Nahost-Korrespondent der Deutschen Welle referierte beim Friedensgespräch

Zum diesjährigen Friedensgespräch hat der Freundeskreis der Friedenskapelle Voßhagen in Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde Bonaventura Lennep und dem Katholischen Bildungswerk Solingen/Remscheid den langjährigen Nahost- Korrespondenten der Deutschen Welle Peter Philipp gewinnen können. Philipp referierte zum Thema "Kein Frieden in Nahost?".

Er erläuterte sehr anschaulich den Verlauf des Friedensprozesses und wesentlicher Ereignisse, die diesen beeinflussten. Aus der Erkenntnis, dass es bei diesem Konflikt keine Alternative zum Frieden gibt beziehungsweise auch aus diesem Zwang heraus wurde 1993 das Abkommen von Oslo unterzeichnet. Schon damals war den Beteiligten klar, dass die vorherige Sichtweise "Erst Sicherheit - dann Frieden" nicht umsetzbar war. Aus diesem Grunde wurde für die Umsetzung des Vertrages ein Zeitrahmen von sieben Jahren vorgesehen. In dieser Zeit sollten durch vertrauensfördernde Maßnahmen das gegenseitige Misstrauen und die Feindseligkeiten gegeneinander abgebaut werden, um zunächst eine Grundlage für Frieden zu schaffen, auf dessen Basis sich dann auch Sicherheit ergeben würde. Diese Absicht wurde von Extremisten auf beiden Seiten durchkreuzt.

Immer neue Attentate und Terror hatten die Folge, dass die Israelis Termine und Fristen des Osloer Abkommens ignorierten beziehungsweise nicht einhielten. Seitens der Palästinenser wurden die in Oslo getroffenen Vereinbarungen völlig neu interpretiert. Das vereinbarte Rückkehrrecht von Flüchtlingen (in die Grenzen von 1967) wurde derartig fehlinterpretiert, dass Arafat auf unbeschränktes Rückkehrrecht der Flüchtlinge bestand. Eine weitere unannehmbare Forderung Arafats war, Ost-Jerusalem zur Hauptstadt des zukünftigen Palästinenser-Staates zu machen. So verhärteten sich die Fronten erneut.

Nach Meinung Philipps wurde die zweite Intifada ausgerufen, um diesen Maximalforderungen Nachdruck zu verleihen. Denn die offiziellen Gründe (Besuch Sharons am Tempelberg und die Androhung der Israelis, weitere Siedlungen zu bauen) waren zu fadenscheinig, da seit 1993 ähnliche Vorkommnisse nicht zu blutigen Auseinandersetzungen führten. Er glaubt, dass die Strategie Arafats darin bestand, die USA und die EU zu veranlassen, Druck auf Israel auszuüben, um seine Visionen doch noch verwirklichen zu können.

Das erschreckende Ergebnis ist, dass der Nahe Osten erneut weit vom Frieden entfernt ist. Andererseits ist sich Philipp sicher, dass es keine Alternative zum Frieden gibt und das dieser Umstand auch von den Verantwortlichen erkannt wurde. Deshalb sei Frieden im Nahen Osten unumgänglich. Doch das werde noch seine Zeit dauern. Es fehlt aus seiner Sicht auf politischer Ebene bei beiden betroffenen Völkern - denn nur von diesen selbst kann der Konflikt gelöst werden - ein weiterer entscheidender Teil des Prozesses. Diese Politiker müssen nämlich den Mut zu verbindlichen Abkommen und zu Kompromissen haben. Sofern sie es schaffen, verlässliche Rahmenbedingungen für beide Seiten zu schaffen, könnten sie auch dem Extremismus entgegenwirken, der zur Zeit den Aushandlungsprozess so sehr belastet. Enttäuschend war, dass trotz intensiver Vorankündigung nur verhältnismäßig wenig Zuhörer zu dem sehr interessanten und mit sehr viel Fachwissen und Erfahrung zu diesem Thema gehaltenen Vortrag kamen. Abschließend für Interessierte: das nächste Friedensgebet in der Kapelle findet am 5. August statt.

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