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Knappe Kapazitäten in der Pflege

Trauerbegleiterin Dagmar Wolf (l.), Christine Prinz (OBK) und Diana Hintemann (Stadtverwaltung) auf dem Stand auf dem Wochenmarkt.
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Trauerbegleiterin Dagmar Wolf (l.), Christine Prinz (OBK) und Diana Hintemann (Stadtverwaltung) auf dem Stand auf dem Wochenmarkt.

Senioren- und Pflegeberatung informierte auf dem Wochenmarkt

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Es war bereits das dritte Mal, dass die Senioren- und Pflegeberatung der Schloss-Stadt und des Oberbergischen Kreises auf dem Hückeswagener Wochenmarkt mit einem Stand präsent war. Aber mit einer besonderen Veränderung, wie Diana Hintemann, in der Stadtverwaltung als Pflegeberaterin tätig, mitteilt: „Es hat diesmal den Anschein, dass viele Bürgerinnen und Bürger gezielt mit Problemen und Anliegen zu uns kommen.“ Dabei seien es vor allem Angehörige, die Hilfe suchten: „Es geht in aller Regel um den pflegebedürftigen Partner, die Mutter oder den Vater.“

Auch ein thematischer Schwerpunkt habe sich schon früh herausgestellt. „Es geht vor allem darum, dass das Angebot der ambulanten Pflege in Hückeswagen im Moment nicht ausreichend ist. Es gibt allerdings einige neue Anbieter in Sachen Hauswirtschaft. Daher werden die Menschen künftig zweigleisig fahren müssen“, sagt die Pflegeberaterin. Früher seien die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten im Bereich der ambulanten Pflege auch von den Pflegediensten übernommen worden. „Die können das aber heute nicht mehr leisten – der Fachkräftemangel macht sich hier gerade sehr deutlich bemerkbar“, sagt sie.

Es ist dabei auf dem Stand schon so, dass sich aus der Nachfrage eine Art Beratungsgespräch entwickelt. Auch wenn man nicht sofort eine Lösung anbieten könne, wüssten die Menschen jedenfalls schon, wohin sie sich wenden könnten. „Weitere Möglichkeiten sind dann ein Hausbesuch – ein weiterer Schwerpunkt meiner Tätigkeit“, sagt Diana Hintemann.

Der Grundsatz laute:ambulant vor stationär

Der Grundsatz der Senioren- und Pflegeberatung laute: „Ambulant vor stationär.“ Das komme letztlich allen Beteiligten entgegen – den Seniorinnen und Senioren, die wesentlich länger zu Hause wohnen könnten, den Angehörigen, die entlastet seien und nicht zuletzt den Pflegekassen, für die eine ambulante Versorgung wesentlich günstiger sei als eine stationäre.

Christine Prinz, die beim Oberbergischen Kreis die Senioren- und Pflegeberatung koordiniert, sieht in der Präsenz auf Wochenmärkten eine wichtige Form der Öffentlichkeitsarbeit. „Oft genug kommen die Menschen erst sehr spät zu uns, weil sie einfach nichts von dem Angebot gewusst hätten“, sagt sie. Dabei könne man sehr viel zu Hause stemmen, wenn man nur mit den richtigen Maßnahmen auf eine eventuelle Pflegebedürftigkeit reagieren würde.

Sie sieht allerdings auch, dass ein Wissen um die Angebote alleine nicht genüge. „Gerade im Nordkreis ist der Fachkräftemangel im ambulanten Bereich deutlich spürbar.“


diana.hintemann@
hueckeswagen.de

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