Verkehr

Kreisel in Westenbrücke kommt nur mit B 237n

Nach dem tödlichen Unfall in Westenbrücke begann in den sozialen Medien die Diskussion um einen Kreisel an dieser Stelle.
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Nach dem tödlichen Unfall in Westenbrücke begann in den sozialen Medien die Diskussion um einen Kreisel an dieser Stelle.

An der äußeren Ortsumgehung wird weiter geplant.

Von Stephan Büllesbach

Der Unfall im Einmündungsbereich von K 5 und B 237 in Westenbrücke vor einem Monat, bei dem ein 78-jähriger Rollerfahrer aus Hückeswagen an seinen schweren Verletzungen gestorben war, hat in den sozialen Medien die Diskussionen um die äußere Ortsumgehung und vor allem um den Bau eines Kreisverkehrs an der Stelle befeuert. Unsere Redaktion hat nachgefragt, wie der aktuelle Sachstand bei den Planungen für die B 237n ist.

Was ist geplant?
3,6 Kilometer lang wird die äußere Ortsumgehung (B 237n) einmal sein, so sie denn tatsächlich gebaut wird. Schließlich wird daran seit 50 Jahren geplant. Sie soll zunächst auf der Trasse der heutigen K 68 von Kammerforsterhöhe bis Westhoferhöhe und von dort auf der jetzigen K 5 an Röttgen, Grünestraße, Altenholte, Posthäuschen und Kobeshofen vorbei bis Westenbrücke verlaufen. Zudem ist die Errichtung von drei Kreisverkehren vorgesehen: in den Einmündungsbereichen von B 237 und K 5 in Westenbrücke/Kobeshofen, von K 5 und L 68 in Westhoferhöhe und von L 68 und B 237 in Kammerforsterhöhe. 2018 wurden die Baukosten für die äußere Ortsumgehung auf etwa 19 Millionen Euro geschätzt, mittlerweile dürfte das Ganze deutlich teurer werden.

Was sagt der Landesbetrieb?
Die B 237n steht bei der Gummersbacher Niederlassung des Landesbetriebs Straßen ganz oben in der Prioritätenliste. „Wir arbeiten aktiv daran, das kann ich versprechen“, bestätigt Bianca Höfinghoff, die Abteilungsleiterin Planung. „Ich habe dazu wöchentlich Videokonferenzen mit Ingenieurbüros und meinen Mitarbeitern.“ Zurzeit werden die Pläne aktualisiert, damit sie spätestens zum Jahresende die an die Bezirksregierung Köln weitergeleitet werden können. Das muss dann das notwendige Planfeststellungsverfahren einleiten. Nicht abschätzen kann sie, wann endlich Baurecht gilt. Nach einem Erörterungstermin steht der Planfeststellungsbeschluss, gegen den dann wieder Klage eingereicht werden kann.

Ein Kreisverkehr in Westenbrücke kann jedenfalls erst gebaut werden, wenn für die äußere Ortsumgehung tatsächlich Baurecht gilt. „Wir könnten dann aber versuchen, den Kreisel früher zu errichten“, sagt Bianca Höfinghoff. Die Stadt Hückeswagen habe keinen Einfluss auf dessen Bau oder den der B 237n. Die Planungen liegen einzig und allein beim Landesbetrieb und der Bezirksregierung.

Was sagt die Polizei?
Im Frühjahr 2021 wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der B 237 zwischen den Kurven bei Kobeshofen und Mühlenberg auf 60 km/h gesenkt, da die Einmündung K 5 / B 237 seit 2020 als Unfallhäufungsstelle eingestuft ist. „Das bedeutet, dass die Unfallkommission aus Straßenverkehrsamt, Landesbetrieb und Polizei prüft, ob und welche Maßnahmen erforderlich sind, um das Unfallrisiko zu minimieren“, erläutert Polizei-Sprecherin Monika Treutler. Ist eine Örtlichkeit als Unfallhäufungsstelle eingestuft, wird jeder Unfall unter die Lupe genommen. Könnten bauliche oder verkehrsregelnde Maßnahmen dazu führen, Unfälle dieser Art zu verhindern? Wie wirken sich Maßnahmen auf das Unfallgeschehen aus? „Dabei muss man Ursachen unterscheiden, die beim Unfallverursacher liegen und die mit solchen Maßnahmen nicht zu verhindern sind, wie Alkohol, Handynutzung oder Geschwindigkeit“, erläutert Treutler. Ihre Auswertung der Unfälle der vergangenen fünf Jahre in diesem Bereich hat folgendes Ergebnis gebracht: 2017: drei Unfälle mit einem Leichtverletzten (Ursachen waren Vorfahrtsmissachtung, fehlender Abstand); 2018: keine Vorkommnisse; 2019: vier Unfälle mit insgesamt vier Leichtverletzten (Vorfahrt, Abstand, Fehler beim Einfahren); 2020: fünf Unfälle mit vier Leichtverletzten (Vorfahrt, Fehler des Fahrers); 2021: zwei Unfälle mit je zwei Schwer- und Leichtverletzten (Vorfahrt, Fehler beim Einfahren). In diesem Jahr gab es zwei Unfälle nach Vorfahrtsmissachtungen: Am 23. Februar wurde ein Beteiligter leicht verletzt, am 14. Juni erlitt ein Rollerfahrer so schwere Verletzungen, dass er kurze Zeit später im Krankenhaus verstarb. „Da die Stelle als Unfallhäufungsstelle deklariert ist, fließt natürlich auch der letzte schwere Unfall an dieser Stelle in die Bewertung und Prüfung ein“, berichtet Monika Treutler.


Was sagt die Stadt? 
Bürgermeister Dietmar Persian hat mit dem Leiter der Regionalniederlassung des Landesbetriebs über die äußere Ortsumgehung gesprochen. „Mir wurde versichert, dass man intensiv daran arbeite, um baldmöglichst die Unterlagen für die Fortsetzung des Planfeststellungsverfahrens bei der Bezirksregierung Köln einzureichen.“ Im Moment steht die Terminabstimmung für eine öffentliche Bürgerveranstaltung des Landesbetriebs an, die im Herbst stattfinden soll. Persian: „Nach wie vor sind wir hier in Politik und Verwaltung davon überzeugt, dass die äußere Ortsumgehung wichtig ist für die Entwicklung in der Innenstadt.“

Unfallarten: Voraussetzung für eine Unfallhäufungsstelle: Innerhalb eines Jahres müssen sich drei Unfälle der Kategorien 1 bis 4 des gleichen Grundtyps – etwa durch Auffahren, zu hoher Geschwindigkeit oder beim Abbiegen – ereignet haben. Oder in der Drei-Jahresbetrachtung muss es drei Unfälle der Kategorien 1 und 2 oder fünf Unfälle der Kategorien 1 bis 3, dann aber unter Beteiligung von Fußgängern oder Radfahrern, gegeben haben.

Kategorien: Kategorie 1 sind Unfälle mit Getöteten, Kategorie 5 sind Unfälle mit leichten Sachschäden.

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