Initiative

Neustart in neuen Räumen für das Lebenscafé

Margareta Coenen (l.), Dagmar Wolf (M.) und Marianne Brenner empfangen Menschen, die einen Verlust erlitten haben.
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Margareta Coenen (l.), Dagmar Wolf (M.) und Marianne Brenner empfangen Menschen, die einen Verlust erlitten haben.

Die Initiative „Weitblick“ bietet Trauernden einen Austausch in geschützter Atmosphäre an.

Von Heike Karsten

Durch einen Verlust wird der Alltag schlagartig auf den Kopf gestellt. Die Welt bleibt scheinbar stehenzubleiben und sich nur für andere weiterzudrehen. Die einsetzende Trauer stellt dabei eine Ausnahmesituation dar, bei der bisherige Bewältigungsstrategien häufig nicht mehr helfen. Denn jeder Mensch verarbeitet die Trauer über den Verlust eines nahestehenden Menschen auf seine eigene Weise. Einige möchten lieber allein sein und ziehen sich zurück. Anderen hilft es, sich mitzuteilen und über ihre Trauer zu reden.

Das „Lebenscafé“ bietet allen Betroffenen ein niedrigschwelliges Gesprächsangebot und eine Begleitung durch diese schwere Zeit. Ein Team von ausgebildeten Trauerbegleiterinnen hört zu, macht Mut und gibt Rat. Während der Corona-Pandemie war das nur telefonisch möglich.

Seit dieser Woche wird jedoch wieder zu einem monatlichen öffentlichen Trauertreff eingeladen. In den Geschäftsräumen des Bestattungsinstituts Schmersal an der Bachstraße hat das „Lebenscafé“ nach zweijähriger Pause einen neuen Treffpunkt in einem schönen Ambiente gefunden.

Hier empfangen Margareta Coenen von der Ehrenamtsinitiative „Weitblick“, Dagmar Wolf und Marianne Brenner ab sofort an jedem zweiten Mittwoch im Monat Menschen, die einen Verlust erlitten haben und Hilfe suchen. Auf dem langen und blumenreich geschmückten Holztisch brennt eine Kerze, der Kaffee duftet und Süßes steht bereit. „Wir möchten in diesen Räumen neu starten, um in ungezwungener Atmosphäre mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen“, sagt Margareta Coenen. Dass Bedarf besteht, wissen die ausgebildeten Trauerbegleiterinnen aus vielen langen Gesprächen und Telefonaten mit Trauernden.

Wer trauert, zieht sich häufig zurück und kapselt sich von der Außenwelt ab. Einsamkeit und Depressionen, aber auch körperliche Leiden können die Folgen sein. Doch das Leben geht weiter, wenn auch nicht genauso, wie vor dem Verlust des geliebten Menschen. Diesen Weg zurück ins Leben möchten die Frauen vom „Lebenscafé“ behutsam begleiten. Die Hemmschwelle ist niedrig: Die Teilnahme an den Treffen ist kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung möglich.

Ins Leben gerufen wurde der Trauertreff Anfang 2020. Damals fanden die Treffen zunächst in der „Wohnwerk“-Orangerie, später in der Stadtbibliothek statt. Am neuen Standort im Bestattungshaus von Valentin Schmersal hat das „Lebenscafé“ einen geschützten Raum für die lockeren Gesprächskreise gefunden. Ein festes Programm oder Themenvorgaben gibt es nicht. „Manchmal tut es einfach nur gut, gemeinsam einen Kaffee zu trinken“, weiß Marianne Brenner aus Erfahrung. Jeder könne mit seinen Sorgen und Nöten kommen. Wie das Team helfen kann, entscheide sich individuell aus den Gesprächen. Denn der Trauerprozess ist so unterschiedlich wie die Menschen.

Darüber hinaus werden auch weiterhin Einzelgespräche und Hausbesuche nach Absprache angeboten. Wichtig sei, dass die Trauernden wieder am Leben teilnehmen, verdeutlicht Margareta Coenen. Daher auch der Name „Lebenscafé“. Auf dem Weg dahin ist natürlich auch Lachen erlaubt, beispielsweise über schöne und unvergessliche Erinnerungen an den Verstorbenen.

Hintergrund

Treffen: Das Team des „Lebenscafés“ lädt für jeden zweiten Mittwoch im Monat, 16.30 bis 18 Uhr, ins Bestattunghaus Schmersal, Bachstraße 31, ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer jedoch im Vorfeld Informationen benötigt, kann sich unter Tel. (01 79) 4 22 00 71 melden.

Ziel: In geschützter Atmosphäre können Betroffene sich mit anderen austauschen, aber auch im Einzelgespräch Rat und Hilfe holen.

Team: Das Angebot wird von ausgebildeten Trauerbegleiterinnen vertraulich und kostenfrei angeboten.

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