Ehrung

Mrs. Ehrenamt wird 70 Jahre

Brigitte Thiel feiert am Freitag ihren 70. Geburtstag.
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Brigitte Thiel feiert am Freitag ihren 70. Geburtstag.

Für ihr Engagement erhielt die Hückeswagenerin Brigitte Thiel das Bundesverdienstkreuz.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Schaut man sich die Aufgaben und Posten an, die Brigitte Thiel bis heute zu bewältigen hat, müsste ihr Tag eigentlich 48 Stunden haben. Alle ehrenamtlichen Tätigkeiten aufzuzählen, ist kaum möglich. Zu lang ist die Liste, zu vielfältig sind die Projekte, die sie auf den Weg gebracht hat. Auch wenn die gelernte Zahnarzthelferin und Mutter zweier Söhne im Ruhestand ist, hat sie für die Sorgen und Wünsche anderer immer ein offenes Ohr. Am Freitag kann Brigitte Thiel mal nur an sich denken, dann feiert sie ihren 70. Geburtstag. „Den Tag werde ich mit meiner Familie im Kölner Weihnachtszirkus verbringen“, kündigt sie an.

Geboren ist Brigitte Schüttler, wie sie damals noch hieß, am 2. Dezember 1952 in Wuppertal. Mit ihrer jüngeren Schwester wuchs sie behütet auf, besuchte die Volksschule, später die Lenneper Hauptschule. 1966 zog die Familie nach Hückeswagen. Nach einer Ausbildung zur Frisörin arbeitete sie fünf Jahre als Stationshilfe im Krankenhaus Johannesstift. 1970 heiratete sie Ralf Thiel, im November kam Sohn Stephan zur Welt. Schon damals übernahm sie eine wichtige Aufgabe zum Wohl der Hückeswagener: „Bei uns liefen die Notrufe auf, wenn die Wache nicht besetzt war“, erinnert sich Brigitte Thiel. Noch gut kann sie sich an die Nacht erinnern, in der die Ruhmeshalle in Flammen stand. „Wir mussten die Einsatzkräfte anrufen, die die Sirene nicht hören konnten.“ Brigitte Thiel war dadurch oft ans Haus gebunden, wo sie sich um ihren Sohn und ihren 1970 geborenen Bruder kümmerte. Um nicht weiter im Schichtdienst arbeiten zu müssen, schulte sie zur Zahnarzthelferin um.

1982 kam Sohn Christian mit Down-Syndrom zur Welt. Durch seine Behinderung entstand der Kontakt zur Lebenshilfe Rhein-Wupper, wo sie seit 1998 im Vorstand tätig ist. Die Interessen von Menschen lagen der 69-Jährigen schon immer am Herzen. In Workshops hatte sie mit Kindern und Jugendlichen Plakate mit Wünschen entworfen und dem damaligen Bürgermeister Manfred Vesper vorgelegt. „Es gab zu der Zeit nicht viel für die Kinder in der Stadt“, sagte sie. Aus diesem Engagement ist das Hückeswagener Jugendzentrum entstanden; zwei Jahre später zählte sie zu den Mitgründern des Fördervereins für die städtische Jugendpflege. „Wir haben damals eine eigene Satzung gestrickt, die bis heute besteht“, sagt Brigitte Thiel.

In die Politik zu gehen, hatte sie nie geplant. „Als Ratsmitglied konnte ich aber viel mehr in Bewegung setzen“, erklärt sie. Zunächst schloss sie sich der UWG an, mit den Arbeitsschwerpunkten „Jugend“ und „Belange der Menschen mit Behinderungen“. 2003 gründete sie den politischen Bürgerverein „Freie aktive Bürger“ (FaB), den sie bis heute als Vorsitzende leitet. Anfang 2016 übernahm sie den Fraktionsvorsitz ihres Mannes im Rat.

In der Schloss-Stadt ist Brigitte Thiel auch unzertrennlich mit der Rehabilitations- und Behindertensportgemeinschaft (RBS) verbunden, die sie seit 1998 als Geschäftsführerin leitet. Unzählige Kurse werden vom Verein angeboten oder auch von ihr geleitet.

Für ihr vielseitiges Engagement wurde Brigitte Thiel 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Sie ist eine Frau der Tat und vor allem eine Frau mit Herz. Statt über Missstände zu klagen, ergreift sie selbst die Initiative. Von ihrem Engagement haben schon viele Menschen profitieren können. Auf die Frage, ob sie rückblickend etwas anders machen würde, kommt ein schnelles „Nein!“

„Meine Familie ist zufrieden und glücklich, dann bin ich es auch“, sagt die Rentnerin, die ihre selbst gesetzten Ziele erreicht hat. Die Nachkommen sind mittlerweile selbst im ehrenamtlichen und sozialen Bereich tätig, wie Sohn Stephan Thiel, der die Lebenshilfe Lüdenscheid leitet. Sohn Christian engagiert sich beim THW, die Enkeltöchter (15 und 17 Jahre) sind mit Leib und Seele Helfer im Rehasport.

Erholung brachten ihr die Urlaubsreisen mit Ehemann Ralf, die kurzen Auszeiten auf dem Campingplatz an der Bever-Talsperre oder auch das Bücherlesen am Abend.

Für die Zukunft wünscht sie sich vor allem Gesundheit. Und noch etwas steht auf der Wunschliste: „Gerne möchte ich miterleben, wie das Bürgerbad wieder öffnet“.

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