Besuch

Ministerin erlebt digitales Berufskolleg

Schulministerin Yvonne Gebauer im Gespräch unter anderem mit dem stellvertreten Berufskollegleiter Heinz Dörpinghaus.  
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Schulministerin Yvonne Gebauer im Gespräch unter anderem mit dem stellvertreten Berufskollegleiter Heinz Dörpinghaus.  

Yvonne Gebauer traf sich mit Vertretern der Privatschule, der Stadt und der Liberalen

Von Theresa Demski

Hückeswagen. Schulministerin Yvonne Gebauer ist die Überraschung ins Gesicht geschrieben. Und das gleich mehrfach. Sie hat in einem der hellen Klassenräume im Berufskolleg Hückeswagen Platz genommen, wo Schulleiter Gunnar Mühlenstädt über den Alltag an der Privatschule berichtet. „Wir haben in der Corona-Zeit sofort auf volldigitalen Unterricht umgeschaltet und hatten keinen Unterrichtsausfall“, sagt er. Yvonne Gebauer blickt auf: „Überhaupt keinen Unterrichtsausfall?“ fragt sie überrascht nach. „Keine Stunde“, versichert der Schulleiter und stellt das digitale System des Berufskollegs vor.

Digitale Schule dürfe nicht bedeuten, dass es Arbeitsblätter statt auf Papier nun als Datei gebe, sagt er. „Wir brauchen einen Mehrwert“, betont Mühlenstädt. Alle Auszubildenden seien mit einem Tablet ausgestattet worden – mit finanzieller Unterstützung der Unternehmen, den Partnern der Schule.

Yvonne Gebauer hört zu, greift Ideen auf und lobt

Und mit diesem Tablet werde das Lernen organisiert. „Typischen Unterricht wie früher finden Sie hier nicht“, stellt Mühlenstädt klar. Dann lobt er noch das Digitalpaket, das in der Schule eine zweite Generation der digitalen Aufrüstung ermöglicht habe. „Und ziehen alle Lehrer mit?“, fragt die Ministerin. Dieses Mal übernimmt der stellvertretende Schulleiter Heinz Dörpinghaus, selbst älteren Semesters, die Antwort: „Alle.“ Und wieder ist die Ministerin überrascht. Die Digitalisierung in der Schule mache einfach Spaß, sagt Dörpinghaus. „Ich habe selber viel gelernt.“

Yvonne Gebauer hat am Montag einen vollen Stundenplan – sie ist mit der FDP-Kreisvorsitzenden Ina Albowitz-Freytag auf Wahlkampftour. Hückeswagen und das Berufskolleg erreicht sie am späten Nachmittag. Hier warten Mühlenstädt und Dörpinghaus, aber auch Unternehmer Wolf-Dietrich Spelsberg von Firma Dohrmann, als Gesellschafter des Berufskollegs.

Bürgermeister Dietmar Persian ist gekommen und Liberale wie Jörg von Polheim und Nelli Lechner aus Hückeswagen und der Landtagskandidatin Annette Pizzato aus Radevormwald. Sie wollen mit der Schulministerin über Bildungsthemen ins Gespräch kommen, über Fachkräftemangel und das Bemühen, im ländlichen Raum Auszubildende zur rekrutieren. Im Mittelpunkt steht die Digitalisierung: Sie soll irgendwann dazu führen, dass Auszubildende dem Unterricht in Hückeswagen größtenteils online von zu Hause folgen können. „Soziales Lernen wird schon jetzt durch die Schaffung eines virtuellen Raums ermöglich“, sagt Mühlenstädt und stellt die Virtual-Reality-Brillen vor. Man brauche einfach noch etwas mehr Freiheit seitens der Politik, um diese Pläne auch umsetzen zu können, fordert er.

Yvonne Gebauer hört zu, greift Ideen auf und lobt: „Sie sind hier auch Vorreiter für andere Schulen“, sagt sie und denkt auch an die Möglichkeit, parallel zur Ausbildung die Hochschulreife zu erlangen. Politiker und Schulvertreter sind sich einig: Sie wollen den Schülern Wertschätzung entgegenbringen, indem sie ihnen hochwertiges Material und gute Schulen anbieten. „Wir müssen die Jugendlichen von der Couch kriegen“, macht die Ministerin deutlich.

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