Konzept entwickeln

Klimaschutz-Beauftragter startet bald

Marius Burmester ist schon gespannt auf seine neue Arbeitsstelle als Klimaschutz-Beauftragter bei der Stadt Hückeswagen.
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Marius Burmester ist schon gespannt auf seine neue Arbeitsstelle als Klimaschutz-Beauftragter bei der Stadt Hückeswagen.

Marius Burmester wird zum 1. September neu geschaffene Stelle in Hückeswagen antreten.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Noch sitzt der Wahl-Kölner Marius Burmester an seiner Masterarbeit. Ab 1. September wird sein Schreibtisch jedoch in Hückeswagen stehen. Dann beginnt der 31-jährige mit seiner Arbeit als erster Klimaschutz-Beauftragter der Schloss-Stadt.

In den Nachbarstädten Radevormwald und Wipperfürth ist diese Stelle schon seit 2019 besetzt. Im März 2021 hatte der Hückeswagener Stadtrat nach einem Antrag der Grünen beschlossen, eine solche Stelle auch für die Schloss-Stadt einzurichten. Bis die Förderung aus Bundesmitteln jedoch bewilligt wurde, ging noch einige Zeit ins Land.

Nun wird Marius Burmester also die Stelle des Klimaschutzmanagers in Hückeswagen antreten. Er freut sich bereits auf die Aufgabe. Immerhin kennt er sich in der Schloss-Stadt gut aus, denn hier ist er geboren und aufgewachsen. Auch seine Eltern sind hier heimisch. „Mein Vater hat die Anzeige in der Zeitung gesehen“, erzählt der Master-Student, der mit seiner Partnerin im November nach Köln gezogen ist. Auf seine Bewerbung hin lud die Stadt den 31-Jährigen zum Vorstellungsgespräch ein – und offensichtlich hat es gepasst. Noch weiß Marius Burmester nicht, ob sein künftiges Büro im Rathaus oder im Bürgerbüro eingerichtet werden wird. „Im Schloss zu arbeiten, wäre natürlich schön“, sagt er.

Vor seinem Studium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen besuchte Marius Burmester die Rudolf-Steiner-Schule in Bergisch Born. „Nach der Schule habe ich angefangen, mich für die Folgen meines Handelns und generell das Thema Nachhaltigkeit zu interessieren“, berichtet Burmester. Eine Freundin, die damals Entsorgungsingenieurwesen an der RWTH studierte, habe ihm dann vom neu geschaffenen Studiengang Umweltingenieurwissenschaften erzählt. „Dieser klang interessant, und ich habe mich dort eingeschrieben“, erzählt er.

Der nun anstehende Wechsel ins Berufsleben ist für den 31-Jährigen ein Sprung ins kalte Wasser. Denn es gibt keinen Vorgänger, der den neuen Stadtmitarbeiter unter seine Fittiche nehmen und einarbeiten könnte. Um einen ersten Einblick zu erhalten, welche Themen auf ihn warten, hatte er am 12. Mai den Umweltausschuss als Zuhörer besucht. „Meine Hauptaufgabe wird es sein, ein Klimaschutzkonzept für die Stadt zu entwickeln“, fasst Marius Burmester seine Aufgaben grob zusammen.

Meine Hauptaufgabe wird es sein, ein Klimaschutzkonzept für die Stadt zu entwickeln.

Marius Burmester, künftiger Klimaschutzbeauftragter

Zunächst stehe eine erste Bestandserfassung an, um zu ermitteln, welche Möglichkeiten und Potenziale es gibt, um das Leben und Arbeiten in der Schloss-Stadt nachhaltiger zu gestalten.

„Danach wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, der aufzeigt, wie es möglich ist, weniger klimaschädlich zu handeln“, fügt der Fachmann hinzu. Der Austausch mit den Bürgern sowie eine gute Öffentlichkeitsarbeit sei dabei ebenso wichtig, um die nötige Akzeptanz zu schaffen. Dabei gehe es um Motivation und das Aufzeigen der Dringlichkeit des Handelns. Jeder Mensch könne Verantwortung übernehmen, beispielsweise durch einen bewussteren Konsum oder die Nutzung erneuerbarer Energien.

„Mobilität ist auch ein Thema, das sich in Zukunft ändern wird und klimaverträglicher gestaltet werden muss“, sagt Burmester. Dass die Nutzung von Fahrrad und Bus statt Auto besonders in ländlicher Umgebung schwierig ist, sei dabei eine besondere Herausforderung. Der zukünftige Klimaschutz-Beauftrage möchte sich dazu mit seinen Kollegen aus den Nachbarstädten und dem Oberbergischen Kreis austauschen. „Wir haben dasselbe Ziel, daher muss man das Rad nicht neu erfinden“, sagt der Kölner und setzt auf ein gutes Netzwerk.

Zurzeit sind seine Gedanken aber noch bei der Masterarbeit mit dem Titel „Experimentelle Untersuchung zur Verwendbarkeit von Vliesen aus recycelten Carbonfasern als Betonbewehrung“. Dabei gehe es darum, eine Alternative für Stahl als Verstärkung von Betonbauteilen zu finden, die weniger energieintensiv in der Herstellung ist. „Mein Ziel ist es, bis Ende August mit der Masterarbeit fertig zu werden, um befreit in den Job zu gehen“, kündigt Burmester an. „Bisher sieht es gut aus“, ist er optimistisch.

Und vielleicht bleibt danach auch wieder mehr Zeit für die Hobbys des 31-Jährigen, wie das Volleyballspielen im Ligabetrieb. Überhaupt sei Team- und Ballsport seine Leidenschaft, wozu auch die neue Trendsportart Spikeball zähle, die sich prima mit Freunden im Park spielen lasse. Gerne, aber nur selten, mache er auch Musik. „Ich spiele Gitarre und hatte an der Musikschule Hückeswagen bei Cosimo Erario Unterricht“, sagt er.

Erfahrungen im Berufsleben konnte Marius Burmester bereits bei seinem Job als Werkstudent in einem Ingenieurbüro in Aachen sammeln, wo er etwa eineinhalb Jahre gearbeitet und unter anderem Gebäudesimulationen für Energieberatungen durchgeführt hat.

Jetzt freut er sich aber erstmal auf die neue Arbeitsstelle in der Schloss-Stadt. „Es wird bestimmt spannend“, ist er überzeugt und voller Motivation.

Hintergrund

Aufgaben: Klimaschutzbeauftragte unterstützen die Kommune dabei, die internationalen Vereinbarungen zum Klimaschutz auf lokaler Ebene umzusetzen.

Maßnahmen: Dafür unterstützen sie Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen sowohl innerhalb der Verwaltung als auch in der gesamten Kommune.

Beratung: Sie sind Ansprechpartner für Politik und Verwaltung, Industrie, Handwerk und die Bürger. Ziel ist es, verstärkt Klimaschutzaspekte in alle Abläufe zu integrieren und ein Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen.

Förderung: Die Stellen der Klimaschutzmanager können finanziell gefördert werden.

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