„Singen über Grenzen“

Mit Liedern Grenzen überwinden

Steffi Hölzle, Daniel Marsch und Eckhard Richelshagen (v.l.).
+
Steffi Hölzle, Daniel Marsch und Eckhard Richelshagen (v.l.).

Nach den Herbstferien startet die Musikschule ein Musik-Projekt speziell für Flüchtlinge.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Dass man mit Musik Grenzen überwinden, Hemmungen abbauen und Kontakte knüpfen kann, haben Steffi Hölzle und Daniel Marsch schon oft erlebt. Die beiden Musiker singen nicht nur in verschiedenen Sprachen und spielen Lieder aus unterschiedlichen Ländern, sie haben auch schon mit Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak gemeinsam musiziert. Nach den Herbstferien startet die Musikschule mit den beiden Dozenten ein neues Projekt unter dem Titel „Singen über Grenzen“. Eingeladen sind speziell Ukrainer, die vor dem Krieg in ihrer Heimat fliehen mussten.

„Wir laden herzlich ein zum gemeinsamen Singen. Mit Kindern und Erwachsenen zusammen wollen wir ukrainische und deutsche Lieder lernen und singen, gerne auch mit Instrumenten“, heißt es in dem zweisprachig erstellten Flyer. „Singen über Grenzen“ soll Gelegenheit bieten, sich zu treffen und auszutauschen. Daher sind auch deutsche Teilnehmer willkommen, die Freude am Singen und Musizieren haben.

Die Treffen finden ab 18. Oktober jeden Dienstag von 17 bis 18 Uhr in der Freien Evangelischen Gemeinde, Lindenbergstraße 9-11, statt. „Da dort auch die Deutsch-Kurse stattfinden, ist es eine Anlaufstelle für zwei Veranstaltungen“, sagt Musikschulleiter Eckhard Richelshagen. Acht Termine (bis 13. Dezember) sind vorerst geplant.

Dozent beherrscht Russischund kyrillische Schrift

Für das Projekt wurde in den Flüchtlingsunterkünften und Schulen schon fleißig Werbung gemacht und Flyer verteilt. Da eine Anmeldung zu dem kostenfreien Angebot nicht erforderlich ist, lässt sich im Vorfeld nur schwer abschätzen, wie groß das Interesse ist. „Wir lassen uns überraschen“, sagt Marsch mit Vorfreude auf die neue Herausforderung. Verständigungsprobleme sollte es nicht geben, denn die Musik steht im Mittelpunkt. Zudem beherrscht der Musikschuldozent sowohl russisch als auch die kyrillische Schrift. Offen ist auch das Liedgut, das aus deutschen und ukrainischen Liedern bestehen soll. „Wir wollen gegenseitig von uns lernen“, kündigt Steffi Hölzle an, die sich auch gut Rhythmusspiele und Tänze in dem einstündigen Kursus vorstellen kann.

Gefördert wird das Projekt von der Kulturstiftung der Länder mit dem Programm „Sonnenstunden“. Die Geflüchteten sollen die Möglichkeit erhalten, durch kulturelle Teilhabe das Erlebte zu verarbeiten und positive Momente für sich und mit anderen zu erleben. Marsch und Hölzle werden die Lieder mit Geige und Akkordeon begleiten. Eventuell kommt auch das Klezmer-Ensemble der Musikschule hinzu. Richelshagen könnte sich eine Abschlussvorführung, beispielsweise im Zuge des Offenen Adventskalenders, vorstellen. Die Flexibilität und Erfahrung der Dozenten lässt viel Spielraum für das Projekt.


Termine: 18. und 25. Oktober, 8., 15, 22. und 29. November, 6. und 13. Dezember.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Der Trauer eine Stimme geben
Der Trauer eine Stimme geben
Der Trauer eine Stimme geben
Zehnjährige will mit Gedicht Bücherei retten
Zehnjährige will mit Gedicht Bücherei retten
Zehnjährige will mit Gedicht Bücherei retten

Kommentare