Second Hand

Kleiderkammer läuft nach Neustart gut

Sind sichtlich zufrieden mit dem Neustart nach der corona-bedingten, fast zweijährigen Pause der Kleiderkammer (v. l.): Heike Frie, Ute Priedigkeit, Margarete Deja und Gaby Vollbrecht.
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Sind sichtlich zufrieden mit dem Neustart nach der corona-bedingten, fast zweijährigen Pause der Kleiderkammer (v. l.): Heike Frie, Ute Priedigkeit, Margarete Deja und Gaby Vollbrecht.

„Kammerzofen“ des Second-hand-Shops der Katholischen Kirchengemeinde betreuen derzeit vor allem geflüchtete Ukrainer.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Seit Mai ist die Kleiderkammer der katholischen Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt im Anbau hinter der Pfarrkirche nach der Corona-Zwangspause wieder geöffnet. Mehr als zwei Jahre blieb sie geschlossen, auch weil viele der als „Kammerzofen“ bezeichneten Helferinnen im Risikoalter für eine schwere Corona-Erkrankung waren. „Wir wollen nichts riskieren“, hatte Gaby Vollbrecht Anfang des Jahres gesagt.

„Am Samstag, 7. Mai, war dann wieder der erste offizielle Tag – da war gleich viel los“, erinnert sich die Kammerzofe. „Zuvor hatten wir im April an einem Tag nur für Menschen geöffnet, die aus der Ukraine geflüchtet und in Hückeswagen untergekommen waren.“ Die Kammerzofen hätten viel Freude verspürt, als es endlich wieder losgegangen sei.

Die Hückeswagener hätten die Kleiderkammer nicht vergessen

Nach einem halben Jahr ist die Arbeit an den vier Tagen im Monat wieder zur Routine geworden. Das ist spürbar, als schon um kurz nach 9 Uhr der kleine, vollgestellte Verkaufsraum mit vielen Kunden noch voller wirkt. „Es ist schon beeindruckend, wenn man sich überlegt, dass es unser Angebot schon seit über 40 Jahren gibt. Am 5. Februar 1981 hatten wir zum ersten Mal geöffnet“, sagt Gaby Vollbrecht. Damals sei die Kleiderkammer eine Marktlücke gewesen, die sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt habe.

Besonders wichtig seien zwei Dinge, unterstreicht Gaby Vollbrecht. „Zum einen die Helferinnen, die an jedem der Öffnungstage die Waren entgegennehmen, sortieren, einräumen und verkaufen. Zum anderen aber auch die Menschen in Hückeswagen, die mit ihrer ungebrochenen Spendenbereitschaft dafür sorgen, dass wir auch was zum Einräumen und Verkaufen haben.“ Die Menschen hätten die Kleiderkammer nicht vergessen.

„Wir sind im Moment wirklich gut aufgestellt, sowohl was unser Angebot als auch was die Helferinnen angeht. Gerade in letzter Zeit sind einige jüngere Frauen dazugekommen. Das ist gut“, stellt Gaby Vollbrecht klar. Dennoch werde sie das früher beliebte Frühstück wohl auch nicht mehr anbieten können. „Das liegt aber vor allem daran, dass es dafür kaum noch Nachfrage gibt“, macht Gaby Vollbrecht deutlich.

Im Moment seien es vor allem Erwachsene aus der Ukraine, die das Kleiderkammer-Angebot annähmen. „Das ist ungefähr die Hälfte. Interessanterweise werden unsere Kindersachen kaum nachgefragt“, sagt Gaby Vollbrecht. Mittlerweile würden die geflüchteten Ukrainer genauso für die Waren zahlen, wie alle anderen Kunden auch. „Es gab nur den ersten Termin im April, bei dem wir die Sachen kostenlos abgegeben haben“, sagt Gaby Vollbrecht.

Die Ukrainer würden zudem immer mit Tüten oder Taschen kommen. „Das ist sehr gut und würden wir uns tatsächlich für alle unsere Kunden wünschen“, sagt sie. Damit spricht sie eine Neuerung an, die ab 2023 gilt. „Zum einen haben wir bei uns immer noch Maskenpflicht. Zum anderen gibt es die Tüten für die gekaufte Ware. Beides haben wir bis jetzt immer kostenfrei abgegeben, wenn die Kunden es nicht selbst mitgebracht haben“, sagt Gaby Vollbrecht. Ab dem ersten Termin im Januar würden für jede Maske und Tüte jeweils 20 Cent fällig. „Gerade das mit den Plastiktüten machen wir vor allem aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes.“, betont sie.

Hintergrund

Unterstützung: Alle Verkaufserlöse der Kleiderkammer der katholischen Kirchengemeinde fließen seit Beginn vor mehr als 40 Jahren an soziale Projekte, die bedürftige Kinder unterstützen.

Projekte: Begünstigt werden etwa Projekte in Indien, Rumänien, Palästina, Namibia, Argentinien, Bangladesch, Nepal und Ghana, aber auch zwei Kinderhospize in Olpe und Wuppertal.

Öffnungszeiten: Die Kleiderkammer hinter der Pfarrkirche hat am 1. und 3. Samstag sowie am 2. und 4. Donnerstag eines Monats geöffnet, jeweils von 9 bis 13 Uhr. Der nächste Termin ist morgen, Donnerstag, 10. November. Der Zugang ist unterhalb der Kirche oder durch die Parkpalette am Schmittweg.

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