Landtagswahl 2022

Lokalpolitiker zwischen großer Freude und Enttäuschung

Zweistimmen Landtagswahl NRW 2022 Oberbergischer Kreis I
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Zweistimmen Landtagswahl NRW 2022 Oberbergischer Kreis I

Ergebnis der Landtagswahl wird in Hückeswagen naturgemäß unterschiedlich kommentiert.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Die Bundespolitik hat wohl mehr Einfluss auf das Wahlergebnis der Landtagswahlen, als die Arbeit der Parteien auf kommunaler Ebene. Jürgen Becker, Fraktionschef der SPD, erklärt sich so auch die Verluste seiner Partei. „Die zögerliche Kommunikation aus Berlin hat sicherlich zu dem Ergebnis beigetragen“, spekulierte er am Wahlabend. Man sei natürlich enttäuscht, war es doch das Ziel gewesen, stärkste Partei im Land zu werden. „Die CDU hat keine Fehler gemacht im letzten halben Jahr“, gab er zu. So hätten Teile der Landesregierung, wie NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), einen guten Job gemacht, wogegen die Corona-Politik von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und die Pflegekammer von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) eher als Misserfolge gewertet worden wären. Für SPD-Landtagskandidat Thorben Peping tat ihm das Ergebnis leid. Becker: „Er ist ein guter Mann. Ich hätte mich gefreut, wenn er es in den Landtag geschafft hätte.“

Freuen konnte sich die CDU, die aus der Wahl als stärkste Partei hervorgegangen ist. Deren Stadtverbandsvorsitzender Marc von der Neyen war daher bei der Präsentation der Wahlergebnisse im Glasfoyer am Sonntagabend bester Stimmung. „Wir hätten nicht mit so einem deutlichen Ergebnis gerechnet. Es zeigt, dass der Wähler zufrieden war“, machte er die Arbeit von Schwarz-Gelb der vergangenen fünf Jahre für den Erfolg verantwortlich. Eine schwarz-grüne Koalition könnte sich von der Neyen durchaus vorstellen. „Damit hätten wir einen komfortablen Vorsprung.“

Die Ortsverbandsmitglieder der Grünen hatten ebenfalls allen Grund, gemeinsam im Eiscafé Friuli das Wahlergebnis zu feiern. „Wir haben das bis jetzt beste Ergebnis erreicht und es mit 18 Prozent verdreifacht“, freute sich der Fraktionschef Egbert Sabelek. Die Grünen hätten in NRW wie auch im Bund gute Arbeit geleistet. „Habeck und Baerbock geben uns auf jeden Fall Auftrieb“, zeigte er sich überzeugt. Das Wahlergebnis in NRW gebe zudem der Klimapolitik, die bei den Grünen im Vordergrund steht, einen kräftigen Aufschub. „Wir wollen von Kohle und konventioneller Energie unabhängig werden – hin zu mehr Windkraft und Photovoltaik“, betonte Sabelek.

„Die CDU hat keine Fehler gemacht im letzten halben Jahr.“

Jürgen Becker, SPD

FDP-Fraktionsvorsitzender Jörg von Polheim bedauerte das Ergebnis der Liberalen, für die es nur knapp zum Wiedereinzug gelangt hatte: „Wir haben ganz klar verloren. Wir müssen sehen, wie wir damit umgehen.“ Die Erfolge der letzten Landesregierung seien mit der CDU als Koalitionspartner nach Hause gegangen.

Positiv überrascht vom Ergebnis auf kommunaler Ebene zeigte sich AfD-Fraktionsvorsitzender Markus Lietza. In Städten wie Radevormwald und Hückeswagen, wo die AfD aktiv ist, gibt es ein entsprechendes Wahlergebnis mit Zuwachs. Auf Landesebene hat die Partei jedoch einige Wähler verloren. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir die sieben Prozent gehalten hätten. Aber da die AfD von oben auf Bundesebene eingestiegen ist, fehlt der kommunale Unterbau“, so Lietza.

Enttäuscht zeigten sich die Ortspolitiker, wie auch Bürgermeister Dietmar Persian von der geringen Wahlbeteiligung (etwa 56 Prozent). Marc von der Neyen suchte nach den Gründen: „Die Themen sind nicht so nahbar für die Leute.“

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