Schachspielgemeinschaft 

Neustart für das Spiel der Könige

Trainingsabend bei der Schachspielgemeinschaft Hückeswagen im Café Kiwie. Lina Goerzen (19) beim Spiel gegen Johannes Herzig.
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Trainingsabend bei der Schachspielgemeinschaft Hückeswagen im Café Kiwie. Lina Goerzen (19) beim Spiel gegen Johannes Herzig.

Schachspielgemeinschaft blickt mit Enthusiasmus nach vorne. Montags trifft man sich im Café Kiwie.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Schach ist normalerweise kein schnelles Spiel. So überrascht es nicht, dass es im Café Kiwie beschaulich und nachdenklich zugeht – montagabends, wenn sich die Schachspielgemeinschaft dort ab 17 Uhr zum Spiel der Könige trifft.

„Wir haben bereits Mitte 2022 mit Maskenpflicht und Sicherheitsabstand wieder mit dem Spielbetrieb angefangen“, sagt Lothar Schnell. Wobei im Dezember krankheitsbedingt wieder pausiert werden musste. „Lauter Erkältungen – kein Corona“, sagt Schnell. Daher ist der Start ins neue Jahr auch ein Neustart für die Schachgemeinschaft, die vor einigen Jahren aus dem damals aufgelösten Schachverein hervorgegangen ist.

Zwölf Schachfreunde haben sich am Montagabend eingefunden. Sie spielen an den Tischen im Café – die Bretter, Figuren und Uhren sind seinerzeit aus dem Fundus des ehemaligen Vereins übernommen worden. „Wir haben übrigens auch die Möglichkeit, die Materialien zu verleihen – eine einfache Anfrage genügt“, sagt Schnell. Man habe es damals bewusst unkompliziert halten wollen und nicht wieder einen Verein mit all seinen Strukturen gegründet. „Es ist sehr viel einfacher so“, sagt Schnell. Somit sei jeder willkommen, der gerne Schach spiele. „Und wenn man mal nicht kann, muss man sich auch nicht abmelden“, sagt Schnell. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Gemeinschaft ihr Hobby nicht durch die Teilnahme an regelmäßigen Turnieren mit anderen Vereinen auf jedes Wochenende ausdehnen müsse.

Und dennoch gibt es ein eigenes Hückeswagener Turnier – das Goldene Weberschiffchen. „Das ist quasi unsere eigene Stadtmeisterschaft “, sagt Schnell. Die habe man allerdings wegen der Pandemie drei Jahre nicht austragen können. „Aktuell sind wir dabei, den Spielplan vorzubereiten. Wer noch teilnehmen möchte, kann sich gerne bei uns melden“, sagt Schnell. Rund um Ostern soll das Turnier wieder starten. Auch der bislang letzte Gewinner, Erik Stokkentreef, wird wieder antreten, um seinen Titel von 2019 zu verteidigen. „Nach drei Jahren haben wir alle wieder große Lust, uns auch im Turnier zu messen“, sagt Schnell.

Grundsätzlich seien der Schachspielgemeinschaft über die Pandemie hinweg nur wenige Mitspieler abhanden gekommen. „Zwei Spieler sind nicht mehr mit dabei, der eine hat sich ein anderes Hobby gesucht, der andere ist weggezogen. Dafür haben wir aber auch neue Spieler bekommen“, sagt Schnell. Darunter sogar einen elfjährigen Jungen. „Wir haben die Möglichkeit, auch blutigen Anfängern das Schachspielen beizubringen.“ Genauso könne man Wiedereinsteiger wieder ans Spiel bringen. „Ich selbst habe schon als kleiner Junge das Spielen von meinem Vater gelernt, im Maschinenbaustudium habe ich mit einem Kommilitonen in der WG gewohnt, der auch gerne Schach gespielt hat. Wir haben so manche Zeit gespielt, in der wir uns eigentlich auf Klausuren vorbereiten sollten“, sagt Schnell und lacht. Später dann, als Berufstätiger, habe er für beinahe 30 Jahre keine Schachfigur mehr in die Hand genommen. „Klar, da muss man erst wieder ins Spiel schaffen – und das geht auch. Wenngleich man natürlich dann lange nicht auf ein Niveau kommt, das man vielleicht als junger Mensch erreicht, der kontinuierlich dabeibleibt“, sagt Schnell. Er habe erst mit Mitte 50 wieder mit dem Spielen angefangen. „Gegen Erik Stokkentreef etwa könnte ich niemals gewinnen – genauso gibt es aber in der Gemeinschaft Spieler, die ich schlagen kann“, sagt Schnell.

Schachspielen – das sei in erster Linie eine Konzentrationsübung. Aber eine, die vor allem auch viel Spaß machen soll. „Man kann auf diese Weise spielerisch seine Konzentrationsfähigkeit trainieren“, sagt Schnell. In der Schachspielgemeinschaft sei auf jeden Fall noch Platz für zahlreiche weitere Mitspieler. „Wir haben noch einen ganzen Raum im hinteren Café-Bereich, den wir nutzen können. Und auch, wenn man nur die Grundregeln kann – bei uns findet sich für jeden ein passender Spielpartner“, sagt Schnell.

Hintergrund

Termin: Wer das Schachspiel ausprobieren möchte, kann einfach am montags von 17 bis 19.30 Uhr ins Café Kiwie zum Spieltermin kommen. „Eine Anmeldung ist nicht nötig, Kosten entstehen nicht – bei Interesse kann man einfach vorbeikommen“, sagt Lothar Schnell, Sprecher der Schachspielgemeinschaft.

Spielstätte: Café Kiwie, Drosselweg 2 (Ecke Wiehagener Straße)

www.ssg-hueck.de

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