Hückeswagen

Kleingärtner bereiten sich auf Winter vor

Anatolij Erbes, Gerhard Wons und Anatoli Ulrich (v .l.) helfen, die Kleingartenanlage auf Wiehagen winterfest zu machen.
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Anatolij Erbes, Gerhard Wons und Anatoli Ulrich (v .l.) helfen, die Kleingartenanlage auf Wiehagen winterfest zu machen.

Alle 81 Parzellen in Wiehagen sind derzeit verkauft – Dazu gibt es eine lange Warteliste.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Auf dem Gelände des Kleingartenvereins auf Wiehagen bereitet man sich derzeit auf den Winter vor, wobei die meisten Arbeiten bereits abgeschlossen sind. Es ist ja schon Ende Oktober. Am Samstag geht es aber noch einmal richtig hektisch zu, immerhin ist ein Schredder des Bauhofs auf der Kompostanlage des Kleingartenvereins angekommen, um die Äste von Hecken und Bäumen kleinzuhäckseln.

„Das wird dann auf Beete gestreut, um Unkrautwuchs zu minimieren – dem Boden tut es auch gut“, sagt Janus Plewniak, seit neun Jahren Vorsitzender des Kleingartenvereins. Der Schredder sei dem Verein dabei übrigens im Rahmen eines Tauschgeschäfts kostenfrei zur Verfügung gestellt worden, sagt Plewniak schmunzelnd. „Wir wurden vor drei Jahren gefragt, ob wir unser Vereinshaus als Wahllokal zur Verfügung stellen würden – und bekamen im Austausch dafür den Schredder für einen Tag kostenlos zur Verfügung gestellt“, sagt der Vorsitzende. Nach drei Wahljahren in Folge, müsse der Verein die Maschine im kommenden Jahr allerdings wieder mieten.
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Im Schrebergarten fallen die gleichen Arbeiten wie im normalen Garten an, wenn es darum geht, ihn für den Winter vorzubereiten. „Unsere Saison geht von Mitte März bis Ende Oktober. Dann wird das Wasser abgestellt, der Strom bleibt allerdings das ganze Jahr angestellt“, sagt Plewniak. Viele Gartenbesitzer würden auch im Winter auf ihre Parzelle gehen – und sei es nur zum Vogelfüttern. „Vor der Frostperiode müssen wir die Tonsachen ins Innere bringen, außerdem müssen wir die Regenwassertonnen leeren“, sagt einer der Kleingärtner, die am Kompostgelände mithelfen.

Insgesamt 81 Parzellen gibt es im Kleingartenverein – alle sind belegt. „Und erstmals seit vielen Jahren haben wir eine volle Warteliste, auf der etwa zehn Personen stehen“, sagt Plewniak.

Das sei eine Entwicklung, die mit dem Beginn der Corona-Pandemie ihren Anfang genommen habe, sagt der Vorsitzende. „Wir hatten jedes Jahr fünf bis sechs Personen, die ihren Garten verkauft haben. Deren Gärten wurden dann aber auch immer wieder schnell gekauft“, sagt Plewniak. Während Corona sei es allerdings kaum zu Verkäufen gekommen, allerdings sei die Nachfrage gleich hoch geblieben. „Wir hatten einen Fall, der Anfang 2020 seine Parzelle verkauft hatte. Als dann Corona ausgebrochen ist, hat er versucht, den Garten zurückzukaufen – und hätte sogar deutlich mehr als den Verkaufspreis geboten“, sagt Plewniak. Ohne Erfolg, wie sich herausstellen sollte. Natürlich ist so ein kleiner Garten gerade für Menschen in Wohnungen ohne Balkon eine kleine Oase. „Wir werden sehen, ob sich dieser Trend auch weiterhin fortsetzen wird“, sagt er.

Rosa und Georg Bebel sind bereits seit 20 Jahren Besitzer ihrer kleinen Parzelle. „Wir haben jetzt neue Erde für unsere Gemüsebeete geholt, die muss nun untergegraben werden“, sagt Georg Bebel. Die Ernte sei in diesem Jahr ganz hervorragend gewesen, bestätigt seine Frau. „Wir hatten Gurken, Tomaten, Kartoffeln, viele verschiedene Salate, Zwiebeln, Lauch oder Kohlrabi“, zählt sie auf. Im Sommer sei das Paar fast jeden Tag auf seiner Parzelle. „Im Winter dann natürlich viel seltener“, sagt Georg Bebel. Rosa Bebel habe nun bereits Tulpen und Narzissen eingesetzt, außerdem Winterzwiebeln und -knoblauch. „Mal schauen, was wachsen wird – hoffentlich fressen die Mäuse nicht alles ab“, sagt sie.

Neben den Parzellen, für die jeder Kleingärtner selbst verantwortlich zeichnet, gibt es noch das Vereinsheim. Dort werden Feiern und Feste abgehalten – es gibt auch einen Spielplatz für Kinder. „Im vergangenen Jahr haben wir zwei neue, große Kühlschränke angeschafft, die wesentlich energiesparender sind als die alten“, sagt Plewniak. Außerdem habe man alle Spielgeräte auf dem Spielplatz entweder erneuert oder ausgebessert. Auch die sechs Meter lange Wippe. „Es war allerdings in Hückeswagen praktisch unmöglich, ein so langes Stück Holz zu bekommen“, sagt Plewniak. Aber schließlich sei man doch noch fündig geworden.

„Mal schauen, was wachsen wird –
hoffentlich fressen die Mäuse nicht
alles ab.“

Rosa Bebel, Kleingärtnerin

Hintergrund

Pacht: Der Kleingartenverein zahlt an die Stadt eine Jahrespacht, die dann auf die 81 Parzellen auf dem Gelände in Wiehagen umgelegt wird.

Kauf: „Wenn man eine Parzelle kauft, dann nur das, was darauf steht – Gartenlaube, Pflanzen und so weiter“, sagt Janus Plewniak. Darüber müssten sich Käufer und Verkäufer einigen. „Zur Orientierung gibt es ein Wertgutachten über die Parzelle“, erklärt der Vorsitzende des Kleingartenvereins.

Kontakt: KGV Gartenfreunde, Tel. 02192 83913,

jjplewniak@aol.com

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