Tradition

Pfingsteiersingen ist zugleich Premiere und Generalprobe

Der MGV Liederkranz bei seinem Auftritt in Niederburghof. Tamara und Patric Löhr mit Friedhelm Schütte, Günter Seitz und Bernd Glaser vom MGV Liederkranz.
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Der MGV Liederkranz bei seinem Auftritt in Niederburghof. Tamara und Patric Löhr mit Friedhelm Schütte, Günter Seitz und Bernd Glaser vom MGV Liederkranz.

MGV Liederkranz zog singend von Hof zu Hof.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Mit Planwagen und bei schönstem Wetter machten sich am Samstagabend 16 Mitglieder des Männergesangvereins Liederkranz auf den Weg über die umliegenden Dörfer. Nach zweijähriger Corona-Pause ließ der Chor die alte Tradition des Pfingsteiersingens erneut aufleben. Von der Gaststätte Hager an der Grünestraße aus, dem ehemaligen Vereinslokal des Chores, ging es los.

Erstes Ziel war der Hof der Familie Löhr in Niederburghof, wo auch gleich das Pfingstlied auf Plattdeutsch und einige weitere mehrstimmige Lieder angestimmt wurden – wohlgemerkt ohne vorherige Probe. „Es ist Generalprobe und Premiere in einem“, sagte Vereinsvorsitzender Bernd Glaser, der am Samstag den Takt angab. Und das klappte trotz der langen Zwangspause selbst bei vierstimmigen Stücken erstaunlich gut. Zum Dank für das Ständchen gab es von den Hofbesitzern rohe Eier und zwischendurch auch mal ein Schnäpschen.

Sänger wollen jetzt wiederrichtig durchstarten

Die Tradition des Pfingsteiersingens wird in Hückeswagen nur vom MGV Liederkranz gepflegt, der nun wieder durchstarten will. „Wir sind auf der Suche nach einem neuen Probenraum und einen Dirigenten, nachdem unser Dirigent im Januar verstorben ist“, schilderte der Vorstand. Zurzeit treffen sich die Sänger an jedem dritten Donnerstag des Monats im Gesellenraum des Kolpinghauses, um die Gemeinschaft aufrecht zu erhalten.

Die Anwohner der Außenortschaften von Niederburghof bis Knefelsberg freuten sich über den Besuch der Sänger, wie Karla Stawicki: „Ich bin hier geboren und damit groß geworden.“ Nur einmal sei es in über 50 Jahren vorgekommen, dass man keine Gabe für die Sänger im Haus gehabt hätte. „Das war peinlich und passiert uns nie wieder“, fügte sie lachend hinzu. Nachbar Heinz Vijge hatte extra zu diesem Anlass die Eier seiner Hühner gesammelt. „Zwei Wochen vorher fange ich damit an“, erklärte er.

Eine Zwischenstärkung in Form von Grillwurst gab es für den MGV Liederkranz bei Horst Hebbinghaus in Altenholte. „Nach der langen Pause müsse jeder Sänger drei Würstchen essen, drei Bier und drei Schnäpse trinken, um die vorherigen Jahre auszugleichen“, soll der Landwirt im Vorfeld angekündigt haben. Nach mehreren Stunden Planwagenfahrt und Gesang fand das Pfingsteiersingen in Knefelsberg bei der Familie Weschenbach einen geselligen Abschluss mit den Sänger-Frauen. Die gesammelten Eier wurden dabei in einer großen Pfanne zu Rührei verarbeitet.

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