Montanusschule droht der Teilabriss

Der aus den 70er Jahren stammende Altbau der Montanusschule muss energetisch saniert werden, aber auch ein Teilabriss steht zur Debatte.
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Der aus den 70er Jahren stammende Altbau der Montanusschule muss energetisch saniert werden, aber auch ein Teilabriss steht zur Debatte.

Im Bauausschuss wurde der zweite Sanierungsabschnitt vorgestellt.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Die eine Schule ist gerade erst fertiggebaut, da rückt das nächste Großprojekt ins Rampenlicht: Die Montanusschule an der Weststraße soll in drei Bauabschnitten saniert werden. Los gehen soll es mit der Turnhalle, die bis 2024 erneuert werden soll. Der letzte Sanierungsabschnitt bezieht sich auf das Forum mit dem großen Versammlungsraum und den naturwissenschaftlichen Räumen sowie die Hausmeisterwohnung, deren Sanierung in den Plänen der Stadtverwaltung aktuell nur als Option geführt wird. In der Sitzung des Bauausschusses am Montagabend stellte Jörg Kurotobi vom städtischen Gebäudemanagement den Ausschussmitgliedern nun den zweiten Sanierungsabschnitt von Hauptgebäude mit seinen beiden Türmen und dem sogenannten Mittelriegel vor.

Das Hauptgebäude stammt noch aus den 70er Jahren, ist also gut 50 Jahre alt. „Das Problem für die Planung des Sanierungsabschnitts ist dabei, dass es keine Daten gibt. Klar ist nur – es muss etwas passieren“, betonte Kurotobi. Denn seit mehr als zehn Jahren dringe Wasser in die Schule ein, was der Bausubstanz nicht gerade zuträglich sei. „Es muss an dieser Stelle zunächst einmal geklärt werden, ob das Bauwerk überhaupt noch in einem Zustand ist, in dem es saniert werden kann“, sagte Kurotobi. Derzeit sei ein Statiker im Schulgebäude, um das zu eruieren. Das gehöre zu den nötigen Vorabmaßnahmen, ebenso wie die grundsätzliche Bestandsaufnahme des Gebäudes, die in Eigenleistung des Gebäudemanagements mit der Erstellung von CAD-Grundrissplänen vorgenommen werde.

Ebenfalls nötig sind ein Schadstoffgutachten, das erstellt werden muss, um die Belastungssituation im Bestand zu klären, und die Expertise zur Energie-Effizienz. „Ein solches Gutachten ist etwa auch für die Sporthalle gemacht worden“, sagte Kurotobi. Die Kosten für diese Vorabmaßnahmen würden neben der Eigenleistung der Bestandsaufnahme bei etwa 5000 Euro für den Bauzustandsbericht, etwa 15.000 Euro für das Schadstoffgutachten und etwa 3000 Euro für die Expertise des Energie-Effizienz-Experten liegen. Das Schadstoffgutachten wird direkt für das Forum mitgemacht. „Das ist günstiger, als wenn man im dritten Sanierungsabschnitt ein neues, einzelnes Gutachten dafür erstellen lassen würde.“

Im Grunde genommen seien diese Vorabmaßnahmen entscheidend dafür, was dann folgen werde. „Es wird ein Ergebnis geben. Das wird entweder zeigen, dass die Montanusschule saniert werden kann, oder, wenn das nicht der Fall ist, ein Teilneubau oder Abriss nötig wird“, betonte Kurotobi.

Für den Bauzustandsbericht werde ein Tischler in der ersten Woche der Herbstferien in die Hauptschule kommen, um sich den Zustand des Gebäudes genau anzusehen. „Danach wissen wir sehr viel mehr.“ Die Signale des Statikers seien nicht ganz schlecht. „Wenn aber herauskommen sollte, dass das Gebäude kaputt ist, kann ich mit der Planung aufhören und muss in eine andere Richtung gehen“, stellte der Verwaltungsmitarbeiter klar. Die Folgemaßnahmen seien die Ausschreibung sowie die Bestellung des Sanierungsfachplaners und von Architekten und Fachplanern. „Der Sanierungsfachplaner fertig ein Schadstoffkataster an, schätzt die Gefährdung ein, erstellt ein Konzept zum teilweisen Rückbau und stellt erste Kostenschätzungen für die Schadstoffsanierung an“, erläuterte Kurotobi.

In einem Wettbewerb würden die Architekten ihre Entwurfsplanungen für die bauliche Umsetzung einreichen. „Was allerdings zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht seriös gemacht werden kann, ist eine Angabe des Kostenrahmens“, betonte er. Weil eben alles Weitere von den Ergebnissen der Vorabuntersuchungen abhänge. Dieser müsse aber in den Haushaltsanmeldungen zumindest grob geschätzt angegeben werden. „Die Budgets für den zweiten Sanierungsabschnitt sind für die Haushalte von 2022 bis 2025 mit 5,087 Millionen Euro angegeben worden. Wenn die Ergebnisse der Vorabuntersuchungen vorliegen, werden diese Kostenschätzungen natürlich angepasst“, sagte Kurotobi. Allerdings müsse man auch mit „bislang unerwarteten Kostenexplosionen“ infolge der weltweit angespannten Lage rechnen. „Das bedeutet in der Konsequenz: Kostensteigerungen.“

Nach der Präsentation beschloss der Ausschuss einstimmig die Ausschreibung der Planer-, Fachplaner und Gutachterleistungen.

Hintergrund

An der Montanusschule werden etwa 200 Schülerinnen und Schüler von 18 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Die Hauptschule ist eine Ganztagsschule, die Kinder auch am Nachmittag unterrichtet. Zum Schuljahresbeginn startete wieder eine fünfte Klasse.

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