Klare Regeln für Fußgänger und Radfahrer gewünscht

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Bahntrassenweg: Uwe Markus wünscht sich klare Regeln für Fußgänger und Radfahrer, weil es immer wieder zu unschönen Szenen komme.

Szene 1: Auf dem Bahntrassenradweg geht eine Frau mit Kinderwagen spazieren. Von hinten nähert sich ein Radfahrer und klingelt. Die Frau erschreckt und schimpft: "Müssen Sie denn klingeln, es ist doch genug Platz."

Szene 2: Eine Familie geht auf der Trasse spazieren, die drei Personen gehen nebeneinander und unterhalten sich. Den von hinten herannahenden Radler sehen und hören sie nicht und reagieren auch nicht aufs Klingeln. Es kommt zum bösen Wortwechsel.

Szene 3: Zwei Radfahrer fahren nebeneinander in Richtung Wipperfürth, zwei andere kommen entgegen. Auch sie fahren nebeneinander. Fast kommt es zur Berührung. "Idiot", war noch die harmloseste Beschimpfung.

Solche Situationen sind zum Glück zwar selten, sie kommen aber immer wieder vor. Und das ärgert Uwe Markus schon seit längerem. "An Wochenenden fahre ich möglichst schon nicht mehr auf der Bahntrasse", sagt er. Eben wegen dieser unschönen Begegnungen. Dabei findet er die Bahntrasse klasse. "Aber, da muss mal was passieren", meint er.

"Komisch, auf Norderney klappt es, auf Sylt klappt es", weiß Ordnungsamtsleiter Michael Kirch aus eigener Erfahrung. "Und dort gibt es mehr Radfahrer als hier." Nur im Bergischen Land scheint das Miteinander von Radfahrern und Fußgängern nicht reibungslos zu funktionieren. "Sollen wir jetzt etwa noch Mittellinien auf die Trasse malen? Wir können doch nicht alles mit Schildern regeln", so Kirch. Dabei sei das korrekte Verhalten auf dem Rad-/Gehweg doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die zudem noch in der Straßenverkehrsordnung geregelt ist. Der Bergische Panorama-Radweg, zu dem auch die Trasse zwischen Bergisch Born - Hückeswagen - Wipperfürth gehört, ist eine öffentliche Verkehrsfläche, und dort gilt die Straßenverkehrsordnung. "Wie man sich zu verhalten hat, regelt doch schon der Paragraph 1", sagt Kirch. "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird", heißt es in dem Paragraphen, den jeder Fahrschüler kennen muss. Eigentlich auch jeder Radfahrer und Fußgänger. Denn von beiden werde gegenseitige Rücksichtnahme erwartet (siehe Regeln). Leider halten sich nach Ansicht von Uwe Markus nicht alle daran, deshalb fordert er: "Es gibt drei Regeln, wenn sich alle daran halten, gäbe es auch keinen Ärger mehr zwischen Radfahrern und Fußgängern."

1. Fußgänger gehen wie auf der Straße links, damit sie entgegenkommende Fahrradfahrer sehen.

2. Radfahrer fahren grundsätzlich rechts und klingeln frühzeitig, um auf sich aufmerksam zu machen.

3. Fußgänger und Radfahrer, die nebeneinander gehen beziehungsweise fahren, nehmen nicht mehr als die Hälfte der Trasse in Anspruch.

"Ich fahre mit meiner Frau auch nicht neben-, sondern hintereinander über die Trasse", sagt Markus. "Das ist doch kein Problem."

Er wünscht sich ein paar Hinweisschilder, vielleicht an den Rastplätzen, wo auch andere Informationen angebracht sind, auf denen die Verhaltensregeln stehen. Markus: "Vielleicht gibt es ja ein paar Unternehmer, die das finanzieren. Ich würde solch ein Schild auch sponsern."

REGELN

ADFC Der Allgemeine deutsche Fahrrad-Club hat das Verkehrsrecht für Radfahrer in einer Broschüre zusammengefasst. www.adfc.de (Verkehr & Recht).

VERKEHRSSCHILD Das Verkehrszeichen 241 (links) weist auf einen gemeinsamen Geh- und Radweg hin. Radfahrer dürfen nicht auf der Straße fahren, sondern müssen sich den Weg mit Fußgängern teilen.

RADFAHRER haben keinen Vorrang. Sie müssen laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) Rücksicht auf Fußgänger nehmen. Das bedeutet, dass man als Radfahrer klingeln darf, um Fußgänger zu warnen, aber warten muss, bis sie den Weg frei machen. Radfahrer dürfen Fußgänger nicht durch dichtes Vorbeifahren erschrecken, weil sie sich in der Regel lautlos nähern.

FUSSGÄNGER müssen Fahrradfahrer durchfahren lassen.

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