Kostenpflichtig

Nur noch drei Testzentren sind übrig geblieben

Mitarbeiterin Gina Rode (r.) übergibt ein Testergebnis im Testzentrum der Montanus-Apotheke. Dort ist die Nachfrage momentan sogar leicht gestiegen, vermutlich aufgrund der Herbstferien und der Schüler-Testungen. Foto: Wolfgang Weitzdörfer
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Mitarbeiterin Gina Rode (r.) übergibt ein Testergebnis im Testzentrum der Montanus-Apotheke. Dort ist die Nachfrage momentan sogar leicht gestiegen, vermutlich aufgrund der Herbstferien und der Schüler-Testungen.

Seit sie kostenpflichtig sind, hat die Zahl der Corona-Tests stark abgenommen.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Der Schnelltest gehörte lange Zeit zum Corona-Alltag dazu. Entsprechend waren auch für eine relativ kleine Stadt wie Hückeswagen sechs Corona-Testzentren nicht zu viel, war die Auslastung doch überall recht hoch. Aber mit zunehmender Verbreitung der Impfung nahm das Testbedürfnis der Menschen auch in der Schloss-Stadt mehr und mehr ab.

Von den ursprünglich sechs Zentren sind mittlerweile nun nur noch drei übrig – das am Fleischmarkt in Kobeshofen, das neben der Montanus-Apotheke an der Islandstraße und das der Zahnarztpraxis Dr. Fadma Al Ghaddioui im Goethetal, die in der vorigen Woche wegen Urlaubs geschlossen hatte. Schon länger nicht mehr in Betrieb sind dagegen der mobile Test-Bus, das Testzentrum im ehemaligen Weinladen am Wilhelmplatz und die Teststelle der Oberbergischen Apotheke, die im ehemaligen Hotel zur Post eingerichtet worden war.

„Das öffentliche Testangebot ist immer auch eine Kosten-Nutzen-Frage.“

Stefan Haas-Nowak, Blumberg

Gina Rode ist seit Anfang des Jahres für die Reihentestung im Testzentrum der Montanus-Apotheke angestellt und nimmt die Testwilligen in Empfang. Ihrer Erfahrung nach ist das Thema „kostenpflichtige Tests“ gut kommuniziert worden. „Die allermeisten Leute wussten darüber Bescheid und haben sich höchstens noch über den Preis informieren wollen“, sagt die junge Frau. Da die Preise von den Teststellen individuell erhoben werden können, sei das für manche durchaus eine Überraschung gewesen. „Bei uns kostet ein Test 11,50 Euro, Schüler bis 18 Jahren können hingegen nach wie vor kostenlos zur Testung kommen“, sagt Gina Rode. Preisstaffelungen – etwa in Form von Zehner-Karten oder sogar monatlichen Flatrates – gibt es bei der Montanus-Apotheke noch nicht. Überlegungen dazu gebe es indes durchaus, sagt sie.

Am Freitagmittag ist nicht viel los im Testzentrum. „Insgesamt ist bei uns derzeit allerdings sogar ein bisschen mehr los als noch vor ein paar Wochen. Das liegt aber, wie ich glaube, vor allem an den Herbstferien. Denn wir haben im Moment tatsächlich hauptsächlich Schülerinnen und Schüler, die derzeit ja nicht in den Schulen getestet werden“, sagt Gina Rode. Im Testzentrum der Montanus-Apotheke sind es momentan rund 100 Menschen am Tag, die einen Test haben wollten. Wie gut die kostenpflichtigen Tests wirklich angenommen würden, werde sich vermutlich erst nach den Herbstferien zeigen, glaubt die Mitarbeiterin im Testzentrum.

Nach Gründen, warum die Menschen zu ihr kommen, fragt sie nicht. „Ich kläre nur, ob sie gegebenenfalls von den Gebühren befreit sind“, sagt Gina Rode. Denn neben den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren bekommen auch Menschen den Test kostenfrei, wenn sie sich nicht impfen lassen dürften – etwa weil sie schwanger in den ersten drei Monaten sind, positiv mit einem Schnelltest auf Corona getestet sind oder wenn der Test für die Beendung der Quarantäne nach einer Corona-Infektion benötigt wird.

Anders als im benachbarten Verkaufsraum ist im Corona-Testzentrum von Fleischwaren Blumberg, in dem sich zu Hoch-Zeiten vier Mitarbeiterinnen um die kostenfreien Bürgertests kümmerten, kaum noch etwas los. Jetzt ist nur noch Anja Christke, die eigentlich in der Qualitätssicherung arbeitet, in dem kleinen Büro tätig. „Wir haben auch die Stundenzahl deutlich reduziert – früher hatten wir von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 15 Uhr geöffnet, jetzt von Mittwoch bis Samstag von 12 bis 15 Uhr“, sagt Anja Christke. Und auch diese Öffnungszeiten würden auf den Prüfstand kommen. „Wir hatten 100 bis 150 Tests täglich – in dieser Woche können wir die Zahl der Tests an einer Hand abzählen“, sagt Stefan Haas-Nowak, Leiter Qualitätssicherung bei Fleischwaren Blumberg.

Die Geschäftsführung werde die weitere Entwicklung noch ein bis zwei Monate im Auge behalten und dann eine Entscheidung für das weitere Vorgehen treffen. „Das öffentliche Testangebot ist immer auch eine Kosten-Nutzen-Frage, für den internen Test-Gebrauch werden wir die Infrastruktur natürlich auch weiterhin nutzen“, betont Stefan Haas-Nowak.

Drei Testzentren

Apotheke: Testzentrum Montanus-Apotheke, Islandstraße 50. Der Test kostet 11,50 Uhr. Geöffnet ist von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 18.30 Uhr sowie samstags von 8.30 bis 13 Uhr.

Kobeshofen: Testzentrum von Fleischwaren Blumberg, Stahlschmidtsbrücke 7. Der Test kostet 14,99 Euro. Geöffnet ist von Mittwoch bis Samstag jeweils von 12 bis 15 Uhr.

Zahnärztin: Testzentrum Zahnarztpraxis Dr. Fadma Al Ghaddioui, Goehtestraße 22.

www.zahnarztpraxis-hueckeswagen.de

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