Kooperation

Mit dem Kontrollboot auf der Bever unterwegs

Mit dem Boot des Wupperverbandes auf dem Gewässer unterwegs (von links): Andrea Jörres, Robin Frese (beide Ordnungsamt) und Talsperrenmeister Helmut Selbach.
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Mit dem Boot des Wupperverbandes auf dem Gewässer unterwegs (von links): Andrea Jörres, Robin Frese (beide Ordnungsamt) und Talsperrenmeister Helmut Selbach.

Seit 2004 gibt es eine Kooperation zwischen Wupperverband und Ordnungsamt.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Am Wochenende zieht es viele Menschen an die Bever-Talsperre. Denn was gibt es Schöneres, als den Feierabend mit einem Sprung ins kühle Nass zu krönen? Das Gewässer gehört in der Umgebung zu den beliebtesten Naherholungszielen. Wärme und Trockenheit gehen allerdings mit einer erhöhten Waldbrandgefahr einher – so schlimm wie in Brandenburg ist es im Oberbergischen noch nicht. Aber, und das ist das Ziel der gemeinsamen Kontrollfahrten von Wupperverband und Ordnungsamt, es muss ja auch nicht unbedingt zum Äußersten kommen.

Helmut Selbach ist Talsperrenmeister. Mit den beiden Ordnungsamtsmitarbeitern Andrea Jörres und Robin Frese, besteigt Selbach das Motorboot des Wupperverbands. Es ist eine kühle Brise, die einem ins Gesicht schlägt, sobald der Talsperrenmeister den Gashahn aufreißt und flott vom Betriebshof des Wupperverbandes entlang der Staumauer zur anderen Seite fährt. „Die Uferbereiche und Wälder entlang der Bever-Talsperre sind Landschaftsschutzgebiete. Die Talsperre ist auf der anderen Seite EU-anerkanntes Badegewässer. Entsprechend viel los ist an so warmen und sonnigen Tagen“, sagt Selbach. Gemeinsam kontrollieren Wupperverband und Ordnungsamt seit 2004 jede Bucht entlang der Talsperre. Vor allem geht es darum, die Gefahr von Waldbränden im Landschaftsschutzgebiet zu mindern.

Weil die Kooperation seit fast 20 Jahren besteht, sind die drei Kontrolleure im Boot bei den meisten Bever-Besuchern schon bekannt. Die ersten Badegäste am Ufer winken freundlich, man grüßt sich. „Wir haben bei den Menschen eine hohe Akzeptanz, sie wissen, warum wir hier unterwegs sind“, sagt Selbach. Es gehe um die Ansprache, um das Vermitteln, dass ein Waldbrand auch durch eine kleine Unachtsamkeit mit dem Grill schnell ausbrechen kann, wenn der Boden so trocken ist. „Wenn wir Grill und Kohle bei den Leuten sehen, fahren wir auf jeden Fall an Land. Dann geht es darum, zu sensibilisieren“, sagt Selbach.

Und schon wird ein Landbesuch nötig: Eine Gruppe Jugendlicher sitzt mit Shisha-Pfeife am Ufer, aus einer Boombox ertönt Musik. Andrea Jörres steigt aus, nachdem Selbach das Boot sicher angelegt hat. Sie spricht mit den Jugendlichen, verdeutlicht die Gefährlichkeit, die durch die Kohle in der Pfeife ausgeht. Die Jugendlichen müssen sie löschen, es zischt und dampft, als sie ins Wasser getaucht wird. „Ich glaube, dass die Jugendlichen im Moment ein wenig überfordert waren, als wir hier mit Motorboot und zu dritt angekommen sind“, meint die Ordnungsamtsmitarbeiterin schmunzelnd. Die Shisha ist aus, das Kontrollteam wird später noch einmal vorbeifahren, um zu überprüfen, ob die Jugendlichen sich an die Anweisung gehalten haben. „Das machen wir immer so“, sagt Selbach. Anderthalb bis zwei Stunden werden sie am Abend unterwegs sein – je besser das Wetter ist, um so länger die Kontrollfahrt.

Es gehe darum, den Badegästen auf Augenhöhe zu begegnen. „Ich bin in meinen anderthalb Jahren, die ich beim Ordnungsamt bin, noch nie angepöbelt worden. Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus“, sagt Andrea Jörres. Sie als Mitarbeiter des Ordnungsamts dürften – im Gegensatz zum Talsperrenmeister – im Fall des Falles auch Anzeigen ausstellen. „Das kommt aber auf dem Wasser kaum vor – die meisten Anzeigen gibt es wegen Falschparkens“, sagt Selbach. Wieder fährt er ans Ufer, dort sind ein paar junge Männer. Sie rufen schon von weitem: „Wir haben keinen Grill dabei, keine Sorge!“ Selbach gibt zurück: „Sehr gut, und die Zigarettenstummel?“ Für die hätten sie eine Blechdose mit, geben die Männer zurück. Schließlich würden sie die Natur gerne in dem Zustand hinterlassen, wie sie sie vorgefunden hätten.

Zufrieden fährt Selbach weiter – nicht ohne einen schönen Abend gewünscht zu haben. Höflichkeit punktet eben. Andrea Jörres und ihr Kollege sind sich einig: „Das ist ein super Teil unseres Jobs, der macht total viel Spaß.“

Bußgeld

Der Bußgeldkatalog für den Bereich Bever-Talsperre ist umfangreich. Wenn man etwa ein Feuer oder einen Grill anzündet und sich näher als 100 Meter vom Waldrand oder dem Landschaftsschutzgebiet befindet – kann das zwischen 25 und 2500 Euro kosten. Das Nichtbeaufsichtigen eines Feuers kostet 250 Euro. Und 80 Euro werden fällig, wenn man brennende oder glimmende Gegenstände im Wald fallenlässt oder wegwirft.

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