Kommunalwahl 2020

Parteien favorisieren ein zentrales Ärztehaus

Ein Arzt tastet den Rücken eines Patienten ab.
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Die ärztliche Versorgung in Hückeswagen ist ein Dauerthema. (Symbolfoto)
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Wahlprüfstein: Für die medizinische Versorgung in Hückeswagen sind zukünftig neue Denkansätze erforderlich

Von Jennifer Preuß

Hückeswagen. Für den 13. September sind auch die Hückeswagener zur Kommunalwahl aufgerufen. Gewählt werden der Bürgermeister, die Zusammensetzung des Stadtrates, der Landrat/die Landrätin sowie die Zusammensetzung des Kreistags. Der RGA hat dazu Wahlprüfsteine formuliert: Fragen, die den demokratischen Parteien zugegangen sind. Heute geht es um die medizinische Versorgung der Hückeswagener.

Frage: Wie soll die ärztliche Versorgung in Hückeswagen in Zukunft aussehen?

Die Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2020.

CDU: Die ärztliche Versorgung ist ein zentrales Thema, was viele Mitbürger bewegt. Im Hinblick darauf, dass einige Hausärzte in einigen Jahren den Ruhestand antreten, ist es wichtig, frühzeitig die Weichen zu stellen, denn junge Ärzte scheuen oft die Selbstständigkeit in einer Kleinstadt und suchen stattdessen die Festanstellung in einem Krankenhaus. Es sind also neue Denkansätze erforderlich. Einer dieser Ansätze hat die Stadt Neuenrade sehr erfolgreich umgesetzt. In Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung hat diese Stadt ein Ärztehaus errichtet und tritt als Arbeitgeber der dort niedergelassenen Ärzte auf. Ein solches oder ähnliches Modell ist auch in Hückeswagen denkbar.

SPD: Wir wollen uns für ein kommunales, ärztliches Versorgungszentrum einsetzen. Einige unserer Ärzte werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen, wobei eine Nachfolgelösung häufig nicht in Sicht ist. Mit einem kommunalen ärztlichen Zentrum hätten wir die große Chance, eine zukünftige Versorgung für unsere Bürger zu sichern.

FaB: Wir stehen einem kommunalen medizinischem Versorgungszentrum offen gegenüber, vor allem dann, wenn es uns nicht gelingt, den drohendem Ärztemangel entgegenzuwirken. In der Kleinstadt Neuenrade beispielsweise hat zu Beginn des Jahres 2020 das erste kommunale Medizinische Versorgungszentrum in NRW eröffnet. Mit dem MVZ will Neuenrade dem Ärztemangel entgegentreten. Der wichtigste Grund: Einzelpraxen sind beim ärztlichen Nachwuchs unbeliebt. Unflexible Arbeitszeiten, ein Wochenarbeitspensum von 60 Stunden, kein ärztlicher Austausch. Kommunale medizinische Versorgungszentren könnten ein Weg sein, dem Ärztemangel auf dem Land entgegenzutreten und somit auch eine Möglichkeit in Hückeswagen darstellen.

FDP: Bei der ärztlichen Versorgung brauchen wir die Stadt als Moderator, damit sich verschiedene Arztpraxen in gemeinsamen Räumen entwickeln können. Vielleicht gelingt es, einen Investor für das KGS-Gebäude zu finden, der dort ein Ärztehaus einrichten könnte.

Die Partei: Unsere Demografie könnte für ein MVZ sprechen, allerdings müssten mehr Möglichkeiten geschaffen werden, dieses zu erreichen. Denn sollte es im Bereich der Innenstadt platziert werden, könnte man es schlecht aus den Randregionen erreichen. Andererseits ist es generell schwierig, Ärzte aufs Land zu holen, also wäre vielleicht das Hoffen auf eine höhere Macht oder die Kooperation mit unseren Nachbarstädten am sinnvollsten.

Bündnis 90/Die Grünen: Hückeswagen braucht ein Ärztehaus sowie eine Zweigstelle auf Wiehagen. Fußläufig und barrierefrei für Hückeswagener müssen die wichtigen Ärzte und Ärztinnen in einem Gebäude erreichbar sein. Hierzu zählen wir Allgemeinmediziner sowie Fachärzte und natürlich auch einen Kinderarzt. Wiehagen benötigt ein Pendant.

AfD: Finanzielle Anreize schaffen, jungen Ärzte bei der Praxiseinrichtung oder -übernahme zum Beispiel mit einem Leasingmodell ohne Gewinn unterstützen. Infrastruktur für Haus- und Fachärzte aufbauen, Unterstützung von gemeinsam genutzten Praxen von verschiedenen Fachärzten nach dem Sharing-Prinzip.

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