Schwimmbad

Personalengpass im Life-ness endet im August

Mit über 5000 Quadratmetern Gesamtfläche zählt das Freizeitcenter Life-ness zu den größten Einrichtungen seiner Art im Oberbergischen Kreis. Mario Banse ist seit Januar dort Betriebsleiter.
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Mit über 5000 Quadratmetern Gesamtfläche zählt das Freizeitcenter Life-ness zu den größten Einrichtungen seiner Art im Oberbergischen Kreis.

Radevormwalder Bäderbetrieb stellt neuen Mitarbeiter ein – Betreibergesellschaft hat noch andere Sorgen.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Viele Branchen klagen in diesen Zeiten über Fachkräftemangel. Und auch die Bäder machen keine Ausnahme. Aus vielen Städten kommen in den vergangenen Wochen Meldungen, dass Bäder vorübergehend geschlossen werden müssen, weil es an Personal fehlt.

So musste etwa das Solimare im niederrheinischen Moers, musste die Besucherzahl drosseln, um das vorhandene Personal nicht zu überfordern. Schließlich müssen die Mitarbeiter am Beckenrand den Überblick behalten, falls es zu Gefahrensituationen kommt.

Der Personalmangel hat mehrere Gründe. Eine Rolle spielt aktuell ein hoher Krankenstand wegen des weiterhin sehr aktiven Coronavirus. Die Pandemie hatte die Entwicklung ohnehin verschärft, denn weil die Bäder oft lange geschlossen waren, wanderte Personal in andere Branchen ab. Auch ist der Beruf wegen der unüblichen Arbeitszeiten bei Einsteigern nicht populär, das eben macht es auch für Gastronomen schwierig, derzeit Personal zu finden.

Eltern bieten ihren Kindern viel in der Freizeit, aber die Wassergewöhnung kommt zu kurz.

Mario Banse, Life-ness-Betriebsleiter

Und wie sieht es in Radevormwald aus? Eine Schließung wegen Personalmangels war bislang nicht nötig, doch Betriebsleiter Mario Banse räumt ein, dass auch am Life-ness die Situation nicht vorübergeht. „Wir haben derzeit eine Stelle nicht besetzt“, sagt er.

Mario Banse ist seit Januar im Life-ness Betriebsleiter.

Aber das wird sich bald ändern. Zum 1. August soll ein neuer Mitarbeiter eingestellt werden. Sorgen machen müssen sich Badbesucher bis dahin nicht, betont Banse. „Es ist immer gewährleistet, dass die Aufsichtspflicht erfüllt wird.“ In der Regel sind es zwei Personen, die dafür sorgen, eine für den Bäderbereich, eine für die Sauna, wo nicht zuletzt stündlich neue Aufgüsse anstehen.

Der Beruf, der im Volksmund meist schlicht als „Bademeister“ bezeichnet wird, heißt eigentlich „Fachangestellter für Bäderbetriebe“. Und wer glaubt, dafür brauche es nur eine Trillerpfeife und ein robustes Auftreten, der irrt sich. Es handelt sich um eine vielseitige Tätigkeit, zu der es zahlreiche Kenntnisse und Qualifikationen benötigt, über Technik und Hygiene beispielsweise. „Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre“, sagt Mario Banse. Auch die weitere Ausbildung zum Schwimmmeister beziehungsweise zur Schwimmmeisterin ist möglich. Im Fall des neuen Mitarbeiters, der das Team ab August verstärken wird, lägen allerdings schon Erfahrungen und Qualifikationen vor, so dass es hier schneller gehe.

Skeptisch betrachtet der Betriebsleiter des Life-ness jedoch manche Überlegungen in der Bäderbranche, die Schwellen bei der Qualifikation zu senken, um so dem Fachkräftemangel zu begegnen. Das sei nicht gut für das Renommee des Berufs, und letztlich könne das Senken von Standards beim beruflichen Einstieg als Vorwand verwendet werden, um die Löhne zu drücken.

Aggressive Besucher gibt es fast nur in Freibädern

Als Retter und Schlichter eingreifen zu können, ist natürlich ein Teil des Berufsbildes. Derzeit machen die Vorgänge in einem Berliner Freibad Schlagzeilen, wo Gruppen von aggressiven Besuchern andere Schwimmer und sogar das Personal bedrohten. „Diese Problematik gibt es vor allem in Freibädern, das kam auch schon früher vor“, sagt Mario Banse. Im Bereich von Hallenbädern seien solche Vorfälle eher selten. Hier müssten Schwimmmeister eher eingreifen, wenn Besucher im Wasser plötzlich schwächelten. „Wenn wir den Eindruck haben, dass jemand Schwierigkeiten hat, gehen wir präventiv auf die Menschen zu“, berichtet der Betriebsleiter.

Mit Sorge betrachtet Mario Banse, dass vielen Kindern heute nicht mehr das Schwimmen beigebracht wird. „Die Eltern bieten ihren Kindern heute zwar viel in der Freizeit, aber das Schwimmen und die Wassergewöhnung kommen dabei zu kurz“, hat er beobachtet. Das müssten dann oft die Mitarbeiter in den Bädern leisten, wozu die Kapazitäten freilich nicht ausgelegt sind.

Doppelspitze führt die Geschäfte

Die Bäder Radevormald GmbH hat zwei Geschäftsführer, neben Florian Weiskirch, der auch die Geschäfte der Stadtwerke leitet, ist nun der städtische Beigeordnete und Kämmerer Simon Woywod Teil der Doppelspitze. Mario Banse ist seit Januar Betriebsleiter. Der 41-Jährige aus dem Münsterland hat auch im Ausland berufliche Erfahrung gesammelt.

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