hoffnungsvoll hinzu.

Hintergrund

Parken: Während des Schützenfests stehen die Parkplätze Wupperauen, an der Ladestraße, Goethetal und der Mitarbeiterparkplatz der Firma Klingelnberg zur Verfügung. Gesperrt sind Etapler- und Bahnhofsplatz sowie der Platz vor dem Aldi-Markt. 

Öffnungszeiten: Die Kirmes hat am Freitag ab 16 Uhr, Samstag ab 15 Uhr, Sonntag ab 11 Uhr und am Montag ab 14 Uhr geöffnet.

Preise: Der Familientag am Montag ab 14 Uhr bietet Karussellfahrten zu vergünstigten Preisen. 

Zelt: Im Festzelt an der Ladestraße gibt es an allen Tagen ein vielseitiges Festprogramm bei freiem Eintritt.

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