Kaum noch Stadtentwicklung möglich

Neuer Regionalplan schränkt Rade ein

Blick auf das Stadtgebiet von Radevormwald vom Turm der reformierten Kirche aus. In den Außenbereichen könnte die Stadt, wenn der aktuelle Regionalplan rechtskräftig wird, kaum noch wachsen und bliebe auf seine jetzige Größe beschränkt.
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Blick auf das Stadtgebiet von Radevormwald vom Turm der reformierten Kirche aus. In den Außenbereichen könnte die Stadt, wenn der aktuelle Regionalplan rechtskräftig wird, kaum noch wachsen und bliebe auf seine jetzige Größe beschränkt.

Entwurf sieht vor, dass kaum noch neue Wohnbebauung ausgewiesen werden könnte.

Von Stefan Gilsbach

Radevormwald. Verwaltung und Politik in Radevormwald machen sich Sorgen über den Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln. Dessen Regionalrat hatte in seiner Sitzung am 10. Dezember die Neuaufstellung des Plans für das Bezirksgebiet beschlossen. Ein Blick in die Unterlage ist für die Verantwortlichen im Rathaus der Bergstadt ernüchternd. Die Möglichkeiten der Stadt, neue Flächen für Wohnbebauung ausweisen zu können, werden stark eingeschränkt. Die Stadt würde regelrecht eingeschnürt, hätte künftig kaum noch Reserven zur Entwicklung, wenn der Regionalplan in dieser Form verabschiedet würde.

In der aktuellen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung ist der Regionalplan daher einer der wichtigsten Punkte. Die Stadt wird zu einer Stellungnahme aufgefordert. Diese liegt vor, darin erläutert Bürgermeister Johannes Mans, warum die Verwaltung den Plan in seiner jetzigen Form sehr kritisch sieht. Jetzt erklärte Mans: „Wir wollen nicht zurückstecken, sonst riskieren wird, dass die Stadt in ihren Möglichkeiten stark beschränkt wird.“

Flächen in Herbeck und Herkingrade sind in der Reserve

Burkhard Klein, Leiter des Bauverwaltungsamtes, und dessen Mitarbeiter Sebastian Krone erläuterten anhand von Karten, was das konkret bedeutet. Es gebe Flächen, die die Verwaltung für eine spätere Entwicklung in Reserve habe, dazu zählen unter anderem Areale in den Bereichen Herbeck und Herkingrade. Gerade der letztgenannten Fläche komme hohe Bedeutung für eine weitere Entwicklung der Wupperortschaften zu. Darauf geht auch der Bürgermeister in seiner Stellungnahme ein: Die Wupperorte seien dank Projekten wie dem Quartiermanagement auf einem guten Weg, die Aufenthaltsqualität sei gestiegen, damit auch die Bevölkerungszahlen. „Um eine Verstetigung des angestoßenen Prozesses langfristig zu unterstützen, bedarf es auch für die Wupperorte eine Möglichkeit der Siedlungsflächenentwicklung“, betont Mans. Mit dem Regionalplan würde dem jedoch ein Riegel vorgeschoben.

Die Grundlage für die Festlegungen in dem neuen Konzept bilden Untersuchungen über die jeweiligen Potenziale der Kommunen. „Wir zweifeln die Korrektheit der Daten nicht an“, stellt der Beigeordnete Simon Woywod klar. Aber man frage sich, inwieweit diese Aussagen über die Entwicklungsmöglichkeiten einer Stadt belastbar seien. In den vergangenen Jahren ließen statistische Projektionen tatsächlich erwarten, dass die Bevölkerung in Radevormwald in den kommenden Jahren unter die 20 000-Einwohner-Grenze fallen könnte. Doch nun gibt es die Hoffnung, dass der Trend durch das große Baugebiet Karthausen gewendet werden könnte.

Die Festlegungen, kritisiert die Verwaltungsspitze, führten zu einer Art selbsterfüllender Prophezeiung: Kommunen, die derzeit nicht wachsen, soll auch weiterhin die Möglichkeit zum Wachstum abgeschnürt werden, während das Potenzial in die Ballungsräume abwandert.

Radevormwald ist nicht die einzige Kommune im Oberbergischen Kreis, die mit den Ausführungen des neuen Regionalplans hadert. Allerdings befänden sich, so Burkhard Klein, andere Städte in der Region in einer weniger schwierigen Lage wie Radevormwald, weil sie zum Speckgürtel von Köln gehören.  „Wir sind hier in einer besonderen Situation“, betont Burkhard Klein. Das liege an der Randlage im Kreis und die Orientierung nach Wuppertal und Remscheid. Hier falle die Bergstadt in der Perspektive der Bezirksregierung Köln durchs Raster.

Immerhin gebe es von Seite der überregionalen Behörde die Möglichkeit, so genannte „Flex“-Flächen in die Pläne festzuschreiben, die sozusagen eine eiserne Reserve darstellen. In Radevormwald gibt es eine solche Fläche im Bereich Bergerhof. Dort allerdings, so die Meinung der Stadtverwaltung, nützt sie auf lange Sicht der Stadtentwicklung wenig. Daher strebe die Stadt an, diese Fläche mit den bereits erwähnten Arealen in Herbeck und Herkingrade zu tauschen.

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